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MotoGP-Test 2018 - Analyse: Bestzeiten & Runden-Bilanz

Die MotoGP-Tests in der Analyse: Bestzeiten und Runden-Bilanz aus Malaysia, Thailand und Katar. Plus: Erste Prognose für das Titelrennen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP hat ihre Test-Phase für die Saison 2018 abgeschlossen. Gegen 21:20 Uhr gingen Samstagabend am Losail International Circuit die Lichter aus und bleiben es bis zum Saisonstart in zwei Wochen. Die Wintertests führten die MotoGP in den vergangenen Wochen von Malaysia über Thailand bis nach Katar. Motorsport-Magazin.com mit einer Analyse des Test-Winters:

Bestzeiten von allen Testfahrten

Die absoluten Bestzeiten lassen diesmal keinerlei Rückschlüsse auf einen eventuellen Titelfavoriten zu. Maverick Vinales und Dani Pedrosa lagen an jeweils zwei der neun Testtage voran, Jorge Lorenzo, Marc Marquez, Cal Crutchlow, Andrea Iannone und Johann Zarco holten je eine Bestzeit.

Test1. Tag 2. Tag 3. Tag
MalaysiaPedrosa1:59,427Vinales1:59,355Lorenzo1:58,830
ThailandCrutchlow1:30,797Marquez1:29,969Pedrosa1:29,781
KatarVinales1:55,053Iannone1:54,586Zarco 1:54,029

Somit schafften es Fahrer von vier verschiedenen Herstellern (Honda, Yamaha, Ducati und Suzuki) an zumindest einem Testtag an die Spitze des Klassements. Auch die absoluten Bestzeiten der drei Tests sind fair verteilt: In Sepang fuhr Lorenzo die absolut schnellste Runde für Ducati, in Thailand war es Pedrosa für Honda und in Katar Zarco für Yamaha.

Die schnellsten Einzelrunden

Die jeweils schnellsten der drei MotoGP-Tests profitierten nicht von Ausreißern nach oben. Ein Blick auf die zehn besten Rundenzeiten der einzelnen Testfahrten beweist das. Lorenzo fuhr in Sepang nicht nur die schnellste, sondern auch sechste und siebente Zeit. Pedrosa war in Thailand Erster, wäre aber auch mit seiner zweitschnellsten Runden Zweiter geworden, weil nur Zarco - das aber gleich zweimal - schneller als Pedrosas 1:29,961 war.

Pos. Malaysia Thailand Katar
1. Lorenzo1:58,830 Pedrosa 1:29,781 Zarco 1:54,029
2. Pedrosa 1:59,009 Zarco 1:29,867 Rossi 1:54,276
3. Crutchlow 1:59,052 Zarco 1:29,878 Zarco 1:54,306
4. Crutchlow 1:59,085 Pedrosa 1:29,961 Dovizioso 1:54,331
5. Dovizioso 1:59,169 Marquez 1:29,969 Zarco 1:54,429
6. Lorenzo 1:59,186 Zarco 1:30,004 Crutchlow 1:54,457
7. Lorenzo 1:59,268 Zarco 1:30,028 Vinales 1:54,471
8. Miller 1:59,346 Crutchlow 1:30,064 Iannone 1:54,586
9. Dovizioso 1:59,346 Zarco 1:30,108 Marquez 1:54,591
10. Rins 1:59,348 Marquez 1:30,143 Dovizioso 1:54,627

Zarco wiederum war nicht nur in Thailand einer der dominanten Männer, sondern auch in Katar. Beim zweiten Test fuhr der Franzose fünf der schnellsten neun Zeiten, zum Abschluss in der Wüste drei der schnellsten fünf. Auffallend: Weltmeister Marc Marquez schaffte es nur in Thailand in die Top-5, das Yamaha-Duo Rossi/Vinales nur in Katar überhaupt in die Top-10.

Durchschnittliche Platzierungen

In den vergangenen Jahren war stets Konstanz der Schlüssel zum Titel. In diesem Test-Winter unterstrichen Weltmeister Marc Marquez und sein Vize Andrea Dovizioso, dass sie diese Tugend aus dem Vorjahr konservieren konnten. Im Durchschnitt aller neun Testtage landete Dovi auf Platz 4,6, Marquez an Position 5,3. Beide schafften es an jedem einzelnen Tag in die Top-10 - etwas, das sonst nur Cal Crutchlow gelang.

Fahrer DurchschnittBester PlatzSchlechtester Platz
Andrea Dovizioso4,62. (2x Malaysia, 1x Katar)9. (Tag 2 Thailand)
Cal Crutchlow5,11. (Tag 1 Thailand)9. (1x Malaysia, 1x Katar)
Marc Marquez5,31. (Tag 2 Thailand)10. (Tag 1 Katar)
Johann Zarco5,71. (Tag 3 Katar)12. (Tag 1 Thailand)
Dani Pedrosa6,11. (1x Malaysia, 1x Thailand)11. (2x Katar)

Konstant unterwegs waren auch Johann Zarco und Jack Miller (8x Top-10) sowie Alex Rins Valentino Rossi und Jorge Lorenzo (7x). Starke Schwankungen hatte hingegen Maverick Vinales: Der Katalane holte an zwei Tagen Bestzeit, hat aber auch einen 18. Rang zu Buche stehen und schaffte es nur an fünf der neun Tage in die Top-10.

Runden-Bilanz der MotoGP-Fahrer

Der aktivste Fahrer der Wintertests war der Weltmeister: Marc Marquez fuhr 194 Runden in Sepang, 271 in Buriram und 181 in Losail. Damit kam er auf 646 Runden und eine Gesamtdistanz von 3.291 Kilometer. Mit Maverick Vinales knackte ein zweiter Fahrer in diesem Winter die die 3.000-Kilometer-Marke.

Hinter Marquez und Vinales folgten Rookie Takaaki Nakagami (2.961 km), Cal Crutchlow (2.836 km), Alvaro Bautista und Tom Lüthi (je 2.796 km). Valentino Rossi, Johann Zarco und Jorge Lorenzo bestritten in diesem Winter jeweils eine Gesamtdistanz zwischen 2.500 und 2.550 Kilometer.

Die wenigsten Kilometer spulte Pol Espargaro ab, der aufgrund eines Sturzes und einer Operation nur an vier Tagen testen konnte und insgesamt nur für 164 Runden bzw. 892 Kilometer auf seiner KTM saß. Rookie Hafizh Syahrin, der erst nach dem Testauftakt in Sepang in die MotoGP befördert wurde, spulte 314 Runden bzw. 1.563 Kilometer ab.

Fazit

Den stärksten Eindruck hinterließen Johann Zarco, Marc Marquez und Andrea Dovizioso. Das Trio hielt sich über die gesamten Wintertests konstant in der erweiterten Spitze. Bei Marquez beeindruckte vor allem die Kilometer-Bilanz, denn er hat noch vor Saisonstart beinahe die eineinhalbfache Gesamtdistanz aller MotoGP-Rennen der Saison 2018 auf dem Buckel. Dovizioso hingegen glänzte durch Konstanz und war an jedem einzelnen der neun Tage auf einem der ersten neun Plätze.

Für positive Überraschungen sorgten Jack Miller und Alex Rins, die zumindest für Top-5-Platzierungen gut sein sollten. Die Leistungen des Yamaha-Duos Valentino Rossi/Maverick Vinales sowie von Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo schwankten enorm je nach Strecke und Tagesverfassung. Ein Problem, das sich bei allen Fahrern bereits im Vorjahr zeigte.


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