MotoGP

Honda dominiert MotoGP-Test in Thailand - Ist das etwas wert?

Honda ist bislang der stärkste Hersteller beim MotoGP-Test in Thailand. Darf man sich deshalb mit dem 2018er-Motorrad schon in Sicherheit wiegen?
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Platz eins am ersten Tag durch Cal Crutchlow, drei Piloten in den Top-Five. Die Ränge eins und zwei durch Marc Marquez und Dani Pedrosa an Tag zwei. Die ersten MotoGP-Testfahrten in Thailand könnten für Honda bislang nicht besser laufen. Und das auf einer Strecke, die über weite Teile Stop&Go-Charakter aufweist und somit im Vorhinein als Paradekurs für Ducati gesehen wurde.

Doch Honda machen die vielen harten Beschleunigungsmanöver aus engen Kurven, im Vorjahr noch die große Schwäche der RC213V, 2018 scheinbar keine Probleme mehr. Doch bei Honda hat man aus den letzten Saisons gelernt, dass einzelne Strecken bei den Testfahrten gewisse Schwächen kaschieren können. Sowohl Sepang als auch der neue Kurs in Buriram verlangen aufgrund der langen Geraden eine ebenso lange Getriebeübersetzung.

Außerdem nimmt die extreme Hitze an beiden Orten den Motoren gehörig an Leistung. "Wir denken deshalb im Moment, dass das Drehmoment in Ordnung ist, aber auf engeren Strecken mit kürzerer Übersetzung kann es dann wieder zu viel sein. Das müssen wir bedenken", erklärt Weltmeister Marc Marquez. Dann könnten er und die anderen Honda-Piloten auf diesen Strecken aufgrund eines zu aggressiven Triebwerks wieder mit einer nahezu unkontrollierbaren Maschine kämpfen.

Honda: Zwei Motorvarianten für Marc Marquez & Co.

Aktuell arbeitet man bei Honda noch mit unterschiedlichen Motorkonfigurationen, vor dem Saisonauftakt in Katar muss man sich aber auf eine Variante festlegen. Motorenweiterentwicklung ist für Honda, Yamaha und Ducati während der laufenden Saison ja verboten. "Die Situation wird schon etwas klarer, wir werden uns wohl eher auf die neueste Version konzentrieren", glaubt Marquez. Diese Entscheidungen hätten die Ingenieure zusammen mit allen drei werksunterstützten Piloten - Marquez, Pedrosa und Crutchlow - getroffen.

Für welches Triebwerk man sich bei Honda schlussendlich auch entscheiden wird - klar scheint, dass die Rahmenbedingungen für eine besser kontrollierbare Maschine 2018 geben zu sein scheinen. Denn glaubt man den Ausführungen der Fahrer, hat man sowohl im Bereich des Chassis als auch bei der Elektronik und der Aero-Verkleidung Fortschritte gemacht. Faktoren, die einen aggressiven Motor dennoch einigermaßen fahrbar machen können.

Cal Crutchlow sorgte an Tag eins für die Bestzeit - Foto: LCR

Wie handzahm die 2018er-Honda im Endeffekt sein wird, wird sich aber voraussichtlich erst beim Europaauftakt in Jerez und somit im vierten Saisonlauf zeigen. Denn die Strecke in Südspanien ist die erste im Kalender, die Marquez und Co. durch ihr Layout Probleme bereiten könnte.


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