Das Kalenderjahr 2026 ist noch keinen Monat alt, da geht der Blick schon Richtung 2027. Auf die MotoGP wartet die vielleicht spektakulärste 'Silly Season' ihrer Geschichte, da erst drei der 22 Plätze für die nächstjährige Saison vergeben und noch alle Spitzenfahrer der letzten Jahre zu haben sind. Darunter auch Pedro Acosta, der seit Wochen schon im Zentrum der Gerüchte auf dem MotoGP-Fahrermarkt steht.
MotoGP-Gerücht: Pedro Acosta verlässt KTM, Maverick Vinales als Nachfolger?
Bereits im Dezember wollten spanische Journalisten erfahren haben, dass der 21-Jährige aus Mazarron schon einen Vertrag für 2027 unterschrieben hätte. Nur wo, das konnten sie nicht in Erfahrung bringen. Vielleicht ja eine Vertragsverlängerung bei KTM? Das widerlegte Mela Chercoles von der Tageszeitung 'AS' am Montagmittag in der nächsten Gerüchtewelle. Seinen Informationen zufolge sei Acostas Abgang inzwischen abzusehen, ein Wechsel zu Ducati (Werksteam oder VR46) oder Honda stehe ins Haus. Und mehr noch: KTM solle sich bereits damit abgefunden und auf Maverick Vinales als Nachfolger der Nummer 37 festgelegt haben.
Alles nur eine Märchengeschichte oder vielleicht doch die Wahrheit? Am Dienstag im Rahmen der KTM-Teampräsentation für die Saison 2026 auf die Gerüchte um seine Person angesprochen, hielt sich Acosta jedenfalls bedeckt. "Ich habe momentan schon genug andere Probleme. Ich muss erstmal schauen, was in Malaysia [Sepang-Test, Anm.] passiert", erklärte er und meinte nur: "Wir haben erst 2026. Ich will jetzt gute Ergebnisse erzielen und da weitermachen, wo wir 2025 aufgehört haben. Außerdem ist heute nicht der Tag, um darüber zu sprechen. Heute ist die KTM-Präsentation. Fokussieren wir uns auf 2026, denn 2027 ist sowieso ein Fragezeichen für uns alle."
KTM-Verbleib noch möglich? Pedro Acosta bezieht Stellung
Ein klares Wechsel-Dementi bzw. ein klares Bekenntnis zu KTM hören sich gewiss anders an. Und doch scheint die Entscheidung noch nicht final gefallen zu sein. Ob KTM noch Zeit habe, ihn von einem Verbleib zu überzeugen? "Ich bin nicht in Eile", kommentierte Acosta und öffnete seinem aktuellen Arbeitgeber zumindest öffentlich die Tür für einen Verbleib: "Ich habe gesehen, wie hart sie diesen Winter gearbeitet haben. Viel härter, als ich gedacht hätte. Ich denke, ich bin [letztes Jahr, Anm.] hart mit ihnen ins Gericht gegangen und habe deutlich gemacht, was ich wollte. Und die Wahrheit ist, dass sie viel härter gearbeitet haben als in der letzten Winterpause."
Nach der schwierigen Saison 2025, die für KTM und Acosta abermals ohne Rennsieg endete, scheinen die Österreicher also nochmal alle Kräfte gesammelt zu haben, um ihrem Goldjungen endlich ein siegfähiges Paket zusammenzustellen. "Letztes Jahr haben wir praktisch bis zur Saisonmitte nichts Neues bekommen. Dieses Jahr sehe ich einen großen Schritt. Ich sehe ein komplett neues Motorrad und das macht mich zuversichtlich. Außerdem ist die grundsätzliche Stimmung in der Garage viel besser als letztes Jahr. Das kannst du in den Gesichtern sehen. Alle sind ruhiger und optimistischer", erkannte auch Acosta selbst während eines Besuchs der Fabriken in Mattighofen und Munderfing über den Winter und unterstrich erneut: "Ich bin wirklich beeindruckt."

Noch nicht genug gezeigt! Pit Beirer nimmt KTM in die Pflicht
Doch reicht dieses Engagement allein, um den zweimaligen Weltmeister über 2026 hinaus auf der RC16 zu halten? Sofern die Entscheidung nicht ohnehin schon gefallen ist, wird es speziell zu Beginn der anstehenden Saison auch entsprechende Resultate auf der Strecke brauchen. "Wir wissen nicht, wie viel die anderen Hersteller über den Winter gearbeitet haben. Wir wissen nicht, wer derjenige sein wird, den es zu schlagen gilt. Das werden wir jetzt herausfinden", gab Acosta mit Blick auf den bevorstehenden Sepang-Test (3. bis 5. Februar) an. Es dürften drei Tage mit Endspiel-Charakter für KTM werden.
Das weiß auch Pit Beirer, der die Hoffnung auf einen Acosta-Verbleib im orangenen Lager noch nicht aufgegeben hat. "Ich glaube, dass das letzte Jahr ihm Vertrauen gegeben hat. Aber es ist natürlich kein Geheimnis, dass er von uns erwartet, dass wir noch weitere Schritte machen", stellte KTMs Motorsportchef klar. "Wir haben noch nicht genug getan, um ihn von einem Verbleib zu überzeugen. Wir haben einen klaren Plan, wie wir die Saison und den Sepang-Test angehen wollen und speziell in Sepang müssen wir jetzt zeigen, dass wir unsere Versprechen auch einhalten, die wir ihm Winter gemacht haben. Ich bin aber überzeugt, dass wir einen guten Sepang-Test haben werden. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, jetzt brauchen wir ein paar gute Rundenzeiten. Das ist wichtig für das Gefühl der Fahrer, damit sie sehen, dass wir ihre Probleme gelöst haben. Und ich glaube schon, dass wir dann noch eine Chance haben, mit Pedro über eine gemeinsame Zukunft zu sprechen."
KTM bestätigt: Maverick Vinales eine echte Option
Teammanager Aki Ajo stimmt zu: "Der Fahrermarkt fängt gerade erst an, sich zu bewegen. Es wird gesprochen und gedacht. Aber der Moment, in dem unsere Fahrer eine Entscheidung treffen müssen, ist noch nicht gekommen." Der Finne hofft also ebenfalls noch auf eine Verlängerung der Partnerschaft mit Acosta. Gleichzeitig bestätigte er aber auch, dass Vinales eine Alternative für das Werksteam sei - sowohl als Nachfolger von Acosta, aber auch als künftiger Teamkollege. "Absolut", kommentierte er.

Und zumindest im Falle von 'Top Gun' scheint KTM auch sehr gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung zu haben. Wie Orange seine Zukunft aussehe? Vinales antwortete vielsagend: "Ob sie Orange ist oder nicht? Das ist nicht unwahrscheinlich und das gefällt mir. Letztlich kommt es aber immer auf die Ergebnisse an. Ich muss liefern und Gas geben. Ich will eine Referenz in unserem Werk sein, das ist das Wichtigste. Es wird dieses Jahr viele gute Möglichkeiten geben und viele könnten wechseln. Wir müssen also auf alles vorbereitet sein. Ich will abliefern und KTM anführen. Denn was ich diesen Winter gesehen habe, dieses Verlangen, diesen Hunger nach mehr in der Fabrik, das motiviert mich, 105 Prozent zu geben." Eine Deadline gebe es aber nicht: "Ich bin auf 2026 fokussiert und denke von Rennen zu Rennen. Ich will 22 Wochenenden wie in Austin [2024, Anm.] abliefern, das ist das Ziel."
Ebenfalls angreifen wollte 2026 eigentlich Gresini-Youngster Fermin Aldeguer. Dem Spanier droht nun aber ein Stotterstart in die neue Saison, denn den Sepang-Test verpasst er verletzt. Wie es danach weitergeht? Das erfahrt ihr hier:



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