MotoGP

MotoGP, Suppo: Ohne Rennen werden Piloten nicht bezahlt

Der Coronavirus wirkt sich auf alle Aspekte in der Motorrad-Weltmeisterschaft aus. Auch auf die Bezahlung der Fahrer, wie Livio Suppo verriet.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP-Saison 2020 wird frühestens in knapp anderthalb Monaten im spanischen Jerez de la Frontera starten. Damit müssen nicht nur Fans, sondern auch Fahrer, Teams und alle anderen Beteiligten im Fahrerlager auf mehrere Rennen verzichten. Das ist nicht nur für die Organisatoren ein logistisches wie finanzielles Problem, sondern auch für die Fahrer.

Das verriet Livio Suppo im Gespräch mit Franco Bobbiese bei seiner Show 'Paddock'. Der Italiener war viele Jahre lang fester Bestandteil des MotoGP-Paddocks, unter anderem als Teamchef von Repsol Honda und dem Ducati-Werksteam. "Verträge von Sponsoren und Fahrern beinhalten vielerlei Klauseln, die in Notfall-Situationen oder eine Höhere Gewalt in Kraft treten", erläutert Suppo.

Die aktuelle Corona-Krise auf der ganzen Welt fällt wohl ganz klar unter diese Kategorie. Dementsprechende Sonderregelungen könnten bei Fahrern und Sponsoren aktuell in Kraft treten. Auch wenn natürlich zu beachten ist, dass nicht jeder Vertrag in der MotoGP gleich aussieht. Trotzdem könnte es im Falle einer noch weiteren Verzögerung zu Schwierigkeiten kommen, wie Suppo erklärt: "Wenn eine Weltmeisterschaft abgesagt wird, dann sind die Sponsoren nicht mehr gezwungen, zu zahlen und auch die Fahrer erhalten ihre Lohnscheine nicht mehr."

Soweit ist es im Moment natürlich noch nicht - und glaubt man den Aussagen von FIM-Präsident Jorge Viegas, wird es auch nie soweit kommen. Der Portugiese verkündete jüngst, man wolle die Saison 2020 soweit es geht vollständig beenden, auch wenn dies bedeuten würde, bis in den Januar 2021 zu fahren.

Jack Miller konnte erst eine Geldstrafe vom Feiern abhalten - Foto: Pramac

Livio erklärt weiterhin, aus welchen Teilen sich das Gehalt eines MotoGP-Piloten zusammensetzt: "Das Einkommen eines Fahrers setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Der eine hängt mit der sportlichen Leistung zusammen und der andere betrifft die Bilderrechte. Wenn keine Rennen gefahren werden, kann der erste Punkt nicht mehr angewendet werden. Also kann es je nach Vertrag dazu kommen, dass die Zahlungen eingestellt werden. Das ist ähnlich der Situation, wenn ein Fahrer verletzt ist."

Auch in solchen Fällen kann natürlich nicht pauschalisiert werden, denn jeder Fahrer unterschreibt einen anderen Vertrag. Suppo ist sich aber sicher, dass das Kräfteverhältnis dabei eine Rolle spielt. "Es kommt auf die Verhandlungsmacht der Parteien zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung an. Es gibt beispielsweise auch festgelegte Strafen für bestimmtes Verhalten", erklärt er und nennt im folgenden ein konkretes Beispiel.

"Das einzige Mal, dass ich jemanden eine Geldstrafe auferlegt habe, war bei Jack Miller. Der hat uns häufig Ärger gemacht, weil er zu viel getrunken hat. Ich hatte zu ihm ein väterliches Verhältnis und habe ihn daran erinnert, wie viel ihn dieses letzte Bier kosten würde - und es hat funktioniert. Ein anderes Beispiel war Casey Stoner, dem im Jahr 2009 sein gesamtes Gehalt ausgezahlt wurde, obwohl er drei Rennen verpasst hat."


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