Scheinbar dramatische Nachrichten kommen kurz vor Weihnachten vom in die Insolvenz gerutschten MotoGP-Hersteller KTM. Die Weiterführung des Unternehmens ist durch eine kräftige Finanzspritze in Höhe von 700 Millionen Euro gesichert. Was auch nach positiven Nachrichten für die Motorsportaktivitäten von KTM klingt, stellt sich im Zuge des Berichts des Alpenländischen Kreditorenverbandes aber zumindest auf den ersten Blick als das Gegenteil heraus.

Geplanter MotoGP-Ausstieg?

Dort werden die bereits begonnenen Reorganisationsmaßnahmen aufgelistet. Zu denen zählen die Veräußerung der Geschäftsanteile an der PIERER IMMOREAL GmbH, die Einstellung von Zahlungen an nicht betriebsnotwendige Tochtergesellschaften der KTM-Gruppe, die Prüfung einer Produktionsverlagerung, ein Produktionsstopp bis nach der Sanierungsplantagsatzung und ein Lagerabverkauf bei Händlern.

Seit 2017 ist KTM fester Bestandteil der MotoGP, Foto: Ronny Lekl
Seit 2017 ist KTM fester Bestandteil der MotoGP, Foto: Ronny Lekl

Aus Motorsportsicht dramatisch klingt der letzte verbliebene Punkt. "Um Kosten zu reduzieren, ist der Ausstieg aus MotoGP Moto3/Moto2 geplant", steht dort. Ein eigenartig formulierter Absatz, der vor allem durch die Zeichensetzung unklar lässt, ob es sich um einen Ausstieg aus allen oder nur gewissen Klassen handelt. Außerdem wird kein Zeitrahmen für einen möglichen Ausstieg bekanntgegeben.

KTM bekennt sich zur MotoGP

Im MotoGP-Umfeld war im Laufe des Freitags zu hören, dass KTM davon ausgeht, die Rennsportaktivitäten fortsetzen zu können. Es könnte sich beim genannten Absatz um eine missverständliche Formulierung handeln. Am Abend schickte der Hersteller ein offizielles Statement aus, mit dem sämtlichen Befürchtungen rund um einen Ausstieg aus der MotoGP oder ihnen Nachwuchskategorien aus dem Weg geräumt scheinen.

Auch in den Nachwuchsklassen stellt KTM große Kontingente, Foto: LAT Images
Auch in den Nachwuchsklassen stellt KTM große Kontingente, Foto: LAT Images

"Heute ist ein wichtiger Tag für KTM mit der Bestätigung unseres Restrukturierungsverfahrens", ist in diesem Statement zu lesen. "Dieser Meilenstein sichert unseren Plan für die Zukunft, und wir sind stolz darauf, dass der Motorsport ein integraler Bestandteil dieses Restrukturierungsplans bleibt. KTM steht fest zum Motorsport. Wir wiederholen unsere Aussage für 2025: Wir werden weiterhin in der MotoGP fahren! Wir sind durch das heutige positive Ergebnis gestärkt und danken Ihnen für Ihre Unterstützung."