Der MotoGP steht zur Saison 2027 ein großer Umbruch bevor. Weniger Aerodynamik, kleinere Motoren oder auch Verbot der Ride-Height-Devices aller Art stehen ins Haus. Doch eine Änderung könnte womöglich die wichtigste von allen sein. Ein Teamchef warnt davor mit drastischer Wortwahl.
Aprilias MotoGP-Boss: Die Reifen haben wir als einziges nicht in eigener Hand
"Es wird sich alles ändern. Die meisten Sorgen machen uns die Reifen. Sie sind das Einzige, was wir zu Beginn nicht in eigener Hand haben werden", meint Aprilias Geschäftsführer Massimo Rivola. Michelin wird nach über zehn Saisons abgelöst, es übernehmen Rivolas italienische Landsleute von Pirelli.
"Es wird für alle anders werden", ist sich auch Honda-Teamchef Alberto Puig sicher. Für ihn wurde der scheidende Reifenhersteller im Nachhinein etwas zu hart angegangen: "Wir sind nun viele Jahre mit Michelin Rennen gefahren. Ich kann mich erinnern, dass es zu Beginn nicht einfach war, aber am Ende haben sie einen wirklich guten und konkurrenzfähigen Reifen an den Start gebracht."
Neues MotoGP-Motorrad kann noch so gut sein, wenn du die Pirellis nicht verstehst…
Doch nun steht erneut ein solcher Beginn an, der auch mit Michelin holprig war. Der Spanier erwartet sich klaren Einfluss auf die Hackordnung der Königsklasse: "Jetzt werden alle ihre eigene Maschine, ein neues Motorrad mit neuem Motor, bauen. Aber ich glaube, dass die Jungs, die am schnellsten den Reifen verstehen und sich daran anpassen werden, schnell einen Vorteil haben werden. Das wird nicht einfach." Wie weit der Faktor Gummi geht? So wie man Puig kennt, spart er nicht an harten Worten: "Der Reifen in der MotoGP-Klasse ist enorm wichtig. Selbst wenn du ein sehr gutes Motorrad baust, aber die Reifen nicht verstehst, dann bist du trotzdem gefickt."

Das will natürlich weder Honda noch einer der anderen Hersteller sein. Bei Ducati zählen die Kundenteams auf Zusammenarbeit untereinander. "Für uns ist der neue Reifenlieferant ein großes Fragezeichen. Wenn du von Null anfängst, dann musst du mit deinen Ingenieuren und denen des Herstellers die richtigen Entscheidungen treffen können. Das wird eine große Herausforderung", meint Michele Masini von Gresini. VR46-Teammanager Pablo Nieto stimmt ein: "Da wird es wichtig sein, dass die Teams - Ducati, Gresini und wir - daran zusammenarbeiten." Keine Frage: Pirelli wird ab 2027 im Fokus stehen.
Und was sagt Pirelli zu ihrem MotoGP-Abenteuer ab 2027? In unserer kommenden Print-Magazin Ausgabe Nr. 104 haben wir Motorradsportchef Giorgio Barbier dazu im Exklusiv-Interview befragt. Hier könnt ihr das Motorsport Magazin bestellen.



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