MotoGP

MotoGP-Test Valencia: Marquez-Brüder crashen, Quartararo voran

Fabio Quartararo geigt beim MotoGP-Testauftakt in Valencia auf. Wie Marc und Alex Marquez gehört aber auch er zu den prominenten Sturz-Opfern.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Der MotoGP-Testauftakt in Valencia war von vielen Stürzen geprägt. Die heftigsten Abflüge ereilten Marc Marquez und Fabio Quartararo. An seinem ersten Arbeitstag für Honda wurde aber auch Alex Marquez nicht von einem Sturz verschont. So lief der erste Testtag:

Ergebnis & Rundenzeiten

Marc Marquez setzte sich früh an die Spitze, doch bei Halbzeit um 13.30 Uhr lag Maverick Vinales 0,006 Sekunden vor Fabio Quartararo in Führung. Der Franzose übernahm am Nachmittag auf seiner 73. Runde die Spitze und drückte die Bestzeit auf 1:30,163 Minuten. Seine Marke sollte bis zum Ende der Session halten.

Hinter Quartararo reihten sich seine Yamaha-Markenkollegen Maverick Vinales und Franco Morbidelli ein. Auf dem 4. Rang folgte Andrea Dovizioso, der rund eine halbe Sekunde auf Quartararos Zeit einbüßte. Dahinter landeten innerhalb der Top-10 Marc Marquez, Joan Mir, Alex Rins, Pol Espargaro, Valentino Rossi und Jack Miller.

Iker Lecuona (Tech3 KTM) landete als bester Rookie auf dem 13. Platz, Markenkollege Brad Binder wurde 21. und Alex Marquez, der dritte Neuling im Bunde, kam nicht über den 23. und damit letzten Platz hinaus. Stefan Bradl belegte den vorletzten Platz.

Crashes & Defekte beim MotoGP-Test

An einem sturzreichen MotoGP-Testtag in Valencia gingen einige Piloten zu Boden. Den Auftakt machte nach nur sieben absolvierten Runden Rookie Alex Marquez, der mit seiner Honda wegrutschte. Wenig später sorgte Bradley Smith für die erste Rote Flagge der Session, Marc Marquez slöste in den Mittagsstunden eine zweite aus. Er schrottete dabei seinen einzigen Prototypen der 2020er-Version und war deshalb bedacht, alle Wrackteile aus dem Kies aufzusammeln.

Kurz zuvor hatte auch Honda-Testfahrer Stefan Bradl mit einem Lowsider seinen 2020er-Prototypen im Kies versenkt. Fabio Quartararo blieb ebenfalls nicht verschont und stürzte in Kurve 10 mit seiner Yamaha. Dieser Crash löste die dritte Rote Flagge des Tages aus. Darüber hinaus kam auch Iker Lecuona zu Sturz, Joan Mir wurde von einem Defekt gebremst. Er musste gegen 15.30 Uhr seine Suzuki mit einem technischen Problem abstellen.

Früh zu Ende waren die Testfahrten für Danilo Petrucci: Der Italiener verletzte sich am Sonntag bei seinem Crash an der angeschlagenen Schulter und musste am Dienstag nach nur zehn Runden aufgrund der Schmerzen abbrechen. Er will es am Mittwoch aber noch einmal probieren.

Technik-Insights - das wurde getestet

Honda: In der Box des Werksteams standen für Marc Marquez und Stefan Bradl jeweils ein brandneues 2020er-Bike bereit sowie eines aus der Generation 2019 für direkte Vergleiche. Optische Veränderungen waren in erster Linie an der Heckpartie zu erkennen. Bei Honda geht es aber in erster Linie darum, über Motor- und Motorsteuerung für mehr Stabilität beim Anbremsen zu sorgen. Das sind freilich Komponenten, die man nicht offen sehen kann. Cal Crutchlow durfte am Nachmittag eine neue Verkleidung ausführen, während Alex Marquez vorerst lediglich die 2019er-Version des Motorrad bereitgestellt bekam.

Ducati: Im Werksteam brachte Ducati ein neues Chassis an den Start, mit dem Petrucci verletzungsbedingt aber nur drei Runden absolvierte. Der Großteil der Daten kam somit von MotoGP-Vizeweltmeister Andrea Dovizioso, der seit Monaten gebetsmühlenartig besseres Turning der Desmosedici fordert. Jack Miller bekam das neue Chassis am Dienstag noch nicht. Wie der Australier verriet, hatte Ducati aber eine Zwischenstufe des geplanten Motors für 2020 im Einsatz, mit dem er sich zufrieden zeigte.

Yamaha: Im Werksteam durften Vinales und Rossi mit einer neuen Verkleidung ausfahren, die sich vor allem an der Front stark von jener des Vorjahres unterscheidet und einen aggressiveren Lufteinlass aufweist sowie eine adaptierte Position der Winglets. Fabio Quartararo durfte zum ersten Mal die Karbonschwinge testen, die Vinales und Rossi seit dem Spätsommer zur Verfügung steht. Die größte Achillesferse von Yamaha bleibt aber der Motor, wo die Ingenieure einige PS herauskitzeln müssen.

Suzuki: Bei Suzuki konnte man die geringsten Unterschiede feststellen. Findige Technik-Redakteure fanden zwar ein paar kleine optische Änderungen am Motor, Teamchef Davide Brivio gab sich in Interviews aber wenig auskunftsfreudig. Wie auch Yamaha sucht Suzuki in erster Linie Motorpower, was eine der Hauptaufgaben dieses Tests sein dürfte.

KTM: Bei KTM kam erstmals ein neuer Rahmen zum Einsatz. Die Österreicher ließen mit der neuen Konstruktion von ihrer traditionellen Gitterrohr-Technik ab und lehnten ihr Stahl-Chassis an die Bauweise der Aluminium-Konstrukte ihrer Konkurrenten an. Pol Espargaro und Testfahrer Dani Pedrosa ritten mit den neuen sowie den alten Bikes zu Vergleichsfahrten aus.

Aprilia: Der italienische Rennstall brachte zum Test keine neuen Teile. Sehr zum Unmut von Aleix Espargaro, der seinen Arbeitgeber dafür stark kritisierte. Auch beim Test in Jerez in der kommenden Woche wird die neue RS-GP nicht zur Verfügung stehen. Erst in Sepang will Aprilia damit testen.

Die Runden-Bilanz der MotoGP-Fahrer

Fabio Quartararo erzielte nicht nur die Bestzeit am Dienstag, sondern absolvierte auch die meisten Runden aller Fahrer. Ganze 82 Umläufe (ca. die dreifache GP-Distanz) drehte der Franzose auf seiner Yamaha. Die Marke von 70 Runden knackten ansonsten nur Alex Rins (76), Valentino Rossi (73), Franco Morbidelli und Maverick Vinales (je 71) sowie Brad Binder (70). Die wenigsten Runden absolvierte der angeschlagene Danilo Petrucci (10), alle anderen Stammpiloten fuhren mindestens 43 Runden, lediglich die Testfahrer Bradl (25) und Michele Pirro (38) blieben unter diesem Wert.


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