Nach Monaten der Abstinenz gab MotoGP-Weltmeister Jorge Martin vor exakt vier Wochen beim Tschechien-Grand-Prix in Brünn sein langerwartetes Comeback. Ein bewusst gewählter Zeitpunkt, würde die nachfolgende Sommerpause dem lange so schwer angeschlagenen 'Martinator' doch genügend Zeit zur Erholung geben. Doch war das wirklich notwendig? Beflügelt durch sein starkes Wochenende in Brünn scherzte Martin am Donnerstag vor dem Österreich-GP: "Ich hätte am liebsten noch mehr Rennen gehabt. Ich bin also froh, dass es jetzt endlich weitergeht."
Jorge Martin: Fleißiges Ackern in MotoGP-Sommerpause
Während sich seine MotoGP-Kontrahenten im vergangenen Monat von den Strapazen der ersten 12 Grands Prix der laufenden Saison erholten, strotzte Martin in der Sommerpause offenbar voller Arbeitseifer. "In der Vergangenheit war ich oft am Strand. Jetzt bin ich aber zurück nach Andorra, um dort wie verrückt zu trainieren", berichtete er von seiner rennfreien Zeit. "Wir mussten viel durch meine Verletzung verlorene Zeit aufholen. Daher war es diesmal etwas anders. Ich habe viel mit dem Motorrad und an meiner körperlichen Verfassung gearbeitet, hatte nur drei oder vier Tage zur Erholung. Der Rest war wie eine Saisonvorbereitung für mich, denn die zweite Jahreshälfte wird noch lang und intensiv."
Das Resultat des schweisstreibenden Schufftens in Andorra? "Ich fühle mich jetzt nahe an den 100 Prozent, ich brauche einfach noch mehr Zeit auf dem Motorrrad", freute sich Martin über weitere Verbesserungen seines körperlichen Zustands. "Ich fühle noch leichte Schmerzen in der Hand, also bin ich jetzt vielleicht bei 95 Prozent. Aus diesen 95 Prozent werde ich aber 100 Prozent herausholen."
Was damit an diesem Wochenende in Spielberg möglich sein wird? Die Resultate aus Brünn mit P11 im Sprint und P7 im Grand Prix lassen auf einiges hoffen. "Ich fühle mich noch besser vorbereitet als in Brünn", offenbarte Martin auch selbst eine breite Brust, schränkte gleichzeitig aber ein: "Ich bin nicht wirklich optimistisch. Ich will erst verstehen, wie viel Fortschritt wir seither erzielt haben. Das ist schließlich erst unser drittes gemeinsames Rennen. Ich werde einfach mein Bestes geben und dann sehen wir, was möglich ist."
Kontrastprogramm Spielberg: Aprilia historisch schwach, Martin stark
Historisch gesehen sollte der Red Bull Ring Martin jedenfalls entgegenkommen. 2021 holte er in Spielberg nicht nur beide Pole Positions, sondern auch seinen ersten MotoGP-Sieg. Im Vorjahr folgten eine weitere Pole und zwei zweite Plätze in den beiden Rennen. "Normalerweise ist das eine gute Strecke für mich, ich war hier immer konkurrenzfähig", merkte auch der 27-Jährige selbst an. Spricht also erstmal wenig gegen ein gutes Wochenende in Österreich für die scheidende Startnummer eins - wäre da nicht die Bilanz von Arbeitgeber Aprilia. Der Motorradbauer aus Noale brauchte bis 2021, um am Red Bull Ring überhaupt einmal in die Top-10 zu fahren und kam seither (fast) nie über Platz sechs hinaus. Einzige Ausnahme ist der dritte Rang von Aleix Espargaro im Sprint im letzten Jahr.

Also doch eher ein schwieriges Wochenende, dass da auf den 'Martinator' wartet? Schwer zu sagen, meint der Spanier: "Aprilia war hier in der Vergangenheit nicht so gut, aber ihr Bike ist jetzt auch gänzlich anders. Sie haben in der Beschleunigung jetzt viel mehr Stärken. Ich will aber auch nicht zu optimistisch sein. Ich hoffe einfach, dass Marco [Bezzecchi] und ich stark sein und wir uns gemeinsam dabei helfen können, die Ducatis einzuholen. Denn die werden hier garantiert wieder sehr stark sein."
Was traut ihr Jorge Martin und Aprilia in Spielberg zu? Gebt uns eure Tipps in den Kommentaren ab!



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