Die ersten Würfel sind gefallen! Fabio Quartararo verlässt Yamaha und schließt sich beginnend mit der MotoGP-Saison 2027 Honda an, während Jorge Martin das dadurch entstandene Vakuum in Iwata gleich wieder füllt. Die ersten zwei Paukenschläge im Jahr 2026 und die große Frage: Wie geht es jetzt weiter? Motorsport-Magazin.com liefert euch den Überblick, was auf dem MotoGP-Fahrermarkt als Nächstes passieren könnte.

Warten auf Ducati: Neues Dreamteam mit Marc Marquez und Pedro Acosta?

Honda und Yamaha haben ihre Starfahrer also gefunden, damit geht der Blick nun unweigerlich zum größten Widersacher der japanischen Werke: Ducati. Die Dominatoren der letzten Jahre haben gleich zwei Plätze noch zu vergeben, ihre künftigen Inhaber dürften zwischen den Zeilen aber schon feststehen. Die Vertragsverlängerung mit Weltmeister Marc Marquez war ohnehin schon immer das erklärte Ziel der Roten und ein Verlust des Superstars scheint spätestens mit dem Quartararo-Coup Hondas vom Tisch. Marquez' Unterschrift unter einen neuen Zweijahresvertrag bei Ducati dürfte bald erfolgen, falls sie nicht sogar schon erfolgt ist. Paddock-Gerüchten zufolge könnte es rund um den MotoGP-Season-Launch in Kuala Lumpur (7. Februar) zur Verkündung kommen.

Marc Marquez und Ducati? Das bleibt auch 2027 eine Liebesgeschichte, Foto: Ducati Media
Marc Marquez und Ducati? Das bleibt auch 2027 eine Liebesgeschichte, Foto: Ducati Media

Stellt sich also nur noch die Frage, wer Marquez' künftiger Teamkollege wird. Bleibt es Francesco Bagnaia oder wird es doch Pedro Acosta? Auch hier scheint die Entscheidung schon gefallen. Informationen des traditionell gut informierten Mela Chercoles von der 'AS' zufolge soll Acosta den Zuschlag erhalten haben und ab 2027 im roten Werksteam fahren. Sollte dem tatsächlich so sein, ist auch hier noch vor Saisonstart 2026 mit einer öffentlichen Verkündung zu rechnen.

Maverick Vinales und Marco Bezzecchi: Vertragsverlängerung im Blick

In diesem Zuge könnte KTM dann auch gleich Acostas Nachfolger im Werksteam der Österreicher vorstellen: Maverick Vinales. Teammanager Aki Ajo bestätigte bereits am Rande des KTM-Launches zum Wochenbeginn, dass der 31-jährige Spanier eine echte Option für den Aufstieg sei, selbst im Falle eines unwahrscheinlichen Acosta-Verbleibs. Und auch Vinales selbst machte keinen Hehl daraus, dass das KTM-Werksteam für ihn 'Plan A' darstelle. Alles andere als eine baldige Verkündung der Beförderung der Startnummer 12 wäre eine große Überraschung.

Gleiches gilt nach den Entwicklungen der letzten Tage auch für Marco Bezzecchi und Aprilia. Zwischen Fahrer und Hersteller entstand in der zurückliegenden Saison so etwas wie eine italienische Traumehe, deren Scheidung nach nur zwei Jahren immer unwahrscheinlicher wird. Racing-CEO Massimo Rivola erklärte die Verlängerung mit 'Bezz' ohnehin schon vor Wochen zur Priorität 'Numero Uno' und sollte spätestens jetzt beste Karten in der Hand haben. Bezzecchi selbst vermied ein klares Bekenntnis bislang zwar, dürfte durch die Deals von Honda und Yamaha mit Quartararo und Martin aber kaum noch über interessante Alternativen verfügen. Auch hier ist noch vor dem Auftaktrennen in Thailand (27. Februar bis 1. März) mit einer Vertragsverlängerung zu rechnen, es dürften nur noch letzte Details zu klären sein.

Marco Bezzecchi ist bei Aprilia längst zum Liebling geworden, Foto: Aprilia Media
Marco Bezzecchi ist bei Aprilia längst zum Liebling geworden, Foto: Aprilia Media

Ducati-Verbleib oder Herstellerwechsel: Wie reagiert Francesco Bagnaia?

Damit bleibt ein großer Player übrig: Francesco Bagnaia. Er wird als nächstes seine Entscheidung treffen müssen, erst dann wird sich auch das restliche MotoGP-Feld fügen. Das könnte dauern, denn 'Pecco' hat zahlreiche Optionen. Einerseits könnte er mit VR46 im Ducati-Lager verbleiben. Dazu müsste er aber wohl deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen. Will er das nicht, könnte es stattdessen zu den finanzstarken Japanern gehen. Sowohl Honda als auch Yamaha brauchen schließlich noch einen Teamkollegen für Quartararo und Martin. Mit einem seiner beiden ehemaligen WM-Rivalen könnte er ein schlagkräftiges Duo bilden.

Fraglich nur, ob auch Honda und Yamaha das wollen würden. Yamaha hätte schließlich auch Toprak Razgatlioglu als möglichen Teamkollegen für Martin in der Hinterhand und Honda wenig Grund, sich beispielsweise von Joan Mir zu trennen, wenn dieser in der Frühphase 2026 ansehnliche Leistungen bringen sollte. Der Weltmeister von 2020 dürfte zudem deutlich günstiger als Bagnaia zu haben sein. Kein unwichtiger Aspekt, wenn Honda künftig tatsächlich kolportierte 15 Millionen Euro Jahresgehalt an Quartararo überweist.

Quartararo und Martin sorgen für MotoGP-Transferwahnsinn (07:35 Min.)

Gibt es also vielleicht einen direkten Tausch zwischen Acosta und Bagnaia? KTM hätte neben Vinales gewiss noch Platz, aber auch genügend Alternativen. Brad Binder genießt weiterhin große Wertschätzung in Mattighofen und Enea Bastianini deutete zwischen Brünn und Barcelona einige Rennen lang an, welch großes Potenzial in ihm steckt. Mit David Alonso, Daniel Holgado oder Collin Veijer stehen etliche Moto2-Talente aus dem KTM-Lager parat und dann gibt es in Spanien und Italien auch erste Gerüchte um ein Interesse an Alex Marquez. Der Gresini-Pilot wolle 2027 in ein Werksteam, kommt mit der besseren Formkurve als Bagnaia daher und wäre ebenfalls günstiger zu haben. Für die finanziell weiterhin nicht auf Rosen gebetteten Österreicher sicher auch kein unwichtiges Argument.

Alex Marquez (BK8 Gresini Racing MotoGP) vor Brad Binder (Red Bull KTM Factory Racing)
Sitzt Alex Marquez ab 2027 auf der KTM von Brad Binder?, Foto: Tobias Linke

Und so könnte Bagnaias beste Option tatsächlich Ducatis italienischer Rivale Aprilia sein. Kumpel Bezzecchi würde hier sicher kein Veto einlegen und Bagnaia hätte die Gelegenheit, im direkten Duell auf den 'Trashtalk' der Nummer 72 aus der Vorsaison zu reagieren. Auch hier stellt sich aber die Frage nach dem Gehalt. Aprilia ist der finanzschwächste MotoGP-Hersteller und könnte daher Probleme bekommen, Bezzecchi und Bagnaia angemessen zu entlohnen. Es wird also auf Letzteren ankommen, zu wie großen Abstrichen er bereit ist. Kommt man auf keinen gemeinsamen Nenner, könnte Aprilia intern befördern und Raul Fernandez eine Chance im Werksteam geben - oder alternativ einen weiteren Anlauf bei Bastianini nehmen, an dem in der Vergangenheit schon mehrfach gebaggert wurde. Auch Fabio Di Giannantonio könnte für Rivola und Co. nochmal interessant werden.

Ihr seht also: Es bleibt auch nach den Wechseln von Fabio Quartararo und Jorge Martin hochspannend auf dem MotoGP-Transfermarkt. Wenn ihr keine der nächsten Entwicklungen verpassen wollt, dann abonniert unbedingt unseren neuen WhatsApp-Kanal. Hier bleibt ihr immer auf dem Laufenden: