Die turbulente Karriere von Andrea Iannone wird 2026 um ein Kapitel reicher. Bis 2019 war der Italiener ja durchaus erfolgreich in der MotoGP unterwegs, holte dort einen Sieg und insgesamt elf Podiumsplatzierungen. Doch dann folgte eine Dopingsperre, die Iannones Karriere erst einmal für vier Jahre auf Eis legte.
Andrea Iannone verliert WSBK-Platz bei GoEleven
Im reifen Rennfahreralter von 34 Jahren kehrte 'The Maniac' 2024 nach Ende seiner Sperre zurück. Er ergatterte, auch aufgrund einer beträchtlichen finanziellen Mitgift, einen Platz im Ducati-Kundenteam GoEleven in der Superbike-WM. Iannone holte in zwei Jahren die Gesamtränge acht und neun - dennoch musste er seinen Platz im Rennstall mit Ende 2025 räumen und für Lorenzo Baldassarri Platz machen.

Das wurde bereits Mitte Mai bekannt. Iannone versuchte anschließend andernorts unterzukommen, fing sich aber einen Korb nach dem anderen ein. Als Ende November die Starterliste für die Saison 2026 veröffentlich wurde, war die Überraschung dementsprechend groß, dass Andrea Iannone dort doch aufschien. Er hatte seine Meldung zusammen mit dem frisch gegründeten Cainam Racing Team abgegeben.
In Eigenregie: Andrea Iannone muss bezahlen
Cainam war dabei nichts anderes als Iannones Spitzname 'Maniac' rückwärts gelesen. Und der Teamname ist sinnbildlich: Denn der Mann mit der Startnummer 29 wird für seine Rennsportaktivitäten 2026 in die eigene Tasche greifen müssen. Ob er das volle Budget - eine komplette Saison in der Superbike-WM als Ein-Mann-Team kostet rund 1,5 Millionen Euro - stemmen kann oder will, wird von vielen Insidern jedoch bezweifelt.
Wie unsere italienischen Kollegen von 'GPOne' berichten, wird Iannone zumindest am Saisonauftakt von 20. bis 22. Februar auf Phillip Island auch nicht teilnehmen. Ob dies finanzielle oder andere Gründe hat, ist nicht bekannt. Denn auch logistisch bestritt Iannone in den vergangenen Monaten einen Wettlauf gegen die Zeit. Eine Materialbestellung hätte bei Ducati eigentlich im Juli eingehen müssen, jene von Iannone kam Monate später. Welches Paket man ihm in Borgo Panigale nun noch schnüren kann, weiß niemand.
Verspäteter Superbike-Auftakt für Andrea Iannone?
Völlig gelaufen ist die Saison 2026 für Iannone damit aber noch nicht zwangsläufig. Denkbar ist etwa, dass er beim Europaauftakt Ende März in Portimao einsteigt und dann die restlichen Rennwochenenden auf dem WSBK-Kernkontinent bestreitet. Doch auch ein anderer Ausweg für Iannone ist denkbar - und dieser würde ihn sogar ins MotoGP-Paddock zurückführen. Im 2026 erstmals ausgetragenen 'Harley-Davidson Bagger World Cup' könnte er für das Cecchini Racing Team, das als einer der ersten Rennställe seine Teilnahme an der neuen Rahmenserie bestätigte, an den Start gehen. Eine Entscheidung über die Zukunft des 'Maniac' wird in den kommenden Wochen fallen müssen. Im schlimmsten Fall droht Iannone im Alter von 36 Jahren das Karriereende.
Zumindest eine Zwangspause droht seit Kurzem Jorge Martin, der wohl erneut verletzungsbedingt ausfallen und den Sepang-Test verpassen wird. Was hinter dem jüngsten Rückschlag steckt, erfahrt ihr hier:



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