Für Jorge Martin gilt es, mit dem Seuchenjahr 2025 abzuschließen. Bei seiner MotoGP-Rückkehr nach Schlüsselbeinbruch in Valencia soll im Grand Prix und beim anschließenden Test am Dienstag die Grundlage für eine deutlich bessere zweite Saison mit Aprilia geschaffen werden. Am Donnerstag gab es aber erstmal weitere schlechte Nachrichten.
MotoGP-Comeback mit Handicap? Zwei Longlaps für Jorge Martin sogar Erleichterung
Obwohl klar war, dass Martin für das Verursachen des Startunfalls samt eigener Verletzung in Japan bestraft werden würde, gaben die MotoGP-Stewards erst vor dem Comeback-Rennen in Valencia das Strafmaß an. Dies hängt damit zusammen, dass Simon Crafar und sein Team oftmals noch persönlich mit den Fahrern sprechen wollen, ehe sie ihr Urteil aussprechen. Da Martin in Motegi ins Krankenhaus gebracht wurde, bestand diese Möglichkeit damals nicht.
An der Sachlage hat das Gespräch vom Donnerstag erwartungsgemäß nichts verändert. Martin wurde als schuldig für den Unfall befunden. Daher muss er nun in seinem nächsten Grand Prix zwei Longlaps absolvieren. "Ich habe andere Fahrer in Gefahr gebracht und einen Fehler begangen. Ich kann der Strafe nur zustimmen, das muss bestraft werden. Vielleicht ist das aber sogar besser für mich. Ich habe jetzt keinerlei Druck, ein Resultat erzielen zu müssen", versucht der entthronte Ex-Weltmeister das Positive zu sehen.
Harter Weg zum MotoGP-Comeback: "Wenn ich Schmerzen spüre, höre ich auf"
Dennoch wird er die Strafe möglichst beim Saisonfinale absitzen wollen, sonst geht sie in die Saison 2026 über. Die Erlaubnis dazu hat er von den Ärzten erhalten. Martin bekam die Startfreigabe, die bei seiner Anreise noch im Zweifel stand. Eine Teilnahme um jeden Preis schließt er aber aus: "Falls ich Schmerzen spüre, werde ich aufhören."

Obwohl der Medizincheck am Ende durchging, war der Weg dorthin ein mühsamer. Im Laufe der Wochen nach Motegi musste der 'Martinator' immer weiter feststellen, dass seine Verletzung schwerwiegender als gedacht war. Neben dem Schlüsselbein wurden auch die Bänder in Mitleidenschaft gezogen. "Es war schwierig, es hierher nach Valencia zu schaffen. Ich habe immer noch kein Motorrad gefahren, nur den Roller hier im Paddock. Das wird also ein schöner Test, hier wieder ein MotoGP-Bike zu fahren", versucht er positiv zu formulieren, dass er ins kalte Wasser geworfen wird. Auch einen Test für Langzeitverletze gab es diesmal nicht. Dennoch war der Wille zum Start klar: "Ich möchte mich auf 2026 vorbereiten. Deswegen bin ich hier. Ich möchte etwas Vertrauen aufbauen und nicht bis Februar warten, wieder zurückzukommen."
MotoGP-Jahr 2026 bereits im Fokus: Aus der 1 wird wieder 89
Und so wird schon das Rennwochenende vor dem eigentlichen Termin zum Test für ihn: "Ich möchte mich für Dienstag vorbereiten, wo wir neue Teile ausprobieren werden. Es geht darum, für das nächste Jahr bereit zu sein." Einen Grand Prix so anzugehen, stellt eine mentale Umstellung für einen Rennfahrer dar: "Es ist merkwürdig zu einem Rennen anzureisen, wo du weißt, dass du nicht zu 100 Prozent leistungsfähig sein wirst. Ich will einfach meine Runden ohne Druck drehen und die Longlaps absolvieren."
So kann Jorge Martin vielleicht mit seinem verlorenen Jahr abschließen. Lamentieren möchte der Spanier nicht: "Ich habe nie gedacht: Wie konnte mir das nur passieren? Es ist, wie es ist. Das Wichtigste bleibt für mich, immer aus diesen Erlebnissen gelernt zu haben und die Saison nun in diesem Wissen zu beenden, damit es in Zukunft nicht wieder passiert." Letztlich war ein Satz dann sinnbildlich für das angestrebte Ende des Fluchs von 2025: "Es war schön die Nummer 1 zu tragen, aber ich freue mich auch darauf, wieder zur 89 zurückzukehren."

Während Martin erstmal wieder die Basis aufbauen muss, ist sein Arbeitgeber Aprilia schon deutlich weiter. Aber wie weit? Trotz den deutlichen Verbesserungen im Verlauf der Saison sieht Massimo Rivola noch Handlungsbedarf, wenn Noale wirklich um die WM kämpfen möchte:



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