MotoGP

MotoGP setzt ab Mugello auf alten Vorderreifen

Der neue Vorderreifen von Michelin stand zuletzt scharf in der Kritik. Ab Mugello ist er Geschichte. Jorge Lorenzo passt das gar nicht.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP kehrt ab dem nächsten Rennen in Mugello zur Vorderreifen-Konstruktion des Vorjahres zurück. Das verkündete Sicherheitsberater Loris Capirossi nach einer Abstimmung unter den Fahrern in Le Mans. "20 der 23 Fahrer haben sich heute für den 'alten' Reifen ausgesprochen. Damit ist dieser ab Mugello alleinig im Einsatz", erklärte der Italiener.

Die Mehrheit ist glücklich, aber vor allem ein Fahrer ist mit dieser Entscheidung ganz und gar nicht glücklich.
Loris Capirossi

Michelin hatte im Winter eine neue, etwas weichere Unterkonstruktion für den Vorderreifen entwickelt. Diese gefiel den meisten Fahrern aber nicht, weshalb es nach dem letzten Rennen in Jerez am Montag einen Vergleichstest zwischen alten und neuen Vorderreifen gab. Auf Basis der Erfahrungen dieses Tests wurde am Freitag unter allen Fahrern abgestimmt. "Die Mehrheit ist glücklich, aber vor allem ein Fahrer ist mit dieser Entscheidung ganz und gar nicht glücklich", erklärte Capirossi. Wer dieser Fahrer ist, enthüllte am Freitag Marc Marquez: Jorge Lorenzo.

Lorenzo sprach sich dagegen aus

Der Spanier führte aus: "Wir haben schon in Argentinien über eine Rückkehr zur alten Konstruktion gesprochen und abgemacht, diese auszuprobieren. Sollten mehr als 60 Prozent der Fahrer damit einverstanden sein, wollten wir wechseln. Es waren über 60 Prozent und so hat Michelin sein Okay gegeben."

Es gab viel Druck von Lorenzo, der gerne beide Reifen-Konstruktionen parallel zur Auswahl hätte.
Marc Marquez

"Dann hat Ducati aber einen privaten Test in Mugello durchgeführt und plötzlich war alles anders. Es gab viel Druck von Lorenzo, der gerne beide Reifen-Konstruktionen parallel zur Auswahl hätte", erklärte Marquez. Die Abstimmung ist demnach als ein Votum gegen Lorenzos Begehren zu werten.

Für Marquez ist klar, dass sich die MotoGP-Fahrer gemeinsam auf nur einen Reifen festlegen sollten. Vor allem aus Rücksicht auf den Hersteller der Pneus: "Michelin müsste parallel beide Konstruktionen weiterentwickeln. Da ist es besser, sich nur auf eine zu konzentrieren."

Viel Unterschied würde zwischen dem neuen Vorderreifen und dem alten Modell ohnehin nicht bestehen. Doch bei dem hohen Niveau der MotoGP machen eben manchmal Nuancen den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus. "Es fühlt sich nicht an wie ein komplett anderer Reifen, aber er gibt dir einfach einen Tick mehr Stabilität."


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