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MotoGP - Andrea Iannone: Zwei Doping-Anhörungen im Oktober

Am 15. Oktober kommt der Doping-Fall von Andrea Iannone endlich vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Er wird jedoch zweimal besprochen.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Eine gefühlte Ewigkeiten müssen Andrea Iannone und sein Arbeitgeber Aprilia schon auf ein Ergebnis im Doping-Fall des Italieners warten. Nun ist es endlich soweit: Am 15. Oktober findet vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in der Schweiz die Anhörung statt. Jedoch ist es mit einer nicht getan, im Fall des Italieners gibt es gleich zwei Anhörungen, bevor ein Ergebnis gefällt werden kann.

Der CAS veröffentlichte nun auf seiner Website eine Übersicht für die bevorstehenden Anhörungen der kommenden Monate. Wie das Aprilia-Team bereits im August mitteilte, ist für Donnerstag, den 15. Oktober der Fall Iannone eingeplant. Allerdings stehen zwei Anhörungen auf dem Programm. Einmal ist "Andrea Iannone v. FIM" im Plan vermerkt, darauf folgt "WADA v. FIM and Andrea Iannone".

Der Erinnerung: Im vergangenen Jahr war Iannone positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden. Als Höchststrafe für dieses Doping-Vergehen hätte der Motorradweltverband FIM eine Strafe von vier Jahren über den Italiener verhängt. Da dieser aber überzeugend darlegen konnte, dass er die verbotene Substanz nicht wissentlich zu sich genommen hatte, wurde seine Strafe auf 18 Monate gedrückt.

Auch diese Entscheidung der FIM wollte Iannone nicht auf sich sitzen lassen und zog somit auf die höchste Instanz, dem CAS, vor. In der ersten Anhörung "Andrea Iannone v. FIM" geht es im Oktober also nun darum, ob die Strafe des Motorradweltverbandes von 18 Monaten Bestand hat oder ob zu Iannones Gunsten entschieden wird. Der Aprilia-Pilot fordert eine komplette Aufhebung jeglicher Strafen.

Wäre nur diese Entscheidung zu treffen gewesen, wäre der Fall Iannone schon lange erledigt gewesen. Ursprünglich sollte die Anhörung zum Doping-Skandal des Italieners schon im August stattfinden. Allerdings mischte sich im Juni auch noch die Welt-Anti-Doping-Agentur in den Fall ein. Die WADA will an Iannone ein Exempel statuieren und fordert deshalb die Höchststrafe von vier Jahren, unabhängig davon, ob der Italiener das Dopingmittel wissentlich oder unwissentlich zu sich genommen hat.

Der Agentur ist es Anfang August bereits gelungen, die Anhörung Iannones auf den nun gesetzten 15. Oktober zu verzögern. Diese wird als "WADA v. FIM and Andrea Iannone" ausgefochten.

Eine weitere Verzögerung des Prozederes kann jetzt endlich ausgeschlossen werden, ob Iannone und sein Team auch noch am selben Tag eine Entscheidung mitgeteilt bekommen, steht hingegen nicht fest. Anhörungen und Entscheidungen in so einem Fall können einige Tage in Ansprung nehmen, aber immerhin können Fahrer und Team jetzt eine weitere, monatelange Verzögerung ausschließen.

Wie die Entscheidung des CAS aussehen wird, weiß natürlich noch niemand. Theoretisch ist vom kompletten Freispruch Iannones, über die 18-monatige Sperre bis hin zur ursprünglichen Strafe von vier Jahren alles möglich. Sollte es für den Italiener gut aussehen, ist man bei Aprilia gewillt, mit ihm an der Seite von Teamkollege Aleix Espargaro für 2021 weiterzumachen.

Wenn nicht, muss sich der italienische Hersteller nach einer Alternative umsehen. Espargaro äußerte sich jüngst positiv darüber, Andrea Dovizioso nach seinem Ducati-Aus als Teamkollegen begrüßen zu dürfen. Realistischer ist jedoch, dass Cal Crutchlow für 2021 die möglicherweise vakante Stelle bei Aprilia übernimmt, nachdem für den Briten im LCR-Team kein Platz mehr ist.


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