Francesco Bagnaia ist zweifacher MotoGP-Weltmeister und kämpfte 2024 um seinen dritten Titel. Doch es gab eine Zeit, da erschien all dies komplett illusorisch für ihn. Der Turiner war kurz davor, hinzuschmeißen. Erst ein Treffen mit einer bekannten Person aus dem Paddock läutete die Wende ein.
Aufstieg in die Motorrad-WM die 'schlechteste' Entscheidung
Im offiziellen MotoGP-Podcast 'Last on the Brakes' blickte 'Pecco' zurück auf die schwerste Zeit seiner Karriere. "Ich erinnere mich, dass es 2012 zu einem entscheidenden Moment kam. Ich hatte die Idee, ein weiteres Jahr in der spanischen Meisterschaft zu fahren, weil ich nicht ohne ein gutes Team und ein gutes Motorrad in die Weltmeisterschaft gehen wollte. Das wäre nicht der richtige Weg gewesen", gab er seine eigenen Pläne für die Saison 2013 preis.
Doch es kam anders. "Aber Emilio [Alzamora], die Dorna und der italienische Verband machten viel Druck, einen italienischen Fahrer in einem italienischen Team zu haben. Also gingen wir [2013] in die Weltmeisterschaft mit dem Team Italia. Das war die schlechteste Entscheidung überhaupt", nahm der Italiener kein Blatt vor den Mund.
Kein einziger Punkt: Francesco Bagnaia kurz vorm Aufhören
Nicht einen Punkt holte der damals 16-Jährige in seiner Moto3-Rookie-Saison. Mit dem Team Italia geht er auch heute noch hart ins Gericht: "Mir hat nichts gefallen. Eine Person in diesem Team sprang nicht gerade freundlich mit mir um. Ich konnte nichts genießen. Eigentlich lernte ich nur die Strecken kennen, aber es machte keinen Spaß. Es war nutzlos, dort zu sein." Wer genau ihn schlecht behandelte, ließ er allerdings offen.

Kein Wunder also, dass er ans Aufgeben dachte. "Da war ich manchmal sehr nah dran, zu sagen: 'Das ist nicht meine Berufung, das ist nicht meine Welt.' Wenn es dir nicht gefällt, dann wird es nur noch langweilig. Du bist nicht glücklich. Das war eine sehr schwierige Situation", gab der heutige Ducati-Star zu.
Mehr als nur ein guter Rat: Die Wende im Jahr 2013
Doch dazu kam es bekanntlich nicht. Maßgeblichen Anteil daran hatte ein Mann, der ihm seinen späteren großen Förderer vermittelte. Bagnaia berichtete vom Beginn der Wende: "Zur Mitte der Saison 2013 waren wir in Brünn. Da traf ich Uccio [Salucci], Valentinos [Rossi] Freund. Er meinte einfach zu mir: 'Du musst mehr lächeln. Du musst das genießen. Okay, die Resultate sind nicht da, aber du musst es trotzdem versuchen. Du hast deine Leidenschaft zum Beruf gemacht.' Das hat mir geholfen, die Lage aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, obwohl die Resultate sich nicht verbesserten."
Doch es blieb nicht einfach nur bei ein paar netten Worten Saluccis. Vielmehr wurde damals Großes in die Wege geleitet. "In Australien begannen sie, mit meinem Vater über die Academy zu sprechen. Das gab mir viel mehr Motivation, weiterzumachen. Dann haben wir den Vertrag mit der Academy im November 2013 unterschrieben", erinnert sich das heute erfolgreichste Mitglied der VR46-Academy.

Valentino Rossi ebnet Francesco Bagnaia den Weg
Mit ihm, Franco Morbidelli, Marco Bezzecchi und Luca Marini fahren heute gleich vier Fahrer aus dem Nachwuchsprojekt Valentino Rossis in der Königklasse. 2013 steckte das Unterfangen aber noch in den Kinderschuhen. Doch allein die Präsenz des großen Meisters entfachte das Feuer in Bagnaia: "Ich erinnere mich genau daran, als ich das erste Mal Valentino traf. Er war für uns alle das Idol. Ich kam in dieses Restaurant in Pesaro. Die Stadt, in der ich heute lebe. Ich aß dort mit meinen Eltern, Uccio und Albi [Tebaldi], der damals der Leiter der Academy war. Dann kam Valentino mit Carlo [Casabianca], der unser Trainer ist. Ich war sehr nervös, mein Idol zu treffen. Als ich ihm die Hand schütteln durfte, war das magisch für mich."

Bis zu den heutigen Erfolgen musste Bagnaia aber noch einen langen Weg gehen. Mit dem VR46-Team wurden die Ergebnisse 2014 zwar besser, doch nach einem Wechsel zu Mahindra waren letztlich nicht mehr als zwei Siege in seiner Moto3-Karriere drin. Erst als er in der Moto2 wieder mit Rossis Team vereint war, zeigte sich der Weg eines künftigen Stars der MotoGP auf. 2018 gewann er den Titel mit satten acht Saisonsiegen. Von da an wurde Ducati auf ihn aufmerksam, doch den Weg dazu hatten Uccio Salucci und Valentino Rossi geebnet.
2025 muss sich Bagnaia trotz seiner Erfolge der letzten Jahre nun mit Marc Marquez im Ducati-Werksteam messen. Förderer Rossi kann das überhaupt nicht nachvollziehen:



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