Lockeres Auslaufen? Keinesfalls! Obwohl alle wichtigen Fragen in der MotoGP-Saison 2025 längst geklärt sind, feuerten die Stars der Königsklasse am Samstag in Portimao nochmal aus allen Lagen. Alex Marquez und Pedro Acosta duellierten sich rundenlang auf spektakulärste Weise und sorgten so für einen der besten Sprints der laufenden Saison, der noch lange in Erinnerung bleiben dürfte - auch wenn das ersehnte Erfolgserlebnis aus KTM-Sicht erneut ausblieb.

"Das muss am TV ziemlich krank ausgesehen haben, nicht?", lachte Acosta zu Beginn seiner Medienrunde. Der 21-Jährige aus Mazarron hatte es mal wieder nur auf Platz zwei geschafft, konnte sich ob der gezeigten Leistung aber trotzdem freuen: "Das war schön, ich hatte Spaß." Erst in der viertletzten Runde hatte Marquez seinen Widerstand final brechen können. "Ich bin lieber nah dran als weit weg", stimmte auch Pit Beirer am 'ServusTV'-Mikrofon ein. Der KTM-Motorsportchef fand: "Ich bin echt happy, dass die Performance in den letzten Wochen immer ein Bisschen weiter nach oben geht und wir konstant um das Podium kämpfen. Das ist unser erstes Ziel, beständig zu sein. Nur so wird der Sieg irgendwann wieder kommen."

Alex Marquez strauchelt in Portimao, triumphiert letztlich aber dennoch

Dass Acosta und KTM am Samstag überhaupt so nahe am ersten gemeinsamen MotoGP-Erfolg knabberten, überraschte dann aber doch etwas. Schließlich wurde der Trainingsfreitag mit zwei Bestzeiten noch von Marquez bestimmt. Ein Sturz im Qualifying warf den Gresini-Piloten jedoch etwas aus der Bahn, von Startplatz fünf kommend hatte er mehr Arbeit als geplant vor der Brust. "Ich hatte etwas Probleme, das Motorrad zu stoppen. Daher konnte ich mich nicht so verteidigen, wie ich das wollte. Generell war das Gefühl heute etwas schlechter als gestern. Wir müssen analysieren, was da passiert ist. Vielleicht war der Regen [über Nacht, Anm.] schuld. Jedenfalls konnte ich keinen so großen Unterschied wie gestern machen", rätselte er.

Schlecht für Alex Marquez, gut für jeden MotoGP-Fan. Denn erst durch die Probleme der Startnummer 73 konnte Acosta den Sprint anführen und deren Attacken mehrfach per Konter abwehren. "Ich habe versucht, so lange wie möglich zu führen", beschrieb der 'Hai von Mazarron' seine Taktik. Das große Problem: "Unser Schwachpunkt ist die Beschleunigung und genau das ist ihre große Stärke." Speziell aus der Schlusskurve kam die Gresini-Ducati stets deutlich besser heraus als die RC16 von Acosta. Sein Kontrahent machte sich daher auch keine allzu großen Sorgen, nicht doch noch irgendwann vorbeizukommen. "Wenn du mehr Speed und einen klaren Angriffspunkt hast, kannst du recht ruhig fahren", kommentierte Marquez und bilanzierte daher: "Ich bin zufrieden mit dem Rennen."

Nach Silverstone war es tatsächlich erst der zweite Sprintsieg für den jüngeren Bruder von Marc Marquez in der laufenden Saison, der ihm in der letzten Runde beinahe nochmal aus den Händen glitt: "Ich habe da einen Fehler in Kurve drei gemacht. Mein Bike hat stark gewackelt." Dadurch konnte Acosta die zwischenzeitlich mehr als sieben Zehntel groß gewordene Lücke nochmal fast vollständig schließen. Zu einer finalen Attacke reichte es aber nicht mehr. "Ich war etwas zu weit weg. Mir haben 0,2 Sekunden für einen Angriff in Kurve 13 gefehlt", haderte der KTM-Youngster.

Pedro Acosta kam nur hauchdünn hinter Alex Marquez ins Ziel, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool
Pedro Acosta kam nur hauchdünn hinter Alex Marquez ins Ziel, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

Neue Chance am Sonntag: Siegt Pedro Acosta endlich in der MotoGP?

Ob ihm am Sonntag im Grand Prix (Start 14 Uhr MEZ) die Revanche gelingt? Acosta selbst glaubt jedenfalls an seine Chance: "Das wird ein langes Rennen, ein Rennen des Reifenmanagements. Niemand ist hier viele Runden auf einem Hinterreifen gefahren, daher ist das für alle ein Fragezeichen. Wir waren heute schon nah dran, und so wollen wir weitermachen." Das sieht auch Beirer so: "Pedro ist unglaublich aktuell. Der Sieg ist greifbar und er wird kommen." Doch dazu muss das Duo aus Mattighofen wohl erst eine Antwort auf Alex Marquez finden. Der WM-Zweite zeigt sich selbstbewusst: "Ich hatte gestern eine starke Pace auf dem Medium. Das müssen wir nur bestätigen. Ich denke, dass wir morgen eine große Gelegenheit haben."

Was meint ihr: Kann sich Pedro Acosta am Sonntag endlich den ersten MotoGP-Sieg sichern oder komplettiert Alex Marquez das Double in Portimao? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

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