Marc Marquez legte in der MotoGP-Saison 2024 eine traumhafte Comeback-Geschichte hin. Nach Jahren der Verletzungen und des Misserfolges gewann der sechsfache Weltmeister wieder Rennen und sicherte sich sogar den Werksplatz bei Ducati. Ein Jahr zuvor war daran nicht zu denken. Der Wechsel zu Gresini entpuppte sich als Karriereentscheidend, denn der Spanier stand vorm Aufhören.

Marquez war voller Selbstzweifel: Ist es das Motorrad, oder bin ich es?

"Für mich war der Wechsel dieses Jahr ein Erfolg. Wenn das nicht funktioniert, dann hätte ich meinen Rücktritt erklärt", gab Marquez offen zu. Schwere Verletzungen und eine nicht mehr konkurrenzfähige Honda machten ihm schwer zu schaffen: "Ein Jahr zuvor hatte ich viele Fragezeichen im Kopf, da waren viele Zweifel."

Bei Honda lag Marquez 2023 am Boden, Foto: LAT Images
Bei Honda lag Marquez 2023 am Boden, Foto: LAT Images

Erst der Wechsel und die damit einhergehenden Erfolge konnten Marquez wieder von sich selbst überzeugen: "Die Siege gaben mir viel Selbstvertrauen. Nach drei Jahren mit schweren Problemen, vier Operationen an meinem Arm und keinen guten Resultaten hatte ich begonnen, es zu verlieren. Es kamen die Fragezeichen. Ist es das Motorrad, oder bin ich es? Ist es mein körperlicher Zustand? Schritt für Schritt musst du diese Fragen für dich beantworten."

Marc Marquez wieder heiß: Siegeserfolg wie eine Droge

Letztlich konnten sie aber alle beantwortet werden. Kein Fragezeichen ist mehr übrig: "Nach einem Jahr sind alle diese Zweifel verflogen. Ich bin wieder auf einem konkurrenzfähigen Level. Vielleicht nicht das Level von 2019, aber konkurrenzfähig. Und das ist mir genug, um weiterzumachen." Marquez hat für zwei Jahre im Werksteam unterschrieben. Bis 2026 dürfen die Fans seine Fahrkunst also auf jeden Fall noch bestaunen. Die Gier nach Erfolg ist wieder entfacht: "Wenn du eine lange Zeit ohne dieses Gefühl bleibst, dann vergisst du es. Aber wenn du es dann wieder spürst...Nach den Siegen in Aragon und in Misano willst du mehr. Das ist wie eine Droge."

Marc Marquez feiert den Sieg in Misano
2024 durfte Marc Marquez wieder jubeln, Foto: LAT Images

Doch darf dies nicht mit dem alten Marquez, der von 2013 bis 2019 nur ein einziges Mal in der Weltmeisterschaft geschlagen wurde, verglichen werden. Der Superstar hat sich verändert. Die drei Triumphe im Jahr 2024 waren anders: "Ich habe das doppelt genossen. In der Vergangenheit waren Siege etwas Normales. Jetzt habe ich verstanden, dass ein Sieg keine normale Sache ist. Da ändert sich deine Mentalität automatisch. Du blickst anders auf die Dinge."

Weggang von Honda goldrichtig: Hätte es eines Tages sonst bereut

Doch auch dieser Blick, hat ihm die Richtigkeit seiner Wechselentscheidung noch einmal verdeutlicht. Nach harten Momenten wollte Marquez selbst über sein Schicksal entscheiden, und das ist ihm gelungen: "Vor ein zwei Jahren haben sich viele Leute, und sogar ich selbst, gefragt, ob meine Zeit vorbei sei. So war es aber nicht. Ich traf die Entscheidung [zum Gresini-Wechsel, Anm. d. Red.], weil ich eines Tages, wenn ich wirklich aufhöre, nicht bereuen wollte, es nicht versucht zu haben. Nein, ich habe alles versucht, was in meiner Hand lag, um wieder konkurrenzfähig zu sein und wieder jedes Jahr um Titel zu kämpfen." Und für die Saison 2025 gilt er neben Neu-Teamkollege Francesco Bagnaia als einer der beiden großen Favoriten auf diesen.