MotoGP

MotoGP: Jorge Lorenzo äußert sich zu Ducati-Gerüchten

Kehrt Jorge Lorenzo als Stammpilot zu Ducati zurück? Dieses Gerücht geistert aktuell durch die MotoGP-Welt. Jetzt äußert sich Lorenzo selbst dazu.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Im Transfermarkt der MotoGP geht es aktuell heiß her. Danilo Petrucci wird neuer Tech3-Pilot, dafür ist Pol Espargaros Zeit bei KTM 2020 zu Ende. Valentino Rossi hat sich noch immer nicht für Rücktritt oder Weitermachen entschieden und auch die Vertragsverhandlungen zwischen Ducati und Andrea Dovizioso ziehen sich hin. Genau das bietet Nährboden für Gerüchte, dass niemand anderes als Jorge Lorenzo für 2021 als Stammfahrer nach Borgo Panigale zurückkehren könnte. Jetzt äußerte sich der Spanier erstmals dazu.

Im Gespräch mit MotoGP-Kommentator Jack Appleyard beim Formt 'MotoGP Live: A Sit Down With...' war neben Dani Pedrosa auch Lorenzo zu Gast. Beide schwärmten über die viele Freizeit, die sie als offizielle MotoGP-Rentner haben. Doch während sich Pedrosa mittlerweile wieder für mögliche Wildcard-Einsätze in ferner Zukunft erwärmen könnte, geht Lorenzo sogar noch einen Schritt weiter.

"Ich bin im Moment sehr zufrieden mit meinem Leben. Ich kann all die Dinge tun, für die ich sonst keine Zeit hatte", erklärt Lorenzo, muss sich aber gleichzeitig eingestehen, dass es auch andere Aspekte in seiner aktuellen Lebenslage gibt: "Ich würde allerdings lügen, wenn ich sagen würde, dass mir das Siegen und das Feiern mit dem Team nicht fehlen würde."

Diese triumphalen Momente fehlen nicht nur Lorenzo, sondern auch seinem ehemaligen Rivalen Pedrosa, jedoch scheint in Lorenzo noch mehr altes Feuer zu brennen als in KTMs Testpilot. "Wenn ich einen Anruf oder ein Angebot kriegen würde, mit dem ich sicher um die WM kämpfen könnte, dann würde ich mir das Angebot zumindest anhören und darüber nachdenken", so Lorenzo. Der Kernpunkt ist hierbei das Siegen, eine weitere potenzielle Horror-Saison wie sein Jahr bei Repsol Honda will sich der Spanier gewiss nicht mehr antun. Die Umstände müssten erfolgsversprechend sein, um Lorenzo zum Comeback zu bewegen.

"Das Siegen motiviert mich", stellt er noch einmal klar. "Wenn ich die Chance habe, dann werde ich mir ein solches Angebot auf jeden Fall anhören. Ich glaube nämlich, dass ich mit 33 Jahren noch immer die Chance habe, auf dem richtigen Material eine WM zu gewinnen." Eine vollstände Rückkehr Lorenzos auf die MotoGP-Rennstrecke ist damit also nicht vollständig auszuschließen. Einfach würde sie jedoch nicht zu bewerkstelligen sein, denn für den Spanier gibt es nur zwei Möglichkeiten, wie er selbst glaubt.

Mit Ducati stand Jorge Lorenzo mehrfach ganz oben auf dem Treppchen - Foto: Ducati

"Zum einen gäbe es Yamaha, aber dort sind alle vier Plätze für die kommende Saison schon belegt. Und es gibt Ducati, mehr nicht", führt Lorenzo aus. Aus Yamaha-Kreisen hieß es zuletzt tatsächlich, dass man sich auf die jüngere Generation von Maverick Vinales und Fabio Quartararo konzentrieren will, Renndirektor Lin Jarvis betonte vor kurzem sogar noch einmal, dass Lorenzo sich anderswo umzuschauen müsste, sollte er ein Renn-Comeback anstreben.

Damit bleibt eigentlich nur noch Ducati - und diese Möglichkeit ist gar nicht weit hergeholt. Die Vertragsverhandlungen zwischen dem italienischen Hersteller und Dovizioso ziehen sich seit langem hin. Dass das Verhältnis zwischen 'Dovi' und Technik-Genie Gigi Dall'Igna nicht mehr das Beste ist, ist ein offenes Paddock-Geheimnis. Bei Lorenzo und Dall'Igna hingegen sieht es ganz anders aus.

"Ich habe ein gutes Verhältnis zu Gigi", erklärt Lorenzo. "Wir kennen uns schon lange und haben in der 125cc-Klasse viele Rennen gewonnen. Das haben wir geschafft, weil wir immer aneinander geglaubt haben. Unsere Beziehung ist sehr menschlich." Der Spanier verriet weiter, dass Dall'Igna ihn sogar zu seinem Geburtstag am 04. Mai angerufen habe. Gesprochen wurde dabei mitnichten über Racing. "Wir haben über alles Mögliche geredet. Die Familie und über unsere Leben, seine Situation in Italien und meine in Lugano. Über etwas Professionelles haben wir nicht gesprochen", so Lorenzo.

Einen zweiten, wohlmöglich doch professionellen Anruf aus dem Ducati-Lager hat es seither nicht gegeben, sagt Lorenzo. "Bisher hat es noch keinen solchen Anruf gegeben, deshalb habe ich auch noch über kein mögliches Angebot nachdenken können", so der Spanier. Er schließt: "Und auch, wenn das nie passiert, bin ich mit meinem Leben zufrieden." Denn neben neuen Freizeitbeschäftigungen macht Lorenzo auch die Arbeit als Yamaha-Testpilot Freude.

"Ich würde auch gerne für Yamaha weiterarbeiten, denn ich denke, dass wir gemeinsam viel erreichen können", äußert sich Lorenzo über seinen aktuellen Arbeitgeber. "Mit der Corona-Krise waren wir nur in der Lage, zwei Tage lang zu testen. Das war nicht lang genug, um dem Team wirklich zu helfen."


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