Marc Marquez (Ducati), Pedro Acosta (KTM), Marco Bezzecchi und Jorge Martin (Aprilia), Luca Marini (Honda). Beim ersten Ungarn-Grand-Prix seit 1992 zeigte sich die MotoGP von ihrer kompetitivsten Seite, erstmals seit dem Indien-GP 2023 schafften es gleich vier verschiedene Konstrukteure am Rennsonntag in die Top-Fünf. Nur einen Hersteller suchte man am Balaton Park Circuit vergebens auf den vorderen Plätzen.
"Wir sehen eindeutig, wer Letzter ist", nahm Fabio Quartararo nach dem Ungarn-GP kein Blatt vor den Mund und sprach aus, was an diesem Abend wohl ohnehin alle dachten. Auf Platz zehn war er - wieder mal - als bester Yamaha-Pilot ins Ziel gekommen, verlor mehr als 15 Sekunden auf Rennsieger Marc Marquez. Eine Longlap-Penalty für das Startchaos vom Samstag hatte sein Rennen zwar negativ beeinflusst, auch ohne Strafe wäre aber wohl nicht viel mehr drin gewesen: "Wir haben einfach null Grip. Ich habe wie verrückt gepusht, um irgendwie mit Pecco [Bagnaia] mitzukommen. Ich war in den Kurven etwas schneller, aber in der Beschleunigung einfach viel zu langsam."

Yamaha stagniert: Kaum MotoGP-Updates "seit ich weiß nicht wann"
Nach dem zweiten Desaster-Wochenende in Folge - alle vier Yamaha-Piloten holten in Spielberg und am Balaton Park zusammengerechnet nur 14 Punkte - scheint der Geduldsfaden bei 'El Diablo' nun so langsam zu reißen. "Jeden Tag. Ich frage sie jeden Tag, warum wir keine neuen Teile bekommen. Warum wir keine neuen Ideen haben", schäumte er vor der Abreise vom Ostufer des Plattensees.
Während Honda in Ungarn etwa ein neues Chassis dabei hatte oder KTM schon in Spielberg mit einem neuen Aero-Paket aufschlug, tat sich bei Yamaha schon seit geraumer Zeit nichts mehr. "Ich habe das Gefühl, dass ich schon seit dem Sepang-Test [Anfang Februar, Anm.] kein neues Chassis mehr bekommen haben. Und seit ich weiß nicht wann, verwenden wir auch die gleiche Schwinge", unterstrich Quartararo schonungslos und seufzte: "Wir müssen doch zumindest irgendetwas erfinden. Anders werden wir nicht herausfinden, warum wir beim Grip so weit hinter den anderen zurückliegen und keine Lösungen finden. Das ist wirklich eine schwierige Situation aktuell."
Yamaha-Fokus auf V4? Fabio Quartararo mit eindringlicher Bitte!
Ob sich Yamaha womöglich zu sehr auf die Entwicklung des V4-Motors fokussiere, dessen Debüt inzwischen offiziell für den San-Marino-GP in zweieinhalb Wochen (12. - 14. September) angekündigt wurde? "Nein", kommentierte Quartararo klipp und klar. Anschließend war es ihm aber ein Anliegen, folgendes klarzustellen: "Wenn sie sich fokussieren müssen, hoffe ich, dass sie sich auf eine Sache fokussieren. Es ist schon schwierig genug, eine Sache gut hinzubekommen. Wenn sie sich jetzt aber auf zwei Sachen gleichzeitig fokussieren, dann ist das der beste Weg, um beide Dinge komplett zu verhauen. Von daher hoffe ich, dass sie sich auf den V4 fokussieren, denn für den Reihenmotor kommt ja offensichtlich nichts Neues mehr."
Eine deutliche Ansage vom MotoGP-Weltmeister von 2021 also. Ob Yamaha die Prioritäten korrekt gesetzt hat, wird sich wohl spätestens beim Debüt des V4-Motors in zweieinhalb Wochen in Misano zeigen. Was meint ihr: Kann Yamaha mit dem neuen Aggregat wieder zur Spitze aufschließen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!



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