Die Titelverteidigung von Marc Marquez erweist sich in der bisherigen MotoGP-Saison weit schwieriger, als es alle Beteiligten erwarten konnten. Vor dem Rennen in Le Mans betont der Superstar erneut, dass dies vor allem an ihm selbst liegt.
Marc Marquez hakt Jerez-Sturz ab: Einfach vergessen
44 Punkte beträgt bereits der Rückstand in der Fahrerwertung auf den Führenden Marco Bezzecchi. Aprilia ist zu einem echten WM-Kandidaten erstarkt, doch Marc Marquez machte sich das Leben zuletzt mit einem unerklärlichen Sturz in Jerez auch selbst schwer.
Knappe zwei Wochen später ist dieses Thema ad acta gelegt. "Manche Stürze sind einfach nur Stürze. Es war nichts Besonderes und darauf gibt es keine Antwort. Ich habe einen Fehler gemacht, weil ich gestürzt bin. Man muss das vergessen und bei den nächsten Rennen weitermachen", will sich die Nummer 93 nicht mehr weiter damit aufhalten.
Mangelnde Konstanz bei Marc Marquez: An der Ducati liegt es nicht
Dennoch passt der Sturz in seine Analyse, warum sich die Lage derzeit als so schwierig gestaltet: "Die Ergebnisse zeigen, dass wir zwar schnell sind, es uns aber an Konstanz mangelt. Genau hier müssen wir versuchen herauszufinden, warum uns diese Konstanz fehlt, die im letzten Jahr unsere Stärke war – bei allen möglichen Bedingungen und auf allen Strecken. In diesem Jahr bin ich deutlich unbeständiger."

Weiterhin betont der Titelverteidiger, dass dieser Mangel nicht an der Ducati liegt: "In Jerez hat eine Ducati gewonnen, das bedeutet, dass das Motorrad siegfähig ist und um den Titel kämpfen kann. Ich muss herausfinden, wie ich mich verbessern kann." Doch derzeit ist dem Ausnahmefahrer das richtige Gefühl für die Front verloren gegangen. Seine alte Stärke ist wie verschwunden: "In den schnellen Kurven habe ich die größten Schwierigkeiten, vor allem in den Linkskurven. In denen bin ich langsamer als im Vorjahr. Deshalb versuche ich, die Zeit an anderer Stelle wieder aufzuholen."
MotoGP-Titel derzeit nicht möglich: Schritt für Schritt Gefühl zurückerarbeiten
Das Gespür der überragenden Saison 2025 kann nicht einfach wieder auf Knopfdruck herbeigezaubert werden, obwohl alle technischen Voraussetzungen gegeben sind. "Wenn ich das Motorrad vom letzten Jahr haben möchte, bekomme ich es. Wenn ich das Gefühl vom letzten Jahr wiederfinden möchte, stehen mir die entsprechenden Teile zur Verfügung: Alles, was ich dazu brauche. Jetzt muss ich nur noch daran arbeiten, dieses Gefühl wiederzufinden", betont Marc Marquez erneut, dass der Ball bei ihm und seiner Crew liegt.

Letztlich kommt er deswegen zu einem Fazit, aus dem gleichermaßen Überzeugung als auch die unbedingte Notwendigkeit einer Wende im Titelkampf spricht. Dies wird aber wohl schrittweise erfolgen müssen: "Ich glaube, dass wir das nach und nach in den Griff bekommen werden. Aber es stimmt, dass man angesichts der bisherigen Ergebnisse, vor allem an den Sonntagen, derzeit nicht an den Titel denken kann."
Keine Wetterhilfe in Le Mans erwünscht: Wer auf Regen hofft, ist nicht schnell genug!

Zumindest eine Chance auf schnelle Konkurrenzfähigkeit könnte in Le Mans einmal mehr aus den Wolken brechen. Beim Sprint-Sieg in Jerez hatte Marc Marquez im Regen zwar zunächst Glück, zeigte sich danach im Nassen aber wieder bei alter Stärke. Doch der Weltmeister will derzeit gar nicht, dass ihm der Wettergott zu Hilfe eilt: "Dieser Gedanke gefällt mir nicht. Wenn ein Fahrer darauf hofft, dass es regnet, bedeutet das, dass er bei trockenen Bedingungen nicht das Niveau hat, um zu gewinnen." Laut den aktuellen Prognosen muss er sich am Sonntag aber trotzdem damit auseinandersetzen. Vielleicht lassen sich aber zumindest an den beiden Tagen zuvor einige Fortschritte erzielen, auf die Marc Marquez für seine Saison 2026 hofft.
Wie ihr das Wochenende der MotoGP in Frankreich verfolgen könnt, haben wir hier für euch zusammengefasst:



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