Drei Pole Positions in Serie, den sicheren Sieg in Silverstone nur durch einen Defekt verloren - Fabio Quartararo und Yamaha sorgten in den vergangenen Wochen für Begeisterung unter den MotoGP-Fans. Am Freitag in Aragon fand der Yamaha-Höhenflug aber ein rapides Ende: Alex Rins holte als bester Fahrer auf einer M1 den 15. Platz. Direkt dahinter landeten Jack Miller, Wildcard Augusto Fernandez und Fabio Quartararo. Miguel Oliveira wurde gar nur 20. von 21 Piloten.

Yamaha-Fahrer in extremen Grip-Problemen

In den Trainings war mit freiem Auge zu erkennen, wie groß die Probleme des Yamaha-Quintetts waren. Immer wieder verloren die Fahrer in den Kurven die Kontrolle über ihre Maschinen. Sie hatten offensichtlich gewaltige Schwierigkeiten, Grip am Hinterrad aufzubauen. Quartararo stürmte nach der Session sofort entnervt aus der Box - er war bedient.

Wenig später trat 'El Diablo' im Media-Center des Motorland Aragon vor die MotoGP-Presse. "Uns wäre auch heute fast die Pole Position gelungen - aber am anderen Ende des Feldes", reagierte Quartararo mit Galgenhumor auf seinen desaströsen Arbeitstag. "Es war ein schwieriger Tag, vor allem auf den weichen Reifen [am Hinterrad]. Das Schlimmste ist, dass wir nicht verstehen, was da passiert. Das Motorrad hat überhaupt keine Traktion und als Fahrer spürst du nicht, wann der Grip abreißen wird. Du weißt nicht, ob es in voller Schräglage passieren wird oder erst beim Hinausbeschleunigen."

Yamaha ratlos: Was ist los in Aragon?

Bei Yamaha begann am Freitagabend die große Ursachenforschung. An eine simple Lösung durch eine Anpassung des Setups glaubt Quartararo nicht: "Das Setup ist gut. Wir sind mit der Basis aus Katar unterwegs und haben nur ein paar kleine Dinge angepasst. Die Ingenieure müssen verstehen, warum wir die Kontrolle verlieren. Wenn wir die Soft-Reifen verwenden, spielt das Motorrad völlig verrückt." Quartararo überlegt nun sogar, den Sprint am Samstag entgegen der üblichen Wahl mit Medium-Reifen in Angriff zu nehmen.

Fabio Quartararos Form der letzten Wochen scheint völlig verpufft, Foto: IMAGO / Action Plus
Fabio Quartararos Form der letzten Wochen scheint völlig verpufft, Foto: IMAGO / Action Plus

Das nur wenig genutzte und von jeder Menge Sand umgebene Motorland Aragon gilt als traditionell rutschiger Kurs im MotoGP-Kalender. Bedingungen, die der Yamaha M1 üblicherweise nicht entgegenkommen. Quartararo will das aber nicht als Ausrede gelten lassen: "Das Grip-Niveau der Strecke ist nicht so schlecht. Ich glaube nicht, dass das der Grund für unsere Probleme ist." Auch Team-Manager Massimo Meregalli sieht seine Mannschaft in der Pflicht: "Wir müssen verstehen, wie wir diese Slides zumindest etwas reduzieren können. Aktuell leiden unsere Fahrer hier extrem."

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