MotoGP

MotoGP-Tester Casey Stoner hadert: Schwierig, Jorge Lorenzo bei Ducati zu helfen

Casey Stoner dominierte den ersten Testtag in Sepang. Kann er Ducatis neuer Nummer eins Jorge Lorenzo damit aber eine Hilfe sein? Stoner zweifelt.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Es ist schon ein besonderer Luxus, den sich Ducati da leistet. Casey Stoner setzt sich als zweifacher MotoGP-Weltmeister doch relativ deutlich von anderen Testfahrern wie Takuya Tsuda oder Katsuyuki Nakasuga ab. Und das nicht nur aufgrund seiner Erfolge in der Vergangenheit, die neben zwei Titeln etwa auch 45 Grand-Prix-Siege umfassen, sondern auch wegen seines immer noch herausragenden Speeds auf einer MotoGP-Maschine.

Den ersten Testtag 2017 am Montag in Sepang führte Stoner ja an, ließ also die gesamte Riege der Einsatzfahrer hinter sich. Zweifelsohne eine schöne Genugtuung für ihn und ein gutes Zeichen für Ducati, dass die Desmosedici GP17 zumindest auf eine Runde bereits sehr schnell sein kann. Das große Ziel der Herrschaften in Borgo Panigale ist aber nicht eine Testbestzeit in Sepang, sondern der MotoGP-Titel. Und den glaubt man, mit Jorge Lorenzo holen zu können.

Lorenzo soll die MotoGP-Krone nach Borgo Panigale holen - Foto: Ducati

Lorenzo liegt auf Ducati zurück

Lorenzo aber enttäuschte am ersten Testtag mit Rang 17 und klagte anschließend über einen größeren Unterschied zwischen Ducati und Yamaha, als er erwartet hatte. Auch am Dienstag verlor Lorenzo als Achter über eine Sekunde auf die Bestzeit. Stoner, der am Montag fast 1,7 Sekunden schneller war als Lorenzo und am Dienstag pausierte, sieht sich trotz seines deutlichen Vorsprungs nicht wirklich in der Position, um dem Neuzugang aus Richtung Yamaha auf den richtigen Weg zu führen.

Es ist eine etwas delikate Situation, aber wenn er auf mich zukommt und um Rat fragt, dann werde ich ihm sehr gerne mein Wissen zur Verfügung stellen.
Casey Stoner

"Ich weiß nicht, ob ich ihm wirklich helfen kann", überlegte Stoner an seinem freien Dienstag in Sepang. "Einem Fahrer, der auf diesem Level ist und so schnell fahren kann, kann ich nichts beibringen. Auch, weil jeder Pilot für sich besonders ist. Ich kann ihm nur gewisse Dinge zeigen oder vorschlagen. Es ist eine etwas delikate Situation, aber wenn er auf mich zukommt und um Rat fragt, dann werde ich ihm sehr gerne mein Wissen zur Verfügung stellen."

Stoner sorgt sich nicht um Lorenzo

Lorenzos großen Rückstand, vor allem am ersten Tag in Sepang, will Stoner aber ohnehin nicht überbewerten. "Mir macht das noch keine Sorgen", stellt er klar. "Kein aktueller Fahrer außer Dani war so lange bei einem anderen Hersteller wie Jorge. Da braucht es einfach eine gewisse Zeit, bis man sich umgestellt hat. Er geht jetzt Schritt für Schritt vor, probiert unterschiedliche Dinge aus und sieht dann, was ihm gefällt. Zusammen mit Christian (Crewchief Gabbarini, Anm. d. Red.) und dem Team muss er jetzt eben eine Balance für das Motorrad finden, mit der er sich wohlfühlt. Dafür ist bis zum ersten Rennen aber noch genug Zeit."

Lorenzos und Doviziosos neue Arbeitsgeräte: (00:21 Min.)

Gelingt Lorenzo eine einigermaßen schnelle Umstellung, hält Stoner sogar einen Ducati-Titel 2017 für möglich: "Es ist natürlich schwer etwas zu sagen, so lange man nicht alle Motorräder wirklich kennt. Aber Ducati hat im Vorjahr zwei Rennen gewinnen können und ich denke, dass es für uns noch mehr Siege zu holen gibt. Und wenn man mehr Rennen gewinnt, ist der Titel natürlich drinnen. Es muss dann an den Rennwochenenden schon auch alles stimmen, aber die Hoffnung auf den Gewinn der Weltmeisterschaft ist definitiv da."


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