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MotoGP

Bradley Smith: Darauf kommt es in der MotoGP 2018 an

Die MotoGP 2018 dürfte härter denn je werden. Für Bradley Smith geht es bei KTM auch um seinen Job. Der Saison-Ausblick des Briten im Interview.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Bradley, wie bist du mit deinen Wintertests zufrieden?
Bradley Smith: Der Winter war gut. Man kann im Vorhinein nie sicher sein, ob neue Teile auf dem Motorrad tatsächlich so funktionieren, wie sich die Ingenieure das vorstellen. Sepang war für uns daher ziemlich schwierig, weil wir zunächst unsere generelle Richtung finden mussten. In Katar wussten wir aber bereits, wohin die Reise gehen soll und wo wir noch nachlegen müssen. In diesen drei Tagen fiel mir alles schon leichter und ich konnte mich dort auf Rang 14 verbessern. Das stärkt mein Selbstvertrauen und darauf können wir aufbauen.

MotoGP-Testfahrten 2018: Die große Analyse zu den Wintertests: (16:44 Min.)

In welchen Bereichen hat sich das Motorrad über den Winter am meisten verbessert?
Wir haben uns vor allem auf die Lebensdauer der Reifen konzentriert. In diesem Bereich hatten wir gegen Ende der vergangenen Saison Schwächen - vor allem der Hinterreifen ließ bei uns in den letzten Runden zu stark nach. Wir haben also Konstanz über die volle Distanz gesucht. Einen anderen großen Schritt hat WP gemacht, die deutlich nachgelegt haben und vor allem auf meine Bedürfnisse besser eingehen konnten. Das hat sich sofort positiv auf meine Rundenzeiten ausgewirkt.

Wird die Lebensdauer der Reifen in dieser Saison ein noch entscheidenderes Kriterium, weil die Abstände der Rundenzeiten noch knapper sind?
Auf jeden Fall. Nun haben alle Teams zwei Jahre Erfahrung mit den Michelin-Reifen und es kommen keine neuen Mischungen hinzu. Das bedeutet, dass die Strategien in der Elektronik mehr ins Detail gehen müssen um einen Unterschied zu machen. Aus Sicht der Fahrer werden Fitness und Konzentration die entscheidenden Faktoren sein.

Auch KTM hat mit diversen Winglet-Konstruktionen experimentiert. Wie haben sich diese auf dein Gefühl beim Fahren ausgewirkt?
Als Fahrer spürt man natürlich einen Unterschied. Man kann das zu seinem Vorteil nutzen, aber es gibt einen Grund, weshalb man diesem gesamten Aerodynamik-Bereich vor zwei, drei Jahren einen Riegel vorschieben wollte. Die Weltmeisterschaft sollte das unter Kontrolle bringen.

Einige Fahrer haben bereits ihre Verträge für 2019 und darüber hinaus unterschrieben. Wie eilig hast du es mit einer Entscheidung?
Viele Leute haben schon unterschrieben, aber ich habe noch Zeit. Ich will mir zuerst klar darüber werden, was ich mit meiner weiteren Karriere anfangen will. Bei meinem Wechsel zu KTM war mein Motiv klar und ich wollte etwas anderes machen als in den Jahren davor bei Tech3. Nächste Saison werde ich 28 Jahre auf dem Buckel haben und damit zu den älteren Fahrern zählen. Ich habe noch zwei bis vier gute Jahre vor mir und es wird viel davon abhängen, welche Plätze für mich verfügbar wären. Ich möchte dabei aber klarstellen: Ich bin nicht zu KTM gekommen um zwei Jahre lang ein Motorrad fit für die Top-10 zu machen und es dann jemand anderem überlassen. Wir haben das Fundament gelegt, nun will ich mir selbst auch beweisen, dass ich die guten Resultate ernten kann.

Du sprichst von zwei bis vier guten Jahren, die du noch vor dir hast. Könntest du dir auch vorstellen, deine Karriere noch bis in deine Vierziger fortzuführen - wie etwa Valentino Rossi?
Wenn du ein gutes Motorrad hast, mit dem du regelmäßig auf das Podest fährst - wieso solltest du dann nicht weitermachen? Für diesen Erfolg sind wir schließlich alle hier. Seine Motivation verliert man erst dann, wenn man nicht das nötige Motorrad oder Gesamtpaket hat, um erfolgreich zu sein. Dann beginnt langsam der Anfang vom Karriereende. Mein Feuer brennt aktuell noch lichterloh und ich kann mir noch kein Leben ohne Rennsport vorstellen.


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