MotoGP

MotoGP - Valentino Rossi schlägt Alarm: Kein Motor gut genug!

Yamaha brachte für die MotoGP-Wintertests zwei völlig neue Motorvarianten. Valentino Rossi sieht aber keine der Versionen als die nötige Verbesserung.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Ist Yamahas Aufwärtstrend schon wieder zu Ende? In den letzten Saisonrennen kämpfte sich der japanische Hersteller ja scheinbar aus der Krise. Maverick Vinales gewann auf Phillip Island, Valentino Rossi kämpfte in Sepang und Valencia lange um den Sieg. Die beiden Testtage in Valencia vergangene Woche beendet Vinales jeweils als Tagesschnellster, auch Rossi war vor allem am Dienstag mit Rang drei gut dabei.

Am Mittwoch in Jerez, wo die letzten beiden Testtage vor der Winterpause stattfinden, machte sich bei Rossi nach Rang 17 mit fast 1,6 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Danilo Petrucci aber wieder Ernüchterung breit. Mit ernster Miene trat der Routinier vor die MotoGP-Presse und äußerte deutliche Kritik an den neuen Yamaha-Motoren: "Meiner Meinung nach haben wir keinen großen Schritt nach vorne gemacht. Meine Probleme sind mehr oder weniger gleich geblieben."

Rossi wurde am Nachmittag von einem technischen Defekt gebremst und er musste seine Yamaha am Streckenrand abstellen. Das war aber lediglich für seine Platzierung in der Zeitenliste, nicht aber für seine generellen Probleme von Bedeutung.

Valentino Rossi sorgt sich um Yamaha-Pace

"Ich bin sehr weit hinten, weil ich ein Problem mit dem Motorrad hatte und deshalb am Ende keine schnelle Runde fahren konnte. Das Wichtigste ist aber ohnehin die Pace über mehrere Runden und da bin ich auch nicht besonders gut. Mit neuen Reifen bin ich schnell, genauso wie Maverick oder Franco. Nach einigen Runden haben aber die Ducatis oder Suzukis eine bessere Pace als wir", stellte Rossi fest. Teamkollege Vinales und Petronas-Yamaha-Neuling Morbidelli beendeten den Mittwoch in Jerez auf den Rängen vier und sechs.

"Die anderen Spitzenfahrer sind schneller als wir", warnt Rossi. "Das Problem ist nicht, die richtige Wahl zwischen den zwei Motoren zu treffen. Das Problem ist, dass keiner der zwei Motoren die Verbesserung ist, die wir brauchen. Das ist meine Meinung. Wenn wir hier morgen ein Rennen fahren würden, wären wir vielleicht Fünfter, Sechster oder Siebter. Wenn vorne jemand stürzt, möglicherweise Vierter. Wir würden aber nicht um den Sieg kämpfen."

Rossi sieht aktuell keine Chance auf einen Rennsieg - Foto: gp-photo.de/Ronny Lekl

Wo liegt die Wahrheit bei Yamaha?

Interessant ist, dass sich Rossis Stallgefährte am Mittwoch erneut positiv über die neuen Motoren äußerte. Auch Teamchef Massimo Meregalli beteuert, man liege in der Testarbeit voll auf Kurs. Betreibt lediglich Rossi bei Yamaha keine Schönfärberei, oder betreffen die Probleme nur ihn? Eine Frage, die man klären wird müssen. Denn die Entscheidung über den Motor für 2019 muss eigentlich nach dem zweiten Tag in Jerez fallen. Die jeweils drei Tage im Februar in Sepang und Losail sollen nur noch der Feinabstimmung dienen, um ideal vorbereitet in die Saison zu starten.


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