Rund sieben Wochen befindet sich die MotoGP noch in der Winterpause, ehe das Kalenderjahr 2026 mit dem Shakedown (29. bis 31. Januar) und den ersten offiziellen Testfahrten in Sepang (3. bis 5. Februar) eingeläutet wird. Nach dem ersten Schaulaufen in Malaysia geht es dann planmäßig weiter ins benachbarte Thailand, wo Ende Februar ein weiterer, zweitägiger Test und direkt im Anschluss der erste Grand Prix der neuen Saison stattfinden sollen. Ob das wirklich umsetzbar ist, steht Anfang Dezember aber in den Sternen.

Grenzkampf zwischen Thailand und Kambodscha tobt wieder

Am Montag ist auf dem asiatischen Kontinent nämlich ein Grenzkampf zwischen Thailand und Nachbarstaat Kambodscha aufs Neue entbrannt. Dieser tobt grundsätzlich bereits seit Kambodschas Unabhängigkeitserklärung von Frankreich im Jahr 1953 und betrifft die Region im äußersten Osten Thailands um die Provinzen Si Sa Ket/Oddar Meanchey und Ubon Ratchathani/Preah Vihar. Zuletzt hatte es aber einen temporären Waffenstillstand gegeben, nachdem im vergangenen Juli letztmals gekämpft wurde.

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Nachdem am 10. November ein thailändischer Soldat in der umstrittenen Grenzregion auf eine Landmine getreten war und sich dabei schwer verletzt hatte, hatten die Spannungen zuletzt jedoch wieder zugenommen. Thailand behauptete, dass Kambodscha eine neue Ladung Landminen ausgelegt hätte und damit für den Vorfall verantwortlich sei. Kamboschda wiederum bestritt das vehement. Und so brach der Grenzkampf am Montag aufs Neue aus, nachdem Thailand als Reaktion auf die vermeintliche Attacke Kambodschas mit Luftangriffen zurückschlug.

MotoGP-Strecke in Buriram wird erneut Flüchtlingszentrum

Was die MotoGP nun mit all dem zu tun hat? Ganz einfach: Wie schon im Juli wird der Chang International Circuit, der sich rund 100 Kilometer entfernt von der betroffenen Grenzregion befindet, von der thailändischen Regierung nun als Flüchtlingszentrum verwendet. Laut Informationen des lokalen Mediums 'The Nation' sollen am Montag knapp 15.000 Menschen auf dem Rennstreckengelände bei Buriram Unterschlupf gefunden haben.

Wann sie in ihre Häuser in der Grenzregion zurückkehren können, lässt sich aktuell nicht abschätzen. Der letzte Grenzkampf im Juli dauerte nur vier Tage, ehe ein Waffenstillstand ausgehandelt werden konnte. Ob das diesmal auch wieder möglich ist, ist aber unklar. Da noch rund zweieinhalb Monate bis zum Buriram-Test (21. bis 22. Februar) und dem Thailand-GP (27. Februar bis 1. März) verbleiben, muss man sich aktuell wohl noch keine Sorgen um den Saisonstart 2026 machen. Liberty Media und Dorna Sports werden die Entwicklungen in Buriram aber sicherlich genaustens verfolgen, denn selbst im Falle eines neuen Waffenstillstands in den kommenden Tagen oder Wochen ist ein erneutes Ausbrechen des Grenzkampfes natürlich nie vollständig auszuschließen, solange kein Friedensabkommen geschlossen und der Krieg damit ein für alle Mal beendet wird.

Das einzig Gute: Um die generelle Zukunft des Thailand-Grand-Prix müssen sich MotoGP-Fans aktuell keine Sorgen mehr machen. Nachdem es vor einigen Monaten noch danach ausgesehen hatte, dass der Zuschauermagnet zugunsten eines Formel-1-Rennens in Bangkok ab 2027 aus dem Rennkalender fallen würde, konnte vor Kurzem doch eine Vertragsverlängerung ausgehandelt werden. Buriram und der Chang International Circuit bleiben somit mindestens bis 2031 Teil der Motorrad-WM.

Wie lange die restlichen Rennstrecken noch Teil des MotoGP-Rennkalenders sind und welche 2026 womöglich zum letzten Mal einen Grand Prix austragen, sofern ihr Vertrag nicht mehr verlängert wird, könnt ihr in unserer Übersicht nachlesen: