MotoGP

MotoGP-Regentest in Katar: Fahrbar, aber Bedenken bleiben

Zum Abschluss des Katar-Tests ließ die MotoGP die Strecke künstlich fluten. Große Probleme blieben aus, ein Rennen bei Regen ist aber nicht garantiert.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - So kurios es klingt, aber seit Jahren macht der Regen in der Wüste von Katar der MotoGP das Leben schwer. Zunächst wurde ein Fahren auf nasser Strecke unter Flutlicht für vollkommen unmöglich erklärt, da man durch die Spiegelungen am Asphalt gefährliche Situationen befürchtete. Dadurch wurden Testtage oft massiv verkürzt, im Vorjahr konnte am Qualifying-Samstag gar nicht gefahren werden und 2009 musste die Rennen sogar auf den Montag verlegt werden.

Zustände, die einem Motorrad-Weltmeisterschaftslauf definitiv nicht gerecht werden. Um endlich Gewissheit darüber zu erhalten, ob ein Rennbetrieb im Regen nicht doch möglich wäre, entschloss man sich nun dazu, am Ende des letzten Testtages in Katar den Losail International Circuit mit Lastwagen künstlich zu bewässern und so ein Fahren im Regen bestmöglich zu simulieren.

Etwa eine halbe Stunde hatten die MotoGP-Piloten Zeit, um sich einen Eindruck von den Verhältnissen zu verschaffen. Die meisten von ihnen fuhren aber nur wenige oder gar nur eine Runde. Die positiven Nachricht vorweg: der Grip der Strecke wurde als gut beurteilt und Spiegelungen auf der Strecke durch die Flutlichter waren anders als befürchtet kein großes Problem. "Natürlich ist die Sicht nicht so gut wie normal, vor allem die Kerbs kann man schlechter erkennen. Es ist aber nicht gefährlich. Ich glaube, dass wir hier ein Rennen im Regen fahren könnten", meinte Weltmeister Marc Marquez. Suzuki-Mann Alex Rins sah das ganz ähnlich: "Die Lichter sind überhaupt kein Problem. Die Sicht ist gut."

Sand-Wasser-Gemisch sorgt für Probleme bei MotoGP-Test

Größere Sorgen bereitete den Fahrern hingegen die Zusammensetzung der von vorausfahrenden Motorrädern und auch dem eigenen Vorderreifen aufgewirbelten Gischt. Diese bestand nämlich nicht nur aus Wasser, sondern auch aus einer Menge Sand, was Windschild und Helmvisier extrem schnell verschmutzen ließ. "Nach drei Runden konnte ich nicht mehr viel sehen", meinte Jack Miller. Alvaro Bautista stimmte ihm zu: "Über eine gesamte Renndistanz könnte das ziemlich kritisch werden." Miller gab aber auch zu bedenken, dass im Fall eines richtigen Regenschauers womöglich mehr Sand von der Strecke gewaschen würde als bei der künstlichen Bewässerung. Somit könnte sich dieses Problem von alleine lösen.

Marc Marquez ist aktuell Fürsprecher eines Rennens im Regen - Foto: HRC

Die große Unbekannte bleibt freilich, wie sich die Sichtverhältnisse bei echtem Regen verändern, also wenn das Wasser nicht nur von unten kommt sondern auch direkt auf den Helm des Fahrers prallt. Deshalb zeigte sich MotoGP-Sicherheitsberater Loris Capirossi nach dem Regentest auch noch etwas zwiegespalten: "Die Situation ist kompliziert. Die Meinungen gehen etwas auseinander, weil wir eben nicht in richtigem Regen gefahren sind sondern nur auf nasser Strecke. Es wäre gut, wenn wir am Rennwochenende noch einmal in einem Training bei Regen fahren können, um die Verhältnisse richtig zu beurteilen. Um erste Eindrücke zu gewinnen, war dieser Test aber schon einmal gut.


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