Die MotoGP-Saison 2026 läuft gerade erst an, doch zeitgleich geht der Blick vielerorts auch schon auf 2027. Dann erlebt die Königsklasse nämlich den wohl größten Regel-Reset ihrer Geschichte. Die Arbeiten dafür laufen im Hintergrund längst auf Hochtouren. KTM schickte bereits Anfang Dezember ein Motorrad mit dem neuen 850ccm-Motor auf die Strecke, Honda legte kurz vor Weihnachten ebenfalls nach - und auch bei Aprilia scheint alles nach Plan zu verlaufen.
Aprilias Technikdirektor verrät: 2027er-Bike soll im Frühling debütieren
Bei der Teampräsentation in Mailand danach befragt, wie man in Noale damit umgehe, gleichzeitig Motorräder für die Saisonen 2026 und 2027 entwickeln zu müssen, antwortete Technikdirektor Fabiano Sterlacchini zunächst vielsagend: "Eine Herausforderung ist das richtige Wort, weil das wirklich eine Herausforderung ist." Allerdings keine, für die man sich bei Aprilia nicht gerüstet sieht. "Wir sind vorbereitet", unterstreicht Sterlacchini und verrät: "Unser Motor läuft bereits, er wird gerade auf Langlebigkeit und alles geprüft. Wir planen, dass der erste Prototyp im Frühling auf die Strecke gehen wird."
Ob Aprilia dann auch der erste Hersteller überhaupt sein wird, der ein vollständiges 2027er-Motorrad ausschickt, wird die Zukunft zeigen. Informationen von 'GPOne.com' zufolge soll beispielsweise auch Ducati spätestens im April mit einem ersten Prototypen auf die Strecke gehen wollen. Aber die grundsätzliche Entwicklungsarbeit verläuft in Noale jedenfalls wie geschmiert. "Unser erster Prototyp ist sogar schon fertig und wurde hausintern auch schon getestet. Wir sind ziemlich optimistisch", offenbart Sterlacchini eine breite Brust.
Massimo Rivola warnt MotoGP-Konkurrenz: Werden auch 2027 sehr schnell sein!
Ähnlich gutgelaunt präsentierte sich auch Aprilias Racing-CEO Massimo Rivola. Der ehemalige Ferrari-Mann lässt wissen: "Ich erwarte, dass wir [2027, Anm.] ein schnelles Motorrad haben werden. Wir haben hier ein Unternehmen aufgebaut, das sehr effizient arbeitet und ziemlich schnell Performance vom Labor auf die Strecke bringen kann. Und wenn ich mir die Zahlen anschaue, die zum Beispiel unsere Motorentests liefern, dann fühle ich mich in der Annahme bestätigt, dass wir 2027 erneut ein schnelles Motorrad haben werden."
Wie die Zahlen genau aussehen? "Durch den Wechsel zum 850er verlieren wir 15 bis 20 Prozent der Motorenleistung, verglichen mit den aktuellen 1.000er-Motoren. Da sprechen wir also von etwa 45 Pferdestärken", gibt Sterlacchini zu verstehen. Ein deutlicher PS-Verlust also, aber das soll kein Grund zur Sorge sein: "Der Hubraum wurde reduziert, aber das Level, dass wir jetzt erreicht haben, ist schon viel höher als jenes zu Beginn der 1.000er-Ära." Rivola hält daher abschließend fest: "Ich sehe keinen Grund, warum unser 27er-Bike nicht konkurrenzfähig sein sollte. Das große Fragezeichen ist wahrscheinlich nicht das Motorrad oder unser Motor, sondern die Reifen. Das wird die große Herausforderung sein." Mit Pirelli kommt 2027 schließlich auch ein neuer Einheitslieferant an Bord. Hier erkannten auch schon andere Teamverantwortliche der MotoGP den wahren Problemherd für 2027:
Was denkt ihr: Wird Aprilia auch 2027 wieder zu den besten Herstellern in der MotoGP zählen? Oder ist man hier zu optimistisch unterwegs? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!
Überhaupt nicht nach Plan scheint derweil die Saisonvorbereitung von Jorge Martin zu verlaufen. Der Spanier musste sich zwei weiteren Operationen unterziehen und droht nun den Sepang-Test zu verpassen. Alle Infos dazu gibt's hier:



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