Woche drei der MotoGP-Launch-Season 2026 läuft und am Dienstag brachte sie gleich zwei Team-Präsentationen auf einen Schlag mit sich. Im Rahmen eines kurzen Videoclips zeigten sich am Vormittag der österreichische Motorradbauer KTM und dessen Kundenteam Tech3, die auch in der neuen Saison wieder gemeinsame Sache machen werden.

Das alte GasGas-Branding des Tech3-Teams, welches 2023 und 2024 zum Einsatz gekommen war, hatte die Pierer Mobility Group Ende 2024 im Zuge wichtiger Sparmaßnahmen schließlich beendet. Im Vorjahr trat das französische Kundenteam dann erstmals in (fast) identischen Farben wie das KTM-Werksteam an und daran ändert sich auch 2026 unter der neuen Tech3-Führung um F1-Kultfigur Günther Steiner nichts. Alle vier KTM-Piloten gehen in der anstehenden Saison wieder im altbekannten Orange an den Start, welches sich seit dem MotoGP-Einstieg zur Saison 2017 etabliert hat.

KTM kämpft um Verbleib von Pedro Acosta: Siegfähiges MotoGP-Bike muss her!

Gleiche Lackierung also, aber ein verbessertes Motorrad? Das ist nun die Frage, die sich alle KTM-Fans gerade stellen dürften. 2025 verlief unter dem Strich schließlich enttäuschend, es sprang bereits zum dritten Mal in Folge kein Grand-Prix-Sieg heraus. Starpilot Pedro Acosta machte seinen Frust darüber mehrfach deutlich und 2026 will er nun (endlich) Fortschritte sehen.

Wo KTM mit dem neuen Motorrad steht, könnte sich bereits in den kommenden Tagen zeigen. Vom 29. bis 31. Januar findet am Sepang International Circuit der Shakedown statt, ehe es vom 3. bis 5. Februar an gleicher Stelle mit dem Sepang-Test weitergeht. Acosta wird sicher genau hinschauen, denn ihm steht eine wichtige Entscheidung bezüglich seiner Zukunft ins Haus: Verlängert er nochmal bei KTM oder sucht er sich beginnend mit der Saison 2027 eine neue Herausforderung? KTM wird auf Ersteres hoffen, doch dazu braucht es 2026 zweifelsfrei ein siegfähiges Motorrad - falls es nicht ohnehin schon zu spät ist. In Spanien mehren sich aktuell die Berichte, wonach Acostas Abgang zu Ducati oder Honda bereits beschlossene Sache sei.

KTMs Sorgenkinder: Wie schlagen sich Vinales, Binder und Bastianini?

Sollte Acosta tatsächlich gehen, stünde der Nachfolger intern allerdings wohl schon parat: Es soll Maverick Vinales sein. Der 31-Jährige aus Figueres beeindruckte zu Beginn der letzten Saison mit starken Leistungen, ehe eine schwere Schulterverletzung am Sachsenring sein MotoGP-Jahr 2025 quasi vorzeitig beendete. Jetzt wieder vollständig fit und mit der Unterstützung von MotoGP-Legende Jorge Lorenzo im Gepäck soll es 2026 hoch hinaus gehen. Wohin die Reise für 'Top Gun' im neuen Jahr gehen könnte, haben wir in diesem Video diskutiert:

KTM, Vinales & Lorenzo: Neue MotoGP-Supermacht? (28:47 Min.)

Erstmal keinen Gedanken an die vordersten Plätze verschwenden dürften derweil die zwei anderen KTM-Piloten Brad Binder und Enea Bastianini. Beide enttäuschten im Vorjahr über weite Strecken, landeten nur auf den WM-Rängen 11 und 14. Während Binder speziell seine Qualifying-Schwäche mit der letztjährigen RC16 nie in den Griff bekam, schien Bastianini beginnend mit dem Rennwochenende in Tschechien eigentlich den Durchbruch geschafft zu haben. In Barcelona fuhr er sogar auf das Podium, rutschte danach aber wieder in die Krise. Vielleicht auch, weil ihn Crewchief Alberto Giribuola damals mitten in der Saison gen Yamaha verließ.

2026 stehen nun beide unter Druck, müssen sie sich mit verbesserten Leistungen doch für einen Verbleib bei KTM respektive in der MotoGP empfehlen. Damit das klappt, haben beide Fahrer einen neuen Crewchief an ihre Seite bekommen. Binder arbeitet künftig mit dem langjährigen Toprak-Razgatlioglu-Partner Phil Marron zusammen und Bastianini mit Binders vormaligem Crewchief Andres Madrid. Ob diese Änderungen Wirkung zeigen werden, wird sich vielleicht schon kommende Woche in Sepang zeigen.

Nicht im Sepang-Test mitmischen wird derweil Fermin Aldeguer. Der Gresini-Youngster muss verletzt aussetzen. Mehr dazu hier: