Fabio Quartararo wird in Silverstone ein verkürztes MotoGP-Wochenende erleben. Im 1. Training muss der Franzose erstmal zehn Minuten auf die Strafbank, ehe er ins Geschehen eingreifen darf. Die Stewards griffen zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme, nachdem Quartararo die Bergung seines Motorrads nach dem Sturz in Le Mans zunächst verweigerte. Er selbst sieht die Sache jedoch anders.
Fabio Quartararo schimpft über Landsleute: Schieb ernsthaft, oder gar nicht!
"Das war nicht beschädigt. Ich bekam die Strafe aufgrund der Marshals. Sie schoben mich nicht richtig an, damit ich das Motorrad wieder starten konnte. Das Bike sprang nicht wieder an", stellte der Yamaha-Star am Donnerstag vor dem Großbritannien GP die Lage dar. Aus seiner Sicht wäre ein Weiterfahren also möglich gewesen und ausgerechnet die Streckenposten in seiner Heimat ermöglichten dies nicht.

"Ich verstehe, dass die Lage schwierig war. Das Motorrad war nicht an einem sicheren Ort. Aber dann versuche nicht anzuschieben, wenn du es gar nicht willst. Entweder du machst es ernsthaft, oder gar nicht", gab es in der Nachbetrachtung keinen Bonus für seine Landsleute. Den Versuch, wieder aufzusteigen und weiterzufahren, betrachtet er als normalen Vorgang: "Für mich ist das keine Dummheit, die ich da begangen habe. Alle haben das in der Vergangenheit so gemacht. Keiner wurde bestraft."
Strafe der MotoGP-Stewards in Ordnung, Verhalten der Streckenposten nicht
Tatsächlich ging es bei der Sache aber auch weniger um den Vorgang an sich, sondern mehr um das Verhalten des Ex-Weltmeisters. "Sie haben mich in die Rennleitung geholt, weil ich stark darauf bestanden hatte. Ich sagte ihnen: Wenn mich die Marshals ordentlich anschieben, dann springt mir das Motorrad wieder an. Dann hätte es keine Diskussionen gegeben", erklärte sich 'El Diablo'. Was er als 'stark darauf bestanden' bezeichnet, artete aber wohl eher in einem adrenalingeladenen Wutanfall gegenüber den Streckenposten aus, der die Bergung des Motorrads verzögerte.

Letztlich musste sich Quartararo deswegen auch eigenes Fehlverhalten eingestehen. Der Vorwurf an die Streckenposten blieb aber bestehen: "Dass man mich bestraft, ist in Ordnung, das kann ich verstehen. Aber man sollte auch darauf blicken, was die Streckenposten da tun. Es ist meine Schuld, dass ich wütend wurde und das Motorrad nicht aus dem Weg räumen wollte. Für mich haben die Streckenposten aber auch eine Verantwortung, mich stärker anzuschieben. Und nicht, dass einer festhält und der andere schiebt."
Auf den Bildern zum Vorfall ist deutlich zu erkennen, dass es sich nicht gerade um energische Anschiebeversuche handelte. Koordinierte Arbeit sieht anders aus. "Ich verstehe nicht, ob es ein Zufall ist, dass immer ich als Erster bestraft werde", machte sich Quartararo daher Luft. Am Ende kam er aber zu einem einfachen Fazit: "Wenn sie es jetzt bei allen genauso handhaben, dann habe ich Verständnis dafür." Bevor er das beobachten kann, muss er erstmal zehn Minuten zuschauen.
Wenn ihr das Rennwochenende in Silverstone verfolgen wollt, haben wir hier alle Infos für euch:



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