Marc Marquez, Francesco Bagnaia, Fermin Aldeguer, Raul Fernandez, Alex Marquez, Marco Bezzecchi. Die MotoGP darf sich aktuell an sechs verschiedenen Grand-Prix-Siegern in Folge erfreuen. Zuletzt hatte es das vor rund fünf Jahren gegeben, als beginnend mit dem Tschechien-GP und Brad Binder letztlich sogar acht unterschiedliche Piloten am Stück gewannen. Bis heute der Höchstwert in 24 Jahren MotoGP-Geschichte. Mit einer Fortsetzung der aktuellen Serie kann an diesem Wochenende in Valencia also noch kein neuer Rekord erzielt werden, man könnte aber den Grundstein für eine Einstellung beim Saisonauftakt 2026 in Buriram legen - und die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht.

Die Bestzeit am Freitag holte sich nämlich Pedro Acosta, der bekanntlich noch immer auf seinen ersten MotoGP-Sieg wartet. 0,053 Sekunden landete der KTM-Pilot im Klassement des Trainings am Nachmittag vor seinem ersten Verfolger, Portimao-Sieger Bezzecchi. Erstmal kein sonderlich komfortabler Vorsprung, doch es gilt einen entscheidenden Aspekt zu beachten: Acosta fuhr seine Bestzeit schon 14 Minuten vor Sessionende, während Bezzecchi erst vier Minuten vor Schluss nachzog. Da sich die Strecke in den acht dazwischen befindlichen Minuten nochmal verbessert haben und schneller geworden sein dürfte, könnte Acostas reeller Vorsprung also größer ausfallen als das Zeitentableau aktuell aufzeigt.

Qualifying und Reifenverschleiß sorgen Pedro Acosta und KTM

Gilt der 21-Jährige aus Mazarron jetzt also als Favorit auf den Sieg in Valencia? Acosta selbst traut dem Braten noch nicht. "Das Problem ist, dass hier alles so eng beieinander ist. An einem Punkt waren mal 19 Fahrer innerhalb einer Sekunde. Das ist fast schon lächerlich", gab er in seiner Medienrunde an. Deshalb bemerkenswert, weil das Qualifying in diesem Jahr wahrlich nicht zu Acostas und KTMs Stärken zählte. Verpatzt man die entscheidende Runde am Samstagvormittag in Q2, droht ein Start aus der dritten oder vierten Reihe - und dann könnten sämtliche Sieghoffnungen noch vor dem Rennstart ad acta gelegt werden.

Verläuft das Qualifying aber nach Wunsch, könnte es tatsächlich nicht schlecht für die Nummer 37 aussehen, sofern ein wichtiges Detail noch verbessert wird. "Unser Bike hat kein besonders gutes Turning, also nutzen wir das Heck, um das Motorrad um die Kurve zu lenken. Dabei überhitzt du dann aber die Reifen und kannst sie nicht mehr kontrollieren. Ich habe heute versucht, sanfter und mehr wie im Rennen zu fahren, aber selbst so hatten wir Probleme [mit dem Reifenabbau, Anm.]", berichtete Acosta weiter und forderte daher: "Da müssen wir morgen besser werden."

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Das Gute: Im Training konnten bereits zahlreiche Daten gesammelt werden, die das KTM-Team jetzt auswerten kann. Selbst wenn über Nacht aber keine Lösung gefunden wird, muss sich Acosta jedoch nicht zwangsläufig sorgen. Denn die Charakteristik des Circuit Ricardo Tormo sollte ihm entgegenkommen, es gibt mit Kurve eins nur einen echten Überholpunkt. Kann Acosta also früh die Führung übernehmen, könnte er sich in Valencia vielleicht bis zum Schluss vorne halten. Denn verteidigen kann der junge Spanier ja, das zeigte er in den letzten Wochen mehrfach eindrucksvoll. "Vielleicht ist das eine bessere Strecke für uns", stimmte Acosta auch selbst zu. Von einer Favoritenrolle wollte er deshalb aber trotzdem ausdrücklich nichts wissen: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns."

Was meint ihr: Kann Pedro Acosta in Valencia endlich gewinnen? Gebt uns eure Prognosen für den Valencia-GP in den Kommentaren ab!

Ein letztes Mal zuschauen muss in Valencia derweil Toprak Razgatlioglu, ehe er kommenden Dienstag endlich selbst in einer offiziellen MotoGP-Session mitmischen darf. Sein V4-Debüt hat er vor wenigen Tagen aber schon in einem privaten Test gegeben. Hier erfahrt ihr, wie es lief: