Fahrerweltmeister, Teamweltmeister und der Konstrukteurstitel: Ducati hat der MotoGP auch 2025 den roten Stempel fest aufgedrückt. Trotz dieser Dominanz gibt es aber durchaus Grund zur Sorge für die kommende Saison. Sowohl in Sachen Fahrer als auch bei seinen Motorrädern ist Mastermind Gigi Dall'Igna gewarnt.
Marc Marquez verletzt: Ducatis Entwicklungsplan beeinträchtig
Im Interview mit 'Motogp.com' sprach der Italiener über die Herausforderungen, die Ducati bevorstehen werden. Einer schien bisher über allem zu schweben: Marc Marquez. Der Ausnahmefahrer verletzte sich jedoch in Indonesien und musste nach der Fixierung seines Titels für die letzten vier Grands Prix 2025 passen. "Er hatte wirklich Pech, das war nicht seine Schuld. Aber manchmal kann das passieren und er wusste, dass er es akzeptieren musste. Er musste dem vernünftigen Weg folgen", stimmte der Chef seinem Fahrer zu, dass dieser eine Rückkehr zu den finalen Saisonrennen nicht mehr erzwingen wollte, wie er es in der Vergangenheit vielleicht noch gewagt hätte.
Der Unfall bedeutet aber nicht nur eine erneute Reha. Es ist auch eine klare Beeinträchtigung der Mission Titelverteidigung. "Vor diesem Unfall war der Plan, dass wir bereits in den letzten Rennen von 2025 einige Dinge entwickeln. Das war natürlich nicht mehr möglich. Das ist das größte Problem, welches dieser Unfall verursacht hat", seufzt Dall'Igna angesichts des Fehlens von Marquez' Rückmeldung bei den letzten Rennen und dem Test in Valencia.
MotoGP-Mysterium Francesco Bagnaia "ein Problem für uns alle"
Dennoch würde wohl die große Mehrheit der Fans wieder ihr Geld auf die Nummer 93 als Titelfavoriten setzen. Für seinen Teamkollegen gilt das nicht mehr. Francesco Bagnaia stellte 2025 ein fahrendes Rätsel dar, auch für seinen langjährigen Begleiter Dall'Igna: "Es ist schwierig zu sagen, was los ist. Wenn ich es wüsste, dann wäre ich glücklich, denn dann könnte ich etwas tun, um diese Sache zu lösen. Ich und er wissen nicht, was da passiert ist."
Trotz der stetigen Achterbahnfahrt und immer wiederkehrenden Nackenschlägen steht der Ducati-Chef fest hinter 'Pecco': "Die Beziehung zwischen uns allen, mit dem Team, war stets sehr gut und ist es auch während dieser schwierigen Phase so geblieben. Wir haben zusammen zwei Weltmeistertitel gewonnen. Ich habe mit ihm meine erste Fahrerweltmeisterschaft gewonnen. Natürlich versuche ich da, ihm zu einem Comeback zu verhelfen."

Die Verantwortung für die Krise schiebt er demensprechend auch nicht nur dem Fahrer in die Schuhe. Alle Beteiligten werden in die Pflicht genommen: "Wir sind hier, um Resultate zu erzielen. Wenn die nicht kommen, dann ist das ein Problem für ihn, für mich und für das Team. Für uns alle. Das Einzige, was du tun kannst, ist weiter hart daran zu arbeiten." Auf Spekulationen um einen möglichen Abgang Bagnaias und einer Verpflichtung eines Piloten anderer Hersteller ließ sich Dall'Igna daher auch nicht ein: "Alle wissen momentan, wer die besten Fahrer im Feld sind und welche du am liebsten wählen würdest. Ich kann euch sagen, dass ich mit meinen aktuellen Fahrern sehr glücklich bin."
Ducati unter Druck: Weiterer technischer Stillstand kann sich 2026 rächen
Glücklich ist er aber mit etwas anderem nicht, womit wir dann bei den größten Sorgenfalten für die Saison 2026 ankommen. "Wir haben zu Beginn des Jahres gesagt, dass wir keinerlei Risiken in der Entwicklung des Motorrads eingehen wollen. So kam es dazu, dass die GP24 und GP25 mehr oder weniger dasselbe Bike sind. An die 25er kannst du etwas dranbauen, aber wenn du willst, kannst du auch einfach wieder auf die GP24 zurückrüsten", erinnert sich der Verantwortliche an die Entscheidung, welche zu Beginn des Jahres die Schlagzeilen bestimmte.
Zum ersten Mal seit Jahren stellte sich in Borgo Panigale technischer Stillstand ein. Der bestehende Vorsprung und die Fahrkünste von Marc Marquez sorgten zwar weiterhin für große Dominanz, aber diese bröckelt zunehmend. Insbesondere die Aprilia wurde zum harten Gegner. Das Fazit zum Weltmeister-Motorrad des Jahres ist daher alles andere als positiv: "Mit Sicherheit kann ich mit dem 25er Motorrad nicht zufrieden sein, denn es stellte keine echte Weiterentwicklung dar."

Für den 59-Jährigen ist klar, dass es einen erneuten Fehlschlag in der Entwicklung nicht geben darf. Die Desmosedici GP26 muss zum Erfolg werden. "Alle anderen Hersteller verbessern sich beträchtlich. Ihnen allen sind große Fortschritte gelungen. So ist das Leben. Wir müssen uns dem Kampf mit ihnen stellen, das ist die Realität. Wir müssen jetzt neue Dinge einführen, um unser Motorrad zu verbessern", lautet daher die Ansage. Die Zeiten, in denen sich Ducati auf den Lorbeeren der großartigen GP24 ausruhen konnte, sind damit also für beendet erklärt.
Als erster Ducati-Herausforderer kristallisierte sich in der Saison 2025 Aprilia heraus. Geschäftsführer Massimo Rivola hat den Anspruch, um die WM zu kämpfen, aber noch sieht er sein Werk dafür nicht bereit:



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