MotoGP

MotoGP: KTM mit Rahmen-Revolution im Valencia-Test

KTM hält weiterhin am Stahlrahmen fest, die Rohre sind zum ersten MotoGP-Test für 2020 in Valencia aber einem konventionellen Chassis gewichen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die KTM-Bosse wie Stefan Pierer, Pit Beirer oder Mike Leitner absolvieren kaum einen größeren Medientermin, ohne Fragen über die Sinnhaftigkeit und Zukunft des Stahlrahmens beantworten zu müssen. KTM verwendet ja in der MotoGP, im Gegensatz zu den anderen fünf Herstellern, kein Aluminium-Chassis sondern einen Stahlrohrrahmen.

Die Entscheidung für Stahl und gegen Aluminium war bei KTM aber von Anfang an klar - und wird es wohl auch in Zukunft sein. Denn der Stahlrahmen ist Teil der Firmen-DNA der Österreicher und findet nicht nur in der MotoGP, sondern auch in allen anderen Rennserien und den Straßenmodellen Anwendung.

Rohrrahmen gehört der Vergangenheit an

In der MotoGP weicht man nun dennoch etwas vom Kurs ab. Zwar hält man am Stahl fest, doch die traditionelle Rohrform ist Geschichte. Stattdessen erinnert der Rahmen des 2020er-Prototyps, den KTM im Valencia-Test am Dienstag zeigte, in seiner Form viel mehr an die Aluminium-Chassis der Konkurrenz. Gut möglich, dass in diesem Konzept der Motor eine - im wahrsten Sinne des Wortes - tragende Rolle einnimmt.

Was KTM mit dem neuen Rahmen erreichen will, ist jedenfalls klar. Die Maschine verfügt bereits über einen starken Motor und gute Brems-Performance. Allerdings mangelt es der RC16 am Turning. Über mehr Flexibilität im Rahmen kann das geändert werden.

KTM nähert sich der Konkurrenz in seiner Philosophie etwas an - Foto: KTM

Um die Vor- und Nachteile des neuen Rahmenkonzepts zu prüfen können, ließ KTM seine erfahrenen Piloten wie Pol Espargaro und Testfahrer Dani Pedrosa am Dienstag sowohl mit dem 2019er-Bike als auch mit dem 2020er-Prototypen auf die Strecke gehen.

Pol Espargaro lobt neues Chassis

Pol Espargaro war danach voll des Lobes für den neuen Rahmen: "Ich bin damit fast den ganzen Tag unterwegs gewesen und habe meine schnellste Rundenzeit damit erzielt", holte der Spanier aus. "Der Raum, mit dem wir bei diesem Chassis spielen können, ist größer und vor allem das geringere Gewicht bringt uns etwas. Mit diesem Rahmen hatten wir heute etwas bessere Traktion und etwas besseres Turning. Ich bin damit voll zufrieden."

Die Vorarbeit hatte Dani Pedrosa geleistet, der diese Variante bereits beim letzten Test eingesetzt und danach den Einsatzfahrern empfohlen hatte. Aufgrund von Pedrosas Feedback hat KTM sogar schon ein Update in der Hinterhand, das am Mittwoch zum Einsatz kommen soll: "Das neue soll etwas steifer sein und uns in den Anbremszonen helfen. Wir werden das morgen einsetzen."


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