Drei Grand-Prix-Siege, zwei Sprinterfolge und drei Pole Positions. Aprilia beendete die MotoGP-Saison 2025 in Topform und will im kommenden Jahr deshalb nach den Sternen greifen. Der Angriff auf die Weltmeisterschaft 2026 ist das erklärte Ziel. Gleichzeitig wird in Noale aber auch schon an 2027 gedacht. Welche Piloten werden Aprilia dann in die neue MotoGP-Ära führen? Die Verträge mit Marco Bezzecchi und Jorge Martin laufen beide Ende 2026 aus - und eine Verlängerung genießt aktuell nur mit einem der beiden Fahrer Priorität.
Um wen es sich dabei handelt? Nach den Entwicklungen der letzten Monate kann es natürlich nur eine Antwort geben. "Marco hat in dieser Saison den Unterschied gemacht. Ich hatte erwartet, dass er schnell sein würde. Aber ich wusste nicht, dass er auch ein solch großartiger Arbeiter und Teamplayer ist. Diese beiden Komponenten waren der Schlüssel für unsere Verbesserungen während der Saison", streute Racing-CEO Massimo Rivola nach dem Saisonfinale in Valencia Rosen und lobte seinen Schützling: "Er hat sich wahnsinnig gut entwickelt. Er hängt sich voll rein und die Ergebnisse sprechen für sich."
Aprilia-Boss kündigt an: Werden alles tun, um Marco Bezzecchi zu halten
Als erster Aprilia-Fahrer überhaupt in der MotoGP-Geschichte sicherte sich Bezzecchi am Jahresende einen Platz in den Top-Drei der Weltmeisterschaft, zudem holte er als erster Aprilia-Pilot zwei Pole Positions und zwei Grand-Prix-Siege in Folge. Kein Wunder also, dass Rivola schon jetzt wissen ließ: "Marco hat es sich verdient, von Aprilia als Priorität angesehen zu werden. Wir werden alles versuchen, um Marco bei uns zu behalten. Wenn es nicht klappt, dann nur wegen etwas, das ich nicht kontrollieren kann."
Bezzecchi selbst äußerte sich bis zuletzt noch nicht über mögliche Zukunftspläne. Grundsätzlich scheint sich der Mann aus Rimini beim italienischen Hersteller aber sehr, sehr wohl zu fühlen. Nach seinem Sieg beim Saisonfinale in Valencia machte er seiner RS-GP sogar einen Antrag, nachdem er sie in einer Wette mit Rivola gewonnen hatte. "Aprilia Racing und Marco geben zusammen ein ziemlich gutes Pärchen ab", fand auch der Racing-CEO und meinte daher: "Es wäre sehr schade, das nicht weiter fortzuführen."

Hält Aprilia auch Jorge Martin über 2026 hinaus? Rivola: Wir haben da keine Eile…
Passiert nichts unerwartetes, scheint ein Platz auf dem MotoGP-Fahrermarkt für 2027 also schon vergeben. Doch wer wird Bezzecchis Teamkollege? Hier gibt es deutlich mehr Spielraum für Interpretation. Nach einer Verlängerung mit Martin befragt, erklärte Rivola deutlich zurückhaltender: "Geben wir Jorge erstmal seine Zeit. Er muss Vertrauen in sich selbst, in seinen Körper, sein Team und sein Motorrad aufbauen. Wir sind da in keiner Eile. Der Fahrermarkt wird 2026 ziemlich verrückt werden, denke ich. Feiern wir erstmal die gute Saison, die wir hatten. Für Jorge geht es jetzt vor allem darum, mit drei richtig guten Testtagen in Sepang in die neue Saison zu starten."
Überzeugung klingt wahrlich anders, aber Rivolas Skepsis lässt sich auch durchaus nachvollziehen. Martin kam 2025 als vermeintlicher Starfahrer nach Noale, hat seine fürstliche Bezahlung bislang aber noch nicht rechtfertigen können. Das liegt natürlich allen voran an zahlreichen Verletzungen, aber der Vertragsstreit aus dem Frühsommer ist sicherlich auch noch nicht vergessen. Martin muss 2026 nun erstmal beweisen, dass er das Niveau von Bezzecchi überhaupt erreichen kann und falls nicht, hätte Aprilia zahlreiche Alternativen. Denn nicht nur Martins Vertrag läuft Ende 2026 aus, sondern etwa auch jene von Fabio Quartararo, Francesco Bagnaia oder Pedro Acosta. Alle drei könnten 2027 zu haben sein. Ebenso weitere Italiener wie Fabio Di Giannantonio oder Enea Bastianini.
Anders als im Sommer 2024 sitzt diesmal also nicht Martin, sondern Aprilia am längeren Hebel. Das Motorrad ist gut genug, um auch andere Topfahrer anzuziehen. Deswegen von einer Trennung auszugehen, wäre aber auch zu kurz gedacht. Das Vertrauen in den 'Martinator' ist vielmehr ungebrochen. "Jorge war derjenige, der Aprilia an die Spitze führen sollte. Jetzt will ich fast sagen, dass wir das auch ohne ihn geschafft haben. Das heißt, dass wir mit ihm sogar noch besser sein können", unterstrich Rivola und wollte eine Vertragsverlängerung mit dem 27-Jährigen aus Madrid daher keinesfalls ausschließen: "Wir wissen, wie viel Potenzial und Pace in Jorge und unserem Motorrad schlummern."

Welche beiden Fahrer würdet ihr euch an Stelle von Massimo Rivola für 2027 schnappen? Verlängerung mit Marco Bezzecchi und Jorge Martin, oder doch mindestens ein Neuzugang? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!



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