MotoGP

MotoGP: Was ist dran an Jorge Lorenzos Ducati-Rückkehr?

Jorge Lorenzo wird mit einem MotoGP-Comeback bei Ducati für 2021 in Verbindung gebracht. Wir ordnen die Gerüchte um den dreifachen Champion ein.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Am MotoGP-Transfermarkt geht es aktuell heiß her. Pol Espargaro dürfte zu Repsol Honda wechseln, Danilo Petrucci dafür seinen Platz im KTM-Werksteam einnehmen. Damit wäre ein möglicher Transfer von Andrea Dovizioso zum österreichischen Hersteller endgültig vom Tisch und dem Vizeweltmeister der letzten drei Jahre würde eine Vertragsverlängerung bei Ducati als einzige Option bleiben.

Wenn Dovizioso seine Karriere überhaupt nach 2020 fortsetzen will. Aus Italien ist zu hören, dass ihn die vielen Monate ohne MotoGP nicht unbedingt zu einer Fortsetzung seiner Karriere motiviert haben sollen. Dass Ducati sein Gehalt angeblich von sechs auf drei Millionen Euro pro Jahr halbieren will, kommt erschwerend dazu.

Die Verhandlungen zwischen Dovizioso und Ducati ziehen sich mittlerweile seit Monaten hin. Auch, weil sich 'Dovi' und sein Manager Simone Battistella in einer komfortablen Position sahen. Fabio Quartararo und Maverick Vinales lehnten Angebote von Ducati ab, Dovizioso war damit der einzig echte Spitzenpilot, der für die Roten in Frage kam.

Lorenzo als Konkurrenz für Dovizioso?

Doch das könnte sich ändern. Denn nun steht, wieder einmal, ein Ducati-Comeback von Jorge Lorenzo im Raum. Schon im vergangenen Sommer rankten sich ja Gerüchte um eine Neuauflage der teils so erfolgreichen Partnerschaft. Damals war Lorenzo aber vertraglich an Honda gebunden. Das erledigte sich im November mit seinem Rücktritt aus der MotoGP, der wenige Monate später mit dem Comeback als Yamaha-Testfahrer und der Ankündigung eines Wildcard-Starts freilich eine bizarre Wendung nahm.

Im Februar testet Lorenzo für Yamaha - Foto: LAT Images

Lorenzo wollte seine Rolle bei Yamaha nutzen, um die Freude am Motorradfahren wiederzufinden und dann vielleicht in weiterer Folge auf der M1 sein Comeback als Stammfahrer zu geben. Aufgrund der Corona-Pandemie wird daraus aber ziemlich sicher nichts werden. Der Testbetrieb der MotoGP ist massiv eingeschränkt, Wildcards wurden verboten und niemand weiß genau, ob oder wie es mit Yamahas Testteam weitergeht.

Deshalb könnte Lorenzos zweite Yamaha-Ära nach nur wenigen Testtagen schon wieder zu Ende gehen - und er ein zweites Mal bei Ducati andocken. Laut 'Sky Italia' soll sich der dreifache MotoGP-Champion selbst bei Ducati angeboten haben. Er würde im Fall einer Verpflichtung im Gegensatz zu Dovizioso für eine sehr geringe Gage antreten, was dem Arbeitgeber in der schwierigen wirtschaftlichen Lage natürlich entgegenkommen würde. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass Ducati-Mastermind Gigi Dall'Igna ein großer Bewunderer und Fürsprecher Lorenzos ist. Das spricht vor allem deshalb für den Spanier, weil die Beziehung zwischen Dall'Igna und Dovizioso in den letzten Jahren konstant schlechter wurde.

Risikokandidat Jorge Lorenzo

Eine Rückkehr Lorenzos ist also alles andere als ausgeschlossen. Dovizioso durch ihn zu ersetzen, wäre für Ducati aber auf jeden Fall ein großes Risiko. Lorenzo präsentierte sich zwar bei seinen Testauftritten für Yamaha ordentlich, von der Spitze war er aber doch deutlich entfernt. Den Beweis, ob er sich von seiner Verletzungsserie vollständig erholt hat, blieb der einstige Seriensieger bisher noch schuldig. Bei Dovizioso weiß Ducati genau, was man bekommt. Er wird konstant um Spitzenpositionen kämpfen. Aber ob er Marc Marquez in einer Weltmeisterschaft schlagen kann, wie es 2015 Jorge Lorenzo gelungen ist? Diese Frage muss sich Ducati stellen.


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