MotoGP

MotoGP, Ezpeleta: Corona nicht unsere schwierigste Krise

Der Coronavirus hat die Welt im Griff. Für Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta ist die aktuelle Lage aber nicht die schwierigste Krise, die er bewältigen musste.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Aktuell ist die Ausbreitung des Coronavirus die größte Schwierigkeit, der sich alle Menschen auf der Welt stellen müssen. Das gilt für Politiker genauso wie für Privatpersonen, als auch für Organisatoren von Rennveranstaltungen. Kein Wunder also, dass Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta im Moment alle Hände voll zu tun hat, um die Zukunft der MotoGP-Saison 2020 irgendwie in den Griff zu bekommen. Doch trotz all der Schwierigkeiten ist sich der Spanier sicher, dass dies nicht die größte Krise ist, in der er als Chef von MotoGP-Vermarkter Dorna jemals gesteckt hat.

Stattdessen erklärte Ezpeleta in einem Interview mit der italienischen 'Gazzetta dello Sport', welche Moment für ihn als Dorna-Boss die schwierigsten waren: "Der aktuelle Stand ist nicht der schlimmste Moment in meiner Karriere", so der Spanier. "Für mich waren die Rennen, bei denen wir einen Fahrer aufgrund eines Unfalls verloren haben, viel härter zu bewältigen."

Damit steht er sicher nicht alleine da, denn aktuell scheint noch kein Mitglied der MotoGP-Familie vom Virus betroffen zu sein. Mit Marco Simoncelli oder Luis Salom haben jedoch alle Fahrer, Teammitglieder oder Organisatoren in der MotoGP-Welt am eigenen Leib erfahren, wie es ist, einen Freund zu verlieren. Soweit ist es mit dem Coronavirus aktuell jedoch noch nicht gekommen.

Auch deshalb hält Ezpeleta die momentane Situation zwar für schwierig, aber ist sich sicher, sie bewältigen zu können. "Ich denke, die Situation ist in den Griff zu kriegen. Wir tun, was wir können, weil das unser Job ist", bleibt Ezpeleta realistisch und versichert gleichzeitig: "Ich will aber auch gleich klarstellen, wir werden nur ein Rennen austragen, wenn sichergestellt ist, dass auch alle daran teilnehmen können."

Damit spielt der Spanier vor allem auf die Lage in Italien an. Das Land hatte für seine Einwohner vor dem Katar GP eine Reisesperre verhängt, sodass keiner der italienischen MotoGP-Piloten oder Teammitglieder zum Grand Prix hätte nach Katar reisen können. Infolgedessen wurde der Saisonauftakt der MotoGP abgesagt. Und auch jetzt wird kein Rennen ohne Valentino Rossi, Andrea Dovizioso und Co. stattfinden, wie Ezpeleta deutlich versicherte.

Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta ist bei jedem MotoGP-Rennen vor Ort - Foto: Tobias Linke

"Wir sehen die Italiener als unsere Brüder, deshalb würde es mir nie einfallen, ohne sie ein Rennen auszutragen", so der Dorna-CEO. "Die Weltmeisterschaft muss mit allen Teilnehmern ausgetragen werden. Im Moment ist meine gesamte Solidarität mit den Menschen in Italien, auch wenn ich befürchte, dass wir im Rest von Europa ihre bald mehr brauchen werden. Auch aufgrund meiner vielen Freunde in Italien bekümmert mich diese Situation sehr. Ich kann es kaum erwarten, bis das alles ein Ende hat."

MotoGP 2020: Zwei Rennen pro Wochenende?

Im Moment sieht es aber nicht so aus, als würde sich die Situation zeitnahe in Wohlgefallen auflösen. Stattdessen bleibt Ezpeleta und seinem Team nun nichts anderes übrig, als alternative Lösungen zu finden, die MotoGP-Saison 2020 so komplett wie möglich über die Bühne zu bringen. Aktuell steht der angepasste Rennkalender ja, allerdings könnte es bei weiteren Verschiebungen eng werden.

Deshalb will der Dorna-Chef auch nicht ausschließen, mehrere Rennen an einem Wochenende zu fahren. "Wir können darüber nachdenken, zwei Rennen pro Wochenende auszutragen, aber dazu müssen wir erst einmal abwarten, bis sich alles wieder normalisiert hat", findet Ezpeleta. "Dann sehen wir gemeinsam mit dem ganzen Team, welche Lösungen sich realisieren lassen. Es wäre auch besser, ein Rennen hinter verschlossenen Türen zu fahren, als gar keines auszutragen."

Auch in diesen schwierigen Zeiten will sich der Spanier also nicht entmutigen lassen. "Ich werde nicht aufhören, nach Lösungen zu suchen, solange sie mich lassen", gibt sich Ezpeleta kämpferisch. "Ich muss das tun, das ist meine Verantwortung und ich werde darin nicht versagen. Auch wenn die Nachrichten gerade nicht gut klingen, denke ich, werden wir Möglichkeiten in der Zukunft finden. Ich bin optimistisch. Es ist eine schwierige Zeit, aber auch für die Menschheit, nicht nur für die MotoGP. Und außerdem, ich glaube nicht, dass sie lange anhält."


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