Auch im 22. von 22 Rennwochenenden in der MotoGP-Saison 2025 scheint Francesco Bagnaia die Ducati Desmosedici GP25 nicht entschlüsselt zu haben. In Valencia erlebte er einmal mehr einen schwierigen Freitag, muss nach den Rängen 21 im FP1 und 14 im Training im Qualifying erneut bereits in Q1 ran. "Es war ein typischer Tag 2025. Wir hatten von Beginn an Probleme, sind dann in eine falsche Richtung gegangen, haben dadurch Zeit verloren und ich habe am Ende die Top-Ten verpasst", analysierte Bagnaia.
Francesco Bagnaia: MotoGP-Saison 2025 zum Vergessen
Die diesjährige Ducati bleibt für ihn also ein Rätsel. Die Saison 2025 hat der zweifache MotoGP-Champion schon lange als Flop abgehakt. Der Fokus gilt dem nächsten Jahr, in dem Bagnaia wieder zu alter Stärke zurückfinden will. Doch eine derartige Trendwende gestaltet sich ausgerechnet 2026 aus technischer Sicht schwierig. Weil die MotoGP für 2027 auf eine neue Motorenformel mit 850 statt 1.000ccm wechselt, wurde die Entwicklung der Triebwerke für 2026 eingefroren. So werden die Hersteller entlastet und müssen nicht an zwei unterschiedlichen Motoren parallel arbeiten.
Dieser Engine-Freeze bedeutet aber auch, dass Ducati im kommenden Jahr kein völlig neues Bikes zur Verfügung stellen kann. Schließlich ist der Motor das Herzstück einer MotoGP-Maschine, das Dinge wie Rahmenform und Verkleidungsdesign in großem Ausmaß vorgibt. Einen möglichen Ausweg aus der Misere hätte es für Bagnaia allerdings gegeben: Denn Ducati müsste laut Reglement nicht mit seiner GP25 weitermachen, sondern könnte auch auf die GP24 zurück wechseln, mit der Bagnaia im Vorjahr elf von 20 Grands Prix gewann und oft schnellere Rennzeiten erzielte als mit dem neuen Motorrad in der laufenden Saison.
MotoGP-Reglement zwingt Ducati zu Entscheidung
Einziger Haken: Während in Satellitenteams für zwei Fahrer unterschiedliche Motorenspezifikationen verwendet werden dürfen, müssen diese in Werksteams identisch sein. Eine Rückkehr Bagnaias auf die GP24 hätte also auch Stallgefährte Marc Marquez auf dieses Motorrad gezwungen. Marquez kennt die GP24 aber nicht. Er fuhr im Vorjahr ja im Gresini-Team eine GP23. Außerdem legte er auf der GP25 in diesem Jahr eine der dominantesten Saisons der MotoGP-Geschichte hin. Für ihn gibt es also keinen Grund, in Ducatis Modellpallette einen Schritt zurückzumachen.
Ob Marquez ein Veto gegen die GP24 eingelegt hat, ist nicht bekannt. Fest steht aber: Ducati wird im kommenden Jahr mit jenem Paket weitermachen, das Marquez zu großen Erfolgen getragen und Bagnaia in eine tiefe Krise gestürzt hat. "Wir werden nicht auf die 2024er-Motorenspezifikation zurückkehren, denn das ist nicht der Auslöser für Peccos Probleme. Wir werden diesen Weg weitergehen. Es wird keine Revolution geben", stellte Teammanager Davide Tardozzi am Freitag im italienischen Fernsehen bei 'Sky' klar.
Ducati-Boss gesteht: Stehen mit Rücken zur Wand
Eine Erklärung für Bagnaias massiven Leistungsunterschied auf der abgesehen vom Motor für 2025 kaum veränderten Ducati konnte aber auch Urgestein Tardozzi nicht präsentieren: "Pecco für einen Großteil der Saison in dieser Verfassung zu sehen ist absolut nicht normal. Gigi Dall'Igna, die Ingenieure und die ganze Ducati-Gruppe haben alles versucht, um Pecco wieder das nötige Vertrauen zu geben. Wir stehen mittlerweile mit dem Rücken zur Wand. Wir versuchen alles, haben aber offensichtlich immer noch keine Lösung gefunden. Natürlich glauben wir Pecco, wenn er sagt, dass er im Vergleich zum Vorjahr einen Unterschied spürt, aber leider haben wir den Grund dafür noch nicht gefunden."
Deutlich besser als Francesco Bagnaia machte seine Sache am Freitag in Valencia Pedro Acosta. Warum der KTM-Pilot trotz Trainingsbestzeit tief stapelt, erfahrt ihr hier:



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