Marc Marquez kann sich 2025 nur selbst schlagen, das war und ist der einstimmige Tenor im MotoGP-Paddock nach dem dominanten Saisonstart des sechsmaligen Weltmeisters - und nach fünf Rennwochenenden im Kalendenjahr 2025 scheint der Ducati-Star auch auf bestem Wege dazu. Im Spanien-Grand-Prix leistete sich Marquez nämlich schon seinen zweiten großen Patzer des Jahres und kam vor heimischer Kulisse nicht über Platz 12 hinaus. Ein heftiger Rückschlag im Titelkampf für den Spanier, der aber bereits aus der Vergangenheit gelernt zu haben scheint.

Doch zunächst: Was war am Sonntag in Jerez überhaupt passiert? Nun, nach schwachem Start lag Marquez zu Beginn der dritten Runde hinter Polesitter Fabio Quartararo und Teamkollege Francesco Bagnaia nur auf dem dritten Platz. Beim Versuch, die vermeintlich korrekte Hackordnung im Ducati-Werksteam wiederherzustellen, verlor Marquez im langen Linksknick von Kurve acht dann die Kontrolle über die Front, kam zu Sturz und rutschte von der Strecke ins Kiesbett. Der Spanier richtete das stark beschädigte Bike sofort wieder auf und kehrte nochmal ins Rennen zurück, sortierte sich aber abgeschlagen am Ende des Feldes wieder ein.

Marc Marquez kann MotoGP-Sturz im Spanien-GP nicht erklären

Wie es zu diesem verhängnisvollen Sturz gekommen war? Marquez hatte nach Rennende keine wirkliche Erklärung parat. "Das ist eine gute Frage. Ich war das ganze Wochenende über sehr schnell und konstant in Kurve acht. Vielleicht habe ich in dieser Runde nicht bedacht, dass ich zum ersten Mal hinter zwei anderen Fahrern war. Vielleicht habe ich das Bike etwas zu sehr in die Kurve gelehnt oder bin etwas zu schnell reingefahren, aber ich weiß es nicht", rätselte der Ducati-Star in seiner Medienrunde. "Wir müssen das jetzt analysieren."

Besonders bitter: Nach seinem Sprintsieg am Samstag hatte er noch davor gewarnt, dass auch er nur menschlich sei und Fehler schnell passierten - genau so, wie auch schon vor rund einem Monat in Austin. Auch damals hatte er das gesamte Wochenende über an seinen unnötigen Crash aus dem Jahr 2019 erinnert und das Hauptrennen am Sonntag dann dennoch zum wiederholten Male weggeworfen. Die Konsequenz: Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist die Führung in der Fahrer-WM futsch. "Wir können solche Fehler nicht machen, wenn wir um die Weltmeisterschaft fahren wollen", schimpft Marquez folgerichtig auf sich selbst.

Marc Marquez (Ducati Lenovo Team) nach dem Sturz
Marc Marquez fuhr nach seinem Sturz mit großen Beschädigungen an seiner Ducati, Foto: Tobias Linke

Dennoch war die Startnummer 93 im Anschluss aber auch direkt darum bemüht, nun nicht alles schwarz zu reden. "Trotz all dieses Dramas sind wir nur einen Punkt hinter dem Führenden", weiß Marquez und meinte zuvor auch schon im Interview im MotoGP-Format 'After the Flag': "Das Gute ist, dass der Speed da war. Wenn du die Pace nicht hast und stürzt, musst du zwei Dinge beheben, den Speed und den Crash. Ich hatte die Pace aber, ich muss nur die Fehler abstellen. Im zweiten Teil des Rennens wäre ich wieder sehr stark gewesen. Daraus muss ich jetzt einfach für die Zukunft lernen."

2020-Flashbacks! Marc Marquez diesmal mit kontrolliertem Comeback

Ähnliche Worte hatte Marquez auch nach seinem Austin-Patzer gewählt, Taten ließ er aber nicht folgen. Genau das dürfte seinen WM-Rivalen Francesco Bagnaia oder auch Alex Marquez nun Hoffnung machen, dass der MotoGP-Superstar auch künftig wieder den ein oder anderen Fehler einbauen könnte. Doch es gibt durchaus auch Anzeichen dafür, dass Marquez sehr wohl aus den Patzern der Vergangenheit lernen kann.

So gesehen etwa in den Minuten nach dem verhängnisvollen Sturz in Kurve acht. Dem Feld fortan hinterherfahrend, setzte der Ducati-Pilot diesmal nicht zur Hetzjagd an, sondern vielmehr zu einem kontrollierten Comeback. "Ich habe aufgeholt, aber ich habe mir gesagt, dass ich es diesmal nicht übertreiben werde", kommentierte Marquez, der es letztlich noch auf Platz 12 nach vorne schaffte. "Ich hatte nach [Alex] Rins noch eine größere Gruppe in Sicht, aber ich musste an 2020 denken und habe mir dann gesagt, dass ich nicht nochmal stürzen werde."

Marc Marquez (Ducati Lenovo Team) vor Aleix Espargaro (Honda HRC Test Team)
Marc Marquez lieferte ein kontrolliertes Comeback im Spanien-GP, Foto: Tobias Linke

Beim durch die Covid-19-Pandemie verspätet stattfindenden Saisonstart 2020 war Marquez dem Feld nach einem Ausritt ins Kiesbett von Kurve vier ebenfalls hinterhergeeilt. Klar schnellster Mann auf der Strecke, hatte er damals wenige Runden vor Schluss sogar Maverick Vinales und Platz zwei wieder vor der Nase, flog dann aber verhängnisvoll in Kurve drei per Highsider ab. Marquez hatte zu viel gewollt und zahlte dafür beinahe mit seinem Karriereende. Er verpasste die restliche Saison verletzt, musste sich vier Operationen an der rechten Schulter unterziehen und kehrte erst 2024 zu alter Stärke zurück.

Was meint ihr: Wird Marquez nun auch aus seinen unnötigen Stürzen die richtigen Lehren ziehen oder bleibt die Startnummer 93 im Rennen fehleranfällig? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

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