MotoGP

Meinung: Gratulation, Marc! So einfach wird's aber nicht mehr

Marc Marquez fuhr die Konkurrenz 2019 in Grund und Boden. Die Gegner machten es ihm aber auch relativ leicht. Damit sollte er in Zukunft nicht mehr rechnen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Gratulation, Marc Marquez! Diese MotoGP-Saison 2019 war eine der beeindruckendsten Darbietungen, die die Königsklasse auf zwei Rädern je gesehen hat. 14 Podiumsplatzierungen, davon neun Siege in bislang 15 Rennen, den Titel bereits fünf Rennen vor Ende fixiert - derartige Leistungen kann man in der modernen MotoGP, in der die sechs Hersteller so eng beisammen liegen, nicht hoch genug einschätzen.

Und doch muss gesagt sein, dass Marquez' Dominanz 2019 nicht nur von seiner eigenen Überlegenheit herrührt, sondern auch Schwächen oder Fehlern der Konkurrenz geschuldet ist. Yamaha hinkt in puncto Motorleistung immer noch weit hinterher, hinzu kamen nicht entschuldbare Schwächephasen von Valentino Rossi und Maverick Vinales. Der Ducati fehlt es, beinahe schon traditionell, auf zu vielen Strecken am nötigen Turning. Und Andrea Dovizioso oder Danilo Petrucci waren nicht in der Lage, dieses Manko wettzumachen.

Auf derart dankbare Gegenspieler sollte Marquez in den kommenden Jahren aber nicht mehr hoffen. Denn auch auf ihn wartet die Herausforderung, der sich noch jeder große MotoGP-Dominator stellen musste. Die nächste Generation setzt zum Sturz des Königs an. Und diese Generation ist gespickt mit Talenten, die es in sich haben.

Erste Kostproben ihres Könnens durften wir bereits 2019 sehen. Denken wir etwa an Alex Rins, der in Austin und Silverstone mit Rossi und Marquez die zwei erfolgreichsten Fahrer der MotoGP-Geschichte niederringen konnte und beide Rennen gewann. Oder Fabio Quartararo, der in seiner Rookie-Saison das gesamte Fahrerlager in Staunen versetzte und ohne Zweifel als bester Rookie seit Marquez selbst bezeichnet werden kann.

Youngsters auf dem Weg nach oben

Natürlich, beide Fahrer haben noch ihre Schwächen. Doch im Gegensatz zu Rossi, Dovizioso oder auch Jorge Lorenzo, die ihren Zenit womöglich bereits überschritten haben, kann es für die Youngsters noch steil bergauf gehen. Beide sind schnell, mental stark und hochprofessionell. Und: Sowohl Suzuki als auch Yamaha scheinen die richtigen Schritte zu machen, um ihren Nachwuchshoffnungen das passende Rüstzeug in die Schlacht gegen Marquez mitzugeben. Der amtierende MotoGP-König hat freilich weiterhin sämtliche Waffen in seinem Arsenal, um erbitterte Gegenwehr zu leisten. Er wird sie zukünftig aber wohl auch alle brauchen.


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