Die gute Nachricht zuerst: Der Formel 1-Auftakt in Australien wird wie geplant stattfinden, auch wenn der logistische Aufwand die rund 2.000 Team- und Organisationsmitarbeiter nach Melbourne zu bringen, enorm ist.
Aufgrund der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran und den Gegenschlägen Teherans ist der Luftverkehr in großen Teilen des Nahen Ostens weitgehend zum Erliegen gekommen. Die wichtigsten Knotenpunkte der Fluggesellschaften Qatar und Emirates sind geschlossen, weshalb die F1-Teams gezwungen sind, auf Flugrouten über Singapur oder Hongkong auszuweichen.
"Die Fahrer werden hier [in Australien] sein. Die Ingenieure werden hier sein. Die Teamchefs werden hier sein. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es keine Auswirkungen geben wird", beruhigte Travis Auld, Geschäftsführer des Grand Prix von Australien gegenüber dem australischen Fernsehsender Channel Nine. Die Container mit den Autos, die per Schiff transportiert wurden, sind vor Ort und die Aufbauarbeiten im vollen Gange.
"Derzeit gibt es für uns keine Probleme, aber ich kann mir vorstellen, dass sie [die Formel 1; Anm. der Red.] darüber nachdenken, was sie gegebenenfalls mit ihrem Kalender machen könnten", meinte Auld gegenüber Fox Sports. Am 12. und 19. April stehen der Große Preis von Bahrain und Saudi-Arabien an. Beide Austragungsorte sind nur durch den Persischen Golf von Iran getrennt – damit ist die Durchführung der Rennen derzeit ungewiss.
F1 in Bahrain: Wiederholung von 2011?
In einem Interview mit der Daily Mail erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die Angriffe auf den Iran vier Wochen dauern könnten. Ein Sprecher der Formel 1 teilte mit: "Wie immer beobachten wir solche Situationen genau und arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen." Der von Pirelli geplante Reifentest am vergangenen Wochenende wurde wegen der "sich verschärfenden internationalen Lage" abgesagt.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Weltpolitik und der F1-Mikrokosmos aufeinandertreffen. Schon 2011 fiel der geplante Saisonauftakt in Bahrain aufgrund von Unruhen im Golfstaat einer Absage zum Opfer. Die Daily Mail schrieb damals: "Es gibt wenig, gegen das der Zirkusdirektor der Formel 1 nichts tun kann, wenn es um die Welt der Grand-Prix-Rennen geht; aber am Ende erwies sich der Wille einer Nation, politische Reformen durchzusetzen, als außerhalb der Einflusssphäre von Bernie Ecclestone."
Im Gegensatz dazu fand 2022 der GP von Saudi-Arabien trotz der Attacke von Houthi-Rebellen statt. Kurz nach Ende des ersten Freien Trainings schlug eine Rakete in Streckennähe ein. Nach einem Meeting der Formel-1-Bosse ging die zweite Session wie geplant über die Bühne. "Wir stehen da alle zusammen", teilte F1-Boss Stefano Domencali damals mit.
Die F1-Saison 2026 steht vor der Tür – und nach den ersten Eindrücken wird klar: Mercedes ist (noch) nicht automatisch überlegen. Mehr dazu im Video:



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