Hinter vorgehaltener Hand befürchtet die Konkurrenz bereits, dass es in der MotoGP-Saison 2025 nur um Platz Drei gehen wird. Das neue Superduo des Ducati-Werksteams vereint weit mehr MotoGP-Siege (91) auf sich, als alle anderen Fahrer im Feld (62) zusammen aufbieten können. Marc Marquez und Francesco Bagnaia haben acht Titel in der Königklasse gewonnen. Und beim Test in Barcelona arbeiteten sie zusammen bereits auf Nummer Neun hin. Die ersten Aussagen dürften die Verfolger nicht ermutigen.
Ducati-Ingenieure haben es leicht: Marquez und Bagnaia sagen dasselbe
Wer sich im Kampf gegen die Dominatoren erhofft hatte, dass es zu so etwas wie einer Lagerbildung in der Ducati-Garage kommen könnte, den müssen wir zumindest in Sachen technischer Entwicklung der neuen GP25 enttäuschen. Vielmehr waren sich die beiden Starpiloten sehr einig. "Pecco [Bagnaia] arbeitete an etwas anderem. Das Wichtigste aber ist, dass unsere Rückmeldung sehr ähnlich ausfiel. Wir sprachen über dieselben Probleme und Vorteile [des neuen Motorrads, Anm. d. Red.]. Das macht den Ingenieuren das Leben leichter", gab Marc Marquez an.
Platzhirsch Bagnaia stimmte dem Neuzugang uneingeschränkt zu: "Zum Glück haben ich und Marc dasselbe Gefühl über das Motorrad berichtet. Das ist sehr wichtig, damit wir in die gleiche Richtung gehen." Bis zum nächsten Test in Sepang im Februar soll diese Rückmeldung nun verarbeitet werden: "Die GP25 ist eine gute Basis für Entwicklung und Verbesserung. Unsere Ingenieure und das Team werden diesen Winter viel Arbeit haben, denn wir müssen diese Basis noch ein wenig verbessern."
Auch bei der konkreten Frage nach den Eigenschaften des neuen Prototypen waren die Antworten der beiden ähnlich, obwohl sie ja von unterschiedlichen Entwicklungsständen kommen. Während Bagnaia in der abgelaufenen Saison die GP24 pilotierte, war Marquez noch auf der GP23 unterwegs. Dennoch lobten beide den Motor und die Stabilität der neuen Maschine, insbesondere in schnellen Passagen. Die Topspeed-Werte in unserer Analyse des Tests unterstrichen ersteres auch. Verbesserungsbedarf gibt es aber bspw. noch im Bremsverhalten. Dort gilt Bagnaia seit jeher als die Messlatte im Ducati-Lager und dahingehend würde der Italiener aktuell noch die GP24 bevorzugen.

Marquez erinnert an Ducati-Stärke: Auch die Kundenteams entwickeln mit
Auf technischer Seite scheint der Zusammenarbeit der beiden Ex-Champions also nichts im Wege zu stehen. Und Marquez erinnerte daran, dass sein Arbeitgeber noch deutlich breiter aufgestellt ist: "Der Weg von Ducati ist, nicht nur mit dem Werksteam zu arbeiten, sondern auch die Satelliten-Teams miteinzubeziehen. Alle Informationen, die sie bekommen können, haben denselben Wert, egal ob vom Werksteam oder vom Kundenteam kommend. Sie kümmern sich um alle Details, und das macht den Unterschied."

Zumindest in dieser Hinsicht gibt es ein bisschen Hoffnung für die Konkurrenz, liefern 2025 doch 'nur' noch drei Mannschaften (Werksteam, VR46 und Gresini) Daten, da Pramac zu Yamaha gewechselt ist. Dass Bagnaia und Marquez dennoch die Messlatte für alle anderen darstellen werden, daran hat im Paddock quasi niemand einen Zweifel. Wie die beiden dann auf der Strecke miteinander umgehen, ist natürlich dann eine andere Frage. In der Arbeit mit den Ingenieuren scheint jedenfalls erstmal keine Reibung zu existieren.



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