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MotoGP

Valentino Rossi klagt: MotoGP-Reifen sind ein Problem

Valentino Rossi erlebte mit P18 in Spielberg erneut ein enttäuschendes MotoGP-Qualifying. Die Schuld dafür sah er aber auch bei Reifenlieferant Michelin.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Auf Valentino Rossi kommt ein schwieriges zweites MotoGP-Rennen in Spielberg zu. Der Altmeister wird den Österreich-Grand-Prix nur von Startplatz 18 in Angriff nehmen. "Ich bin heute nicht zufrieden, denn es war mehr möglich", ärgerte sich Rossi und nannte den Grund für sein schwaches Qualifying. "Leider hat der Hinterreifen im zweiten Run sehr schlecht funktioniert. Ich hatte keinen Grip und konnte so meine Rundenzeit nicht verbessern. Normalerweise wäre mir definitiv eine Steigerung gelungen. Das ist frustrierend, denn ich hätte weiter vorne starten können."

Die von Rossi geäußerte Beschwerde ist nicht neu in der MotoGP. Immer wieder klagen Piloten über Reifen, die nicht den gewünschten Grip bieten. "Das ist ein Problem, denn so ziemlich alle Fahrer haben manchmal dieses Problem", stellt Rossi klar. "Wenn du im Qualifying zwei Runs mit unterschiedlichen Soft-Reifen fährst, dann kannst du gut vergleichen, denn das Motorrad und die Bedingungen bleiben ja gleich. Da wird der Unterschied manchmal ziemlich deutlich. Manche Reifen sind einfach besser als andere."

Rossi, der seine dominantesten MotoGP-Jahre auf Michelin bestritten hat, nimmt den französischen Reifenbauer aber auch in Schutz: "Es ist nicht einfach für Michelin. Diese Reifen bieten sehr viel Performance, aber einen guten Motorradreifen herzustellen ist kompliziert. Er muss guten Grip auf einer sehr kleinen Auflagefläche bieten. Das gelingt nicht immer. Du brauchst also als Fahrer auch ein bisschen Glück."

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Motorsport-Magazin.com versuchte in Spielberg, den Reifenproblemen auf den Grund zu gehen und hörte sich im Michelin-Lager um. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass man die Kritik der Fahrer kenne und derartige Reifen stets genau analysiere. Eine klare Antwort, wieso es zu den Leistungsschwankungen kommt, habe man bislang aber noch nicht gefunden.

Michelin übernahm zur Saison 2016 das MotoGP-Reifenmonopol von Bridgestone. Neben Kritik gab es für die Franzosen auch immer wieder viel Lob, da sich im Vergleich zur Bridgestone-Ära deutlich mehr Reifenmischungen aus dem Kontingent für Renneinsätze eignen. Das führt zu einer Durchmischung des Feldes und spannenderen Rennen.


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