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MotoGP

Remy Gardner steht vor MotoGP-Aufstieg mit KTM 2022

Nach vier Saisonrennen führt Remy Gardner die Moto2-Weltmeisterschaft 2021 an. Als Belohnung von KTM winkt die Eintrittskarte in die MotoGP.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Vor 29 Jahren stand zuletzt ein Gardner in der Startaufstellung der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft. Viel deutet daraufhin, dass es 2022 wieder so weit ist. 2019 und 2020 lieferte Remy Gardner erste Talentproben in der Moto2 ab, in der laufenden Saison tritt er richtig aus dem Schatten seines legendären Vaters und 500ccm-Weltmeisters 1987 Wayne.

Mit vier Podiumsplatzierungen und einem souveränen ersten Sieg beim Saisonfinale in Portimao - wohlgemerkt auf unterlegenem Vorjahresmaterial von Kalex - zog Remy im Vorjahr das Interesse von KTM auf sich. Gardner wurde für die laufende Saison im Red Bull KTM Ajo verpflichtet. Das ist aber nur ein Teil des Vertrags. Wie mittlerweile durchgesickert ist, bedeutet ein gutes Moto2-Jahr 2021 praktisch den MotoGP-Aufstieg für Gardner mit KTM 2022. So steht es im Kontrakt. Der Titelgewinn ist dabei keine Vorgabe.

Die Verträge von allen vier aktuellen MotoGP-Piloten bei KTM laufen mit Saisonende aus. Im Werksteam sind Brad Binder und Miguel Oliveira für 2022 wohl gesetzt, aber bei der Kundentruppe von Tech3 bahnt sich eine Neuausrichtung an. Denn Danilo Petrucci und Iker Lecuona konnten bislang nicht überzeugen.

Während man Petrucci nach sechs Jahren bei Ducati noch eine Eingewöhnungsphase auf der KTM RC16 zugestehen kann, scheint die Geduld der Verantwortlichen mit Lecuona bald aufgebraucht zu sein. Nach einer durchschnittlichen Saison 2020 läuft es für den Spanier aktuell gar nicht nach Wunsch, mit nur zwei Zählern aus den ersten vier Rennen ist er der schlechteste Stammfahrer. Da fällt es selbst dem stets verständnisvollen Tech3-Boss Herve Poncharal schwer, noch lobende Worte zu finden.

Iker Lecuona kommt 2021 nicht auf Touren - Foto: gp-photo.de - Ronny Lekl

"Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich zu Iker im Moment sagen soll", wurde Poncharal zuletzt sogar in einer offiziellen Pressemitteilung seines Teams zitiert. "Mir fehlen die Worte. Er ist komplett verloren. Im Vorjahr hat er zwar auch Fehler gemacht, war aber zumindest voller Energie und hat gepusht. Jetzt funktioniert gar nichts und ich sehe kein Funkeln."

Die MotoGP-Tür steht für Gardner also weit offen. Das weiß er selbst, will sich derzeit aber nicht davon ablenken lassen: "Ja, ich habe dieses goldene Ticket vor mir, aber ich versuche aktuell, nicht zu sehr daran zu denken. Ich will einfach meinen Job machen. Wenn ich den gut erledige, dann kommt der Rest von alleine. Natürlich träumt aber jeder Fahrer hier von der MotoGP und ich will unbedingt dorthin."


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