Das Debakel in Thailand? Das scheint Ducati abgehakt zu haben. Drei Wochen später präsentierten sich die Italiener beim Comeback des Brasilien-GPs schon wieder in deutlich verbesserter Form. Marc Marquez gewann den Sprint vor Fabio Di Giannantonio, welcher Borgo Panigale dann auch am Sonntag ein Podium bescherte. Die Ehre ist also wiederhergestellt - zumindest weitestgehend. Doch Francesco Bagnaia verkommt schon wieder zum Sorgenkind.

Lediglich zehn Runden komplettierte der Werkspilot, ehe er seine Desmosedici GP26 im Kiesbett von Kurve eins versenkte. Es passte zu seinem Rennverlauf: Ohnehin nur von Platz elf losgefahren, machte Bagnaia keinerlei Anstalten, sich nach vorne zu kämpfen. Stattdessen ging es in der Anfangsphase erstmal zurück bis auf Platz 14. Überholmanöver auf Start-Ziel gegen die Topspeed-schwachen Yamahas von Toprak Razgatlioglu, Alex Rins und Fabio Quartararo brachten ihn zu Beginn von Runde vier immerhin wieder auf P11 nach vorne, doch dort stagnierte Bagnaia dann bis zu seinem Abflug kurz vor Rennhalbzeit. Es wäre also auch bei Zielankunft wahrlich kein Topresultat herausgesprungen für den vermeintlichen WM-Anwärter.

Schwaches Brasilien-Rennen: Francesco Bagnaia hat keine Erklärung

Was da los war? Der zweimalige MotoGP-Weltmeister konnte keine Erklärung abgeben: "Ich habe während dem Rennen einfach nur versucht, irgendwie zu überleben. Letztlich bin ich dann aber doch gestürzt. Ich habe es nicht hinbekommen, die Bedingungen richtig zu verstehen und hatte große Probleme, überhaupt auf dem Motorrad zu bleiben. Ich hatte nur ganz wenig Grip."

Besonders frustrierend: Im Warm Up hatte es eigentlich noch gut ausgehen. Dort wurde Bagnaia Vierter und präsentierte sich zeitlich auf Augenhöhe mit Stallgefährte Marquez, die Beiden trennten nur 0,050 Sekunden. Wieso lief im Grand Prix also plötzlich nichts mehr zusammen? "Das ist schwierig zu sagen", rätselte Bagnaia. Und weiter: "Letztes Jahr war es immer das Gleiche, aber dieses Jahr hatte ich seit Saisonbeginn - vom Rennen hier abgesehen - eigentlich immer ein gutes Gefühl. Ich war im FP2 und auch im Warm Up vorne dabei. Im Qualifying habe ich dann einen Fehler gemacht, aber im Sprint war die Pace eigentlich auch gut. Es ist merkwürdig, dass ich im Rennen dann so zu kämpfen hatte."

MotoGP-Eklat in Brasilien! Rennen auf kaputter Strecke (08:19 Min.)

Francesco Bagnaia auf dem Weg in die Krise: 2025er-Probleme zurück?

Unerklärliche Probleme? Das erinnert doch stark an das Vorjahr. Gibt es da womöglich einen Rückfall in alte Muster? Es scheint fast so. "Mehr oder weniger", antwortete Bagnaia am Sonntag auf die Frage, ob seine Probleme vom Brasilien-GP mit jenen der letzten Saison vergleichbar wären. "Es sieht so aus, als hätten wir große Probleme, das Motorrad abzubremsen und den Speed in die Kurve mitzunehmen", führte er aus und ergänzte abschließend: "Außerdem ist der Grip am Hinterrad auch sehr inkonstant."

Francesco Bagnaia muss in Goiania mit den Yamahas kämpfen, Foto: Ducati Media
Francesco Bagnaia muss in Goiania mit den Yamahas kämpfen, Foto: Ducati Media

Worte, die Gigi Dall'Igna und Co. nicht gefallen dürften. Es gilt bis zum Freitag (27. März) und dem Beginn des Amerika-GPs einiges aufzuarbeiten, anderenfalls droht in Austin das nächste schwache Wochenende. Denn auf dem Circuit of the Americas ist ein gutes Gefühl für die Bremse und die Front des Motorrads schließlich essentiell. Bagnaia zeigte sich aber unbesorgt: "Ich hoffe, dass ich dort wie letztes Jahr konkurrenzfähig sein werde. Ich hoffe, dass ich um die Positionen kämpfen kann, die wir uns zum Ziel gesetzt haben."

Im Vorjahr gewann Bagnaia den Amerika-GP, wenn auch unter gütiger Mithilfe von Marc Marquez. Was meint ihr: Kann der Ducati-Pilot in Austin auch 2026 wieder um den Sieg mitfahren oder droht der Rückfall in die Krise? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!