22 Jahre Wartezeit haben am Wochenende ein Ende, der Brasilien-GP (20. bis 22. März) ist 2026 endlich zurück im Rennkalender der Motorrad-WM. Neuland betritt die MotoGP in Goiania allerdings nur bedingt. Denn gefahren wurde dort schonmal, jedoch vor fast 40 Jahren. Zwischen 1987 und 1989 wurden drei Grands Prix im Autodromo Internacional do Ayrton Senna ausgetragen. Somit können sich alle aktuellen MotoGP-Piloten auf eine zumindest ihnen neue Rennstrecke freuen - und speziell zwei von ihnen werden besonders ambitioniert anreisen. Denn sie zählen zu den absoluten Experten, wenn es darum geht, auf neuen Kursen direkt abzuliefern.
Valentino Rossi? Casey Stoner? Marc Marquez ist Debüt-Experte!
Einer von ihnen ist MotoGP-Superstar Marc Marquez. Der neunmalige Weltmeister konnte während seiner Zeit in der Königsklasse bereits viermal beim Debüt neuer Rennstrecken gewinnen und ist damit auch Rekordhalter in der MotoGP-Ära. Sein Premierenerfolg auf einer neuen Rennstrecke war dabei auch gleich ein ganz besonderer: Der Sieg im Amerika-GP 2013 auf dem Circuit of the Americas bei Austin war zugleich auch Marquez' erster MotoGP-Sieg überhaupt.
Knapp ein Jahr später krönte sich der heutige Ducati-Pilot - damals noch in Honda-Farben - zum ersten Rennsieger im Autodromo Termas de Rio Hondo in Argentinien und 2018 machte er sich in einem packenden Finish gegen WM-Rivale Andrea Dovizioso auch zum ersten MotoGP-Sieger auf dem Buriram International Circuit. Jener Triumph in Thailand sollte dann aber erstmal für einige Jahre Marquez' letzter Sieg beim Debüt einer neuen Strecke bleiben. Erst im Vorjahr konnte der Spanier in Ungarn auf dem Balaton Park Nummer vier nachlegen. Überraschend kam dieser Erfolg aber nicht wirklich, ist der Spanier doch ohnehin für seine schnelle Anpassungsfähigkeit an neue Bedingungen bekannt.
Und zur Wahrheit gehört natürlich auch: Hätte Marquez zu Beginn der 2020er-Jahre nicht etliche Grands Prix verletzt verpasst oder auf der leistungsschwachen Honda RC213V verbracht, wären es wohl längst noch mehr Siege auf neuen Rennstrecken. So gingen diese in seiner Abstinenz aber an andere Fahrer - unter anderem Miguel Oliveira. Der Portugiese feierte zwei seiner fünf MotoGP-Siege auf neuen Kursen. 2020 gewann er (Corona-bedingt leider ohne Fans an der Strecke) sein Heimrennen in Portimao und Anfang 2022 das erste Rennen auf dem Mandalika International Street Circuit in Indonesien.
Mit zwei Siegen auf neuen Strecken liegt Oliveira im MotoGP-Ranking der Experten für Streckendebüts noch heute auf Platz zwei - gemeinsam mit Valentino Rossi und Casey Stoner. Der 'Doktor' sicherte sich 2005 den ersten MotoGP-Sieg in Shanghai sowie 2008 den ersten in Indianapolis, während Stoner 2007 das Debüt des neugestalteten Misano World Circuits gewann und 2010 zum ersten Sieger im Motorland Aragon aufstieg. Alle Drei scheinen also zu wissen was es braucht, um auf neuen Strecken direkt konkurrenzfähig zu sein. Fürchten muss sich Marquez beim anstehenden Brasilien-GP aber vor Keinem, denn Rossi und Stoner haben ihre Karriere natürlich längst beendet und Oliveira fährt seit diesem Jahr für BMW in der Superbike-WM.

Marco Bezzecchi als größte Gefahr für Marc Marquez in Brasilien?
Anders sieht es jedoch bei Marco Bezzecchi aus. Der Italiener ist 2026 nicht nur ein potenzieller WM-Gegner von Marquez, sondern ebenfalls zu beachten, wenn es auf neue Rennstrecken geht. Im Herbst 2023 gewann er den ersten und bislang einzigen Indien-Grand-Prix auf dem Buddh International Circuit bei Greater Noida auf dominante Art und Weise und im Vorjahr landete er beim Debüt des Balaton Park Circuits in Ungarn hinter Marquez und Pedro Acosta als Dritter ebenfalls auf dem Podium. Mit der Nummer 72 sollte in Brasilien also zu rechnen sein, nicht nur ob der aktuell so starken Aprilia RS-GP.
Abseits der bereits genannten Kurse gaben seit Beginn der MotoGP-Ära im Jahr 2002 noch vier weitere Rennstrecken ihr Debüt: Losail, Laguna Seca, Istanbul und Spielberg. Die Siege gingen dabei jeweils an verschiedene Piloten. Sete Gibernau siegte 2004 beim Debüt des Losail International Circuits in Katar (und wurde anschließend von Rossi verflucht, sodass er danach nie wieder ein MotoGP-Rennen gewinnen sollte), Nicky Hayden 2005 vor Heimpublikum in Laguna Seca, Marco Melandri ebenfalls 2005 im Istanbul Park in der Türkei und abschließend noch Andrea Iannone im Spätsommer 2016 am Red Bull Ring bei der Rückkehr des Österreich-GPs.

Was meint ihr: Geht am Sonntag in Goiania ein weiterer Erfolg an Marquez oder Bezzecchi? Oder findet sich ein neuer Experte für brandneue Rennstrecken? Lasst uns eure Tipps für den Brasilien-GP in den Kommentaren wissen!



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