MotoGP

MotoGP-Test Valencia: Vinales holt Bestzeit, Iannone brennt ab

Yamaha fährt beim MotoGP-Test in Valencia die schnellsten Zeiten. Erneut gibt es viele Defekte und Unfälle - den spektakulärsten liefert Andrea Iannone.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Maverick Vinales verlässt die MotoGP-Testfahrten in Valencia mit der absoluten Bestzeit. Der zweifache Saisonsieger führt ein Yamaha-Trio an der Spitze an. Geprägt ist der zweite Testtag aber von einigen Defekten und erneut von Stürzen, die aber allesamt glimpflich ausgehen.

Ergebnis & Rundenzeiten

Fabio Quartararo, der bereits am Vortag Bestzeit erzielt hatte, setzte sich gegen Mitte des Testtages an die Spitze. Erst kurz vor 16.00 Uhr knackte Maverick Vinales die Zeit des Franzosen und löste ihn mit einer Zeit von 1:29,849 Minuten um 0,164 Sekunden ab. Quartararo belegte hinter Vinales den zweiten Rang, Franco Morbidelli komplettierte das Yamaha-Trio an der Spitze.

Auf dem vierten Platz landete Cal Crutchlow, dahinter reihten sich Joan Mir, Alex Rins, Marc Marquez, Pol Espargaro, Valentino Rossi und Jack Miller innerhalb einer Sekunde Rückstand auf die Bestzeit ein. Stefan Bradl verlor 1,8 Sekunden und reihte sich an der 18. Position ein. Schnellster MotoGP-Rookie war Iker Lecuona, der auf P15 fast 1,7 Sekunden einbüßte. Alex Marquez (20./+2,386 Sek.) und Brad Binder (22./+2,518 Sek.) landeten deutlich hinter dem Spanier.

Crashes & Defekte beim MotoGP-Test

Der zweite MotoGP-Test startete mit einigen Defekten. Als Erster rollte Stefan Bradl in seiner Outlap nach nur vier Kurven aus, sodass er seine Honda im Kies abstellen musste. Auf dem Weg zum zweiten Stint erwischte es auch Marc Marquez, der nicht einmal aus der Boxengasse kam, weil seine Honda nach wenigen Metern den Dienst verweigerte.

Früh kam es aber auch zu Stürzen. So erwischte es in den ersten drei Stunden Aleix Espargaro und Iker Lecuona in Kurve 14, sowie in Turn 10 Pol Espargaro. Für die einzige Rote Flagge des Tages sorgte Andrea Iannone, dessen Aprilia auf Start/Ziel Feuer fing. Der Italiener stellte das brennende Motorrad nach der Boxenausfahrt ab, hatte aber Flüssigkeit auf dem Asphalt verteilt, die Reinigungsarbeiten nach sich zogen.

Am Nachmittag gab es weitere Zwischenfälle: Valentino Rossi und Bradley Smith rollten mit Defekten aus, Cal Crutchlow stürzte mit seiner Honda. Für den letzten Sturz des Tages sorgte MotoGP-Rookie Brad Binder. Alle Piloten blieben bei ihren Abflügen unverletzt.

Tech-Insights - das wurde getestet

Honda: Am zweiten Testtag holte Honda eine neue Verkleidungsvariante aus der Trickkiste, die an den legendären "Hammerhai" von Ducati erinnerte. Marc Marquez führte diese Version einige Male aus, die am Vortag kurz von Cal Crutchlow getestet worden war. Auffällig war, das Honda gleich zweimal von Defekten außer Gefecht gesetzt wurde.

Ducati: In Abwesenheit von Danilo Petrucci übernahm Jack Miller die GP20 und widmete sich den gesamten Tag Back-to-back-Vergleichen mit dem Motorrad der abgelaufenen Saison. Testpilot Michele Pirro führte einige Messgeräte aus, während Andrea Dovizioso sich der Arbeit am neuen Motorrad widmete. "Wir hatten heute ein paar neue Kleinigkeiten, die großen Dinge haben wir bereits gestern getestet", sagte der MotoGP-Vizeweltmeister am Ende des Tages.

Yamaha: Neben der Arbeit an der am Vortag enthüllten Verkleidung mit deutlich verändertem Lufteinlass, ging es für Valentino Rossi und Maverick Vinales am Mittwoch vor allem um die Performance des Motors. "Uns fehlen immer noch fünf bis sechs km/h, die wir aufholen müssen. Wir müssen nun die Daten analysieren, damit Yamaha einen weiteren Schritt setzen kann", lautete das Fazit von Vinales.

Suzuki: Die Japaner kümmerten sich in erster Linie um die Motor-Performance. Alex Rins sagte nach Abschluss seines Testtages: "Ich bin zufrieden, wir konnten mit dem neuen Motor unsere Rundenzeit verbessern und es sieht aus, als würde sich alles in eine gute Richtung entwickeln. Ich fühle einen klaren Unterschied."

KTM: Schon am Dienstag hatte KTM mit einem neuen Chassis-Konzept für Aufsehen gesorgt. Am Mittwoch kam - wie bereits von Pol Espargaro angekündigt - eine weitere Variante hinzu. Diese stellt bereits ein erstes Upgrade der gestrigen Variante dar - mit Input von Pedrosa, der die erste Version schon vor einigen Wochen getestet hatte.

Aprilia: Wie Aleix Espargaro bereits am Dienstag kritisiert hatte, brachte Aprilia keine neuen Teile zum MotoGP-Test in Valencia. Erst in Sepang wird das neue Motorrad einsatzbereit sein.

Die Runden-Bilanz der MotoGP-Fahrer

Aktivster Fahrer am Mittwoch war Alex Marquez, der 79 Runden absolvierte. Mehr als 70 Runden drehten auch Cal Crutchlow (73) und Marc Marquez (71). Die geringste Laufleistung legte Aprilia-Testfahrer Bradley Smith hin, der nur 31 Runden fuhr. Andrea Iannone (38) war der Stammfahrer it der geringsten Rundenanzahl am Mittwoch. Überhaupt nicht mit dabei war Danilo Petrucci, dessen Schulterverletzung einen Start unmöglich machte. Der Italiener hatte deshalb bereits am Dienstag nach zehn Runden abgestellt.

Insgesamt schließt Fabio Quartararo den MotoGP-Test in Valencia als aktivster Fahrer ab. An den beiden Testtagen fuhr der Franzose 146 Runden und landete damit vor Cal Crutchlow (142) und Valentino Rossi (141). Weltmeister Marc Marquez absolvierte 131 Runden und damit eine weniger als Bruder Alex.

Die nächsten MotoGP-Testfahrten stehen bereits nächste Woche am Montag und Dienstag (25./26. November) auf dem Programm. Danach geht es bis Februar in die Winterpause.


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