MotoGP

MotoGP - Wildcard-Plan für 2019: Bradl dabei, Folger wohl nicht

Der Entwicklungskrieg in der MotoGP nimmt 2019 richtig Fahrt auf. Wildcards werden zur zusätzlichen Waffe. Stefan Bradl ist dabei, Jonas Folger wohl nicht.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP-Startaufstellung umfasst 2019 insgesamt 22 Fahrer. Bei einigen Events könnten allerdings bis zu 24 Piloten im Grid stehen, denn beinahe alle Hersteller planen in der kommenden Saison Wildcard-Einsätze ihrer Testfahrer. Einige Teams wissen sogar schon genau, wann und wo sie ihre zusätzlichen Piloten einsetzen wollen. Eine Übersicht sowie ein kurzer Blick über das Wildcard-Reglement:

Die aktuellen Regeln für Wildcard-Einsätze

  • Ducati, Honda, Suzuki und Yamaha dürfen bei maximal drei Rennen Wildcard-Fahrer einsetzen.
  • Aprilia und KTM dürfen - aufgrund der Zugeständnisse im Reglement - bei sechs Saisonrennen auf Wildcard-Einsätze zurückgreifen.
  • Kein Hersteller darf bei aufeinanderfolgenden Events Wildcard-Einsätze fahren.
  • Pro Rennen sind für Wildcards maximal zwei Startplätze im Grid reserviert. Es ist somit unmöglich, dass drei Hersteller bei einem Rennen ihre Testpiloten einsetzen.
  • Es gibt kein "Recht" auf Wildcard-Einsätze. Jeder Hersteller muss bis spätestens 90 Tage vor einem Event einen Antrag auf den zusätzlichen Startplatz beim Weltverband FIM einbringen. Im Anschluss entscheidet die GP-Kommission darüber, wer einen beantragten Wildcard-Platz bekommt.

Die Wildcard-Pläne der MotoGP-Hersteller

Ducati: Michele Pirro soll bei den Rennen in Mugello, Misano und Valencia zum Einsatz kommen. Das bestätigte Ducatis Teamanager Davide Tardozzi in Katar im Video-Interview mit der offiziellen Webseite der MotoGP. Den gleichen Einsatzplan bestritt Pirro bereits in den vergangenen beiden Jahren.

Suzuki: Sylvain Guintoli ist bei Suzuki für die GP-Wochenenden in Barcelona, Brünn und Motegi eingeplant. "Wir haben die entsprechenden Anträge bereits eingebracht", so Teamchef Davide Brivio. Damit würden die Japaner ihren Testfahrer in exakt den gleichen Rennen einsetzen wie im Vorjahr.

Aprilia: Die Italiener haben nach wie vor nur zwei Motorräder in der MotoGP-Startaufstellung, weshalb Neuzugang Bradley Smith als Testfahrer 2019 mehrfach an Rennwochenenden zum Einsatz kommen soll. Sein Auftritt in Katar ist bereits bewilligt, weitere Rennen soll Smith nach dem Wunsch Aprilias in Barcelona, Brünn, Aragon und Valencia bestreiten. "Wir hoffen auf Bewilligung", sagte Teamchef Romano Albesiano.

Yamaha: Neben dem japanischen Testteam hat Yamaha in dieser Saison erstmalig auch ein eigenes Testteam in Europa rund um Jonas Folger. Dass der Deutsche vorerst nicht für Rennwochenenden eingeplant ist, machte Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis schon in Sepang klar. Folgers japanisches Pendant Katsuyuki Nakasuga soll hingegen schon zum Einsatz kommen. Teamchef Massimo Meregalli erklärte in Katar: "Wir rechnen mit Nakasuga in Motegi, aber die finale Entscheidung ist noch nicht gefallen."

Honda: Im Gegensatz zu Folger bei Yamaha soll Stefan Bradl bei Honda sehr wohl Renneinsätze bekommen. Wann und wo ist allerdings noch unklar. "Wir sind sehr zufrieden mit Stefans Arbeit und daher wollen wir ihn bei zumindest zwei Grand Prix starten lassen", sagte Teamchef Alberto Puig.

KTM: Der österreichische Hersteller setzte in seinen ersten beiden Jahren in der MotoGP Testpilot Mika Kallio bis zu dessen Verletzung am Sachsenring häufig ein. 2019 soll aber weder Kallio, noch sein neuer Testfahrer-Kollege Dani Pedrosa einen Renneinsatz bekommen. Denn mit vier werksunterstützten Motorrädern hat KTM ohnehin doppelt so viel Arbeit in der neuen Saison. "Wir müssen uns auf den Support für unsere vier Fahrer konzentrieren", führte Teamchef Mike Leitner aus. "Zudem ist unser Test-Plan prall gefüllt, sodass Mika und Dani damit bereits ausgelastet sind."


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