In der MotoGP waren am vergangenen Wochenende sämtliche Augen auf den Start der Saison 2026 in Thailand gerichtet. Während Pedro Acosta, Marc Marquez und Co. auf dem Chang International Circuit von Buriram für beste Unterhaltung sorgten, beschäftigte die Weltöffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt aber längst ein anderes, deutlich weniger erfreuliches Thema: Der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran sowie dessen Vergeltungsschläge auf umliegende Wüstenstaaten. Und eben dieser Nahost-Konflikt hat nun auch die Königsklasse auf zwei Rädern erreicht.
Katar-GP vor Absage? MotoGP-Boss: "Aktuell schwierig, hinzugehen"
Gemeint ist damit aber nicht etwa die Heimreise vieler Paddock-Mitglieder, die aufgrund der Sperrung des Luftraums über dem Iran kurzfristig auf alternative Flugrouten wechseln mussten, nein. Gemeint ist damit vielmehr das planmäßig vierte Rennwochenende der MotoGP-Saison 2026, das eigentlich vom 10. bis 12. April auf dem Losail International Circuit über die Bühne gehen soll. In Folge des Krieges im Nahen Osten wackelt der Katar-Grand-Prix, der traditionell unter Flutlicht ausgetragen wird, nun aber gewaltig.
"Wir müssen abwarten, [wie sich die Situation im Nahen Osten weiter entwickelt, Anm.]. Ich kann nicht sagen, dass wir nicht hingehen werden", erklärte Carmelo Ezpeleta, der CEO von MotoGP-Rechteinhaber MotoGP Sports Entertainment Group [ehemals Dorna Sports, Anm.], am Mittwochnachmittag im Rahmen eines Promo-Events des spanischen Bierproduzenten Estrella Galicia in Madrid. Noch stehe der Katar-GP also, aber Ezpeleta musste anschließend auch zugeben: "Aktuell scheint es schwierig für uns, am 12. April nach Katar zu gehen."
Überraschend käme eine zeitnahe Absage oder Verschiebung jedenfalls nicht. Am Dienstag verkündete bereits die WEC, ihren geplanten Saisonstart in Katar (26. bis 28. März) nicht durchzuführen. Die Langstrecken-Weltmeisterschaft legt stattdessen erst drei Wochen später in Imola los und ließ sich eine Verlegung des Katar-1812-km-Rennens ans Saisonende im Spätherbst 2026 offen. Auch in der Formel 1 gibt es bereits Fragezeichen hinter den Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien, die Mitte April auf dem Programm stehen. Hier machen aktuell Gerüchte die Runde, dass Imola und Portimao ersatzweise zum Zuge kommen könnten.
Argentinien statt Katar? Kein MotoGP-Ersatzrennen geplant!
Ein Szenario, dass für die MotoGP nicht denkbar ist. Am Dienstag gab es zwar Berichte, dass die Motorrad-WM im Falle einer Katar-Absage einen Argentinien-Grand-Prix in Termas de Rio Hondo austragen könnte, weil in den Wochen zuvor in Goiania (20. bis 22. März) und Austin (27. bis 29. März) ohnehin schon zweimal auf dem amerikanischen Kontinent gefahren wird. Doch dem schob Ezpeleta am Mittwoch einen Riegel vor. "Irgendwo anders hingehen? Nein, sicher nicht", meinte der 78-Jährige entschieden.

Vorstellbar bleibt für den Spanier einzig, dass der Katar-GP im Falle einer Absage zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 nochmal nachgeholt werden könnte. Einen passenden Platz im Kalender zu finden, dürfte aber alles andere als einfach werden. Nach dem Aragon-GP Ende August warten bis zum Saisonfinale in Valencia bereits vier Double-Header in Serie. Somit bleibt eigentlich nur ein mögliches Gastspiel in Katar rund um den Großbritannien-GP Anfang August. Zu diesem Zeitpunkt im Jahr dürfte es im Wüstenstaat aber deutlich zu heiß sein, um MotoGP-Rennen auszutragen - sofern der Nahost-Konflikt bis dahin überhaupt schon wieder beendet ist. Tagsüber liegt die Durchschnittstemperatur in Katar im August bei 43 Grad und selbst in der Nacht noch bei 32 bis 34 Grad.
Ezpeleta meint diesbezüglich nur: "Wir sind gut darin, Rennkalender zu erstellen." Welche Ideen das MotoGP-Oberhaupt im Sinn haben könnte? Das wird die Zukunft zeigen. Ohnehin heißt es jetzt erstmal abwarten: "Wir werden bald mehr herausfinden. Wir stehen [mit den Verantwortlichen in Katar, Anm.] in Kontakt und warten auf Antworten. Wir haben ja noch etwas Zeit."
Gerne nach Katar kam in der Vergangenheit immer Ducati. Die Italiener gewannen bereits neun Grands Prix im Wüstenstaat und die letzten vier allesamt. 2026 nicht in Losail fahren zu können, könnte Marc Marquez und Co. also weitere wertvolle WM-Punkte kosten, nachdem der Saisonstart in Buriram schon überhaupt nicht nach Plan verlief. Mehr zur historischen Schlappe lest ihr hier:



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