MotoGP

Jorge Lorenzo verweigert Andrea Dovizioso Schützenhilfe bei Ducati

Ducati hat mit Andrea Dovizioso nur ein heißes Eisen im MotoGP-WM-Feuer. Jorge Lorenzo denkt aber nicht daran, den Adjutanten zu spielen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Erstmals seit langer Zeit ist Jorge Lorenzo in dieser Saison einem Teamkollegen ganz klar unterlegen. Die Zahlen sprechen Bände: Andrea Dovizioso hat 2017 schon vier Rennen gewonnen, Lorenzo kein einziges. Dovizioso stand fünf Mal auf dem Podium, Lorenzo einmal. 183 Zähler befinden sich auf Doviziosos Punktekonto, nur deren 90 auf dem von Lorenzo. Der viele Millionen Euro teure Ducati-Neuzugang ist damit klar aus dem Titelrennen, während Dovizioso die Weltmeisterschaft anführt und auf seinen ersten MotoGP-Gesamtsieg hoffen darf.

Es ist meiner Meinung nach noch viel zu früh für so eine Hilfe.
Jorge Lorenzo

Auf Unterstützung seines Teamkollegen Lorenzo sollte sich Dovizioso dabei aber nicht verlassen. "Ich würde das Rennen gewinnen", antwortete der Spanier wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, ob er am Sonntag bei einer Ducati-Doppelführung mit ihm auf Platz eins seinen Stallgefährten vorbeilassen würde. "Es ist meiner Meinung nach noch viel zu früh für so eine Hilfe. Auch wenn es nur um den fünften Platz geht", stellt Lorenzo weiter klar.

Dovizioso gibt Lorenzo Rückendeckung

Der stets bescheidene Dovizioso hat für Lorenzos Entscheidung vollstes Verständnis: "Ich stimme ihm da vollkommen zu. Es sind noch sechs Grand Prix in diesem Jahr und jeder muss sein eigenes Rennen fahren. Jorges Ziel wird es dabei sein, zu gewinnen. Das ist ganz normal."

Auf der Strecke trafen sich Lorenzo und Dovizioso 2017 nur selten - Foto: Ducati

Tatsächlich liebäugelt Lorenzo bereits an diesem Wochenende beim Ducati-Heimspiel in Misano mit seinem ersten Sieg in Rot. "Das war zwar in den letzten Jahren definitiv keine gute Strecke für Ducati, aber dafür eine der besten für mich. So wie Jerez! Ich hoffe deshalb, dass ich das auch hier kompensieren kann", vertraut der dreifache MotoGP-Weltmeister auf sein Können. In neun Rennen in der Königsklasse am Misano World Circuit Marco Simoncelli fuhr Lorenzo nur beim Flag-to-Flag-Chaos 2015 nicht auf das Podium, gewann dabei drei Mal. Ducati hingegen wartet seit dem zweiten Platz durch Valentino Rossi 2012 auf ein Top-Drei-Finish im San-Marino-GP.

Lorenzo von Ducati-Negativserie unbeeindruckt

Im Vergleich zu den letzten Jahren habe sich aber viel verändert, ist Lorenzo überzeugt: "Vor allem Dovi hat in dieser Saison schon gezeigt, dass es für Ducati keine wirklich schlechten Strecken mehr gibt, mit Ausnahme von Austin vielleicht. Ich fühle mich so gut wie noch nie auf dem Motorrad und das Motorrad ist auch besser als je zuvor. Warum sollten wir hier also nicht um das Podium oder sogar den Sieg kämpfen können."


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