Das MotoGP-Jahr 2025 ist für Marc Marquez bereits gelaufen. Nicht nur, weil er bereits seit Motegi als neuer Weltmeister feststeht, sondern auch, weil er seit einem folgenschweren Sturz in Mandalika mit einer Schulterverletzung zum Zusehen verdammt ist. Sein Comeback auf einem MotoGP-Bike wird der 32-jährige Spanier erst Anfang 2026 geben. Das hielt ihn am Samstag aber nicht davon ab, einen weiteren Titel einzustreichen.
Wie das möglich ist? Ganz einfach: In einer Wertung war die Entscheidung vor Marquez' verletzungsbedingtem Ausfall noch nicht gefallen, dem sogennanten 'BMW M Award'. Dort wird jährlich der beste Qualifier gesucht, gemäß dem Grand-Prix-Punktesystem werden Zähler für das Qualifying vergeben. Und vor dem Portugal-GP lag Marc Marquez mit 351 Punkten vor Bruder Alex (312 Punkte) an der Spitze dieser Wertung. Bei noch 50 zu vergebenden Zählern und einem Rückstand von 39 Punkten hätte Letzterer seinen im Lazarett befindlichen Bruder also abfangen können. Doch seine Restchance löste sich am Samstag in Luft auf.
Sturz im Qualifying: Alex Marquez auch in Quali-Wertung nur Zweiter
Im Qualifying zum Portugal-GP schaffte Alex Marquez nach einem Sturz nämlich nur Startplatz fünf und erzielte damit nur elf Punkte. Zu wenig, um Bruder Marc im letzten Qualifying des Jahres in Valencia (15.11.) noch abfangen zu können. Vielmehr steht Marc Marquez mit nun 28 Punkten Vorsprung bereits zum achten Mal als bester Qualifier eines MotoGP-Jahres fest. Das schaffte er zuvor schon 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019.
Marc Marquez selbst rechnete aber offenbar gar nicht mit dem Gewinn des besten Qualifier-Awards - oder zumindest nicht an diesem Samstag. Denn das MotoGP-Qualifying verfolgte er gar nicht live, war stattdessen gemeinsam mit Freundin Gemma Pinto Lebensmittel einkaufen. Das verriet der MotoGP-Superstar am Samstagnachmittag im Rahmen einer Story auf der Social-Media-Plattform Instagram - und in diesem Zuge konnte er sich auch einen Seitenhieb gegen Bruder Alex nicht verkneifen.

"Seid vorsichtig in der Obstabteilung, manchmal kommt zwischen den ganzen Avocados ein Auto hervor. PS: Ich lasse dich auch mal eine Runde damit fahren, Alex", kommentierte Marc Marquez ein Bild, welches seine Lebensgefährtin vor einem Karton voller Avocados zeigte. Hintergrund dieser kleinen Stichelei ist der Preis, mit dem der beste MotoGP-Qualifier jährlich entlohnt wird. Wie der Name 'BMW M Award' schon verrät, bekommt der Sieger vom deutschen Auto- und Motorradbauer aus München ein Auto geschenkt, 2025 wurde um den "BMW M2 CS in Velvet Blue metallic" gefahren. Die Schlüssel zu diesem Sportwagen gehen nun an Marc Marquez - zum achten Mal.

Für Bruder Alex wäre es der erstmalige Gewinn gewesen, weshalb ihm ein Sieg im Brüderduell wohl besonders gut geschmeckt hätte. So aber die Schmach aus der spanischen Heimat, die der Gresini-Pilot zumindest aber nicht allzu lange auf sich sitzen lassen musste. Rund vier Stunden nach dem Qualifying triumphierte er nämlich im Sprint von Portimao und Teammanager Michele Masini stichelte in einem Videoanruf mit Ex-Schützling Marc Marquez im Parc ferme daraufhin zurück. "Michele hat gescherzt: Du magst Autos gewinnen, okay. Dann gewinnen wir halt Sprints", verriet Alex.
Wie Alex Marquez sein packendes Duell erlebte und wie Chancen auf eine Neuauflage am Sonntag stehen, das erfahrt ihr derweil in diesem Artikel:



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