MotoGP / Interview

Falsches Elektroniksetup als Bremsklotz im Tschechien-GP - Bradls Rennen durch Aprilia-Fehler zerstört

Stefan Bradl zeigte in der Startphase von Brünn groß auf. Dann fiel er aber rasant zurück. Eindeutig die Schuld von Aprilia, wie Bradl erklärt.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Stefan, du hast das Rennen sehr gut begonnen, hast Lorenzo überholt und warst an Rossi und Pedrosa dran. Dann bist du aber extrem zurückgefallen und trotz einiger Ausfälle vor dir nur 14. geworden. Was war da los?
Stefan Bradl: Wir haben das Rennen heute verloren, weil wir unsere Elektronik nicht richtig abgestimmt hatten. Am Kurvenausgang haben wir unglaublich viel Zeit verloren, als es etwas aufgetrocknet hat, weil die Traktionskontrolle extrem stark eingegriffen hat. So konnte ich den Grip des Hinterreifens überhaupt nicht nutzen. Lorenzo, Rossi oder Pedrosa sind mir deshalb sofort entkommen. Alle anderen Hersteller haben das heute besser hinbekommen. Sie haben die ganze Zeit am Kurvenausgang gutgemacht.

Ich bin aus meiner Sicht ein gutes Rennen gefahren und habe das Maximum herausgeholt. Ich habe alles versucht, um mehr Drive aus der Kurve zu bekommen, aber es hat nichts funktioniert.
Stefan Bradl

Also hätte es für dich eigentlich ein gutes Rennen werden können, wenn es diese Elektronikprobleme nicht gegeben hätte?
Stefan Bradl: Ja, ich hatte zu Beginn eine echt gute Pace. Ich habe mich auf dem Motorrad sehr wohlgefühlt und war mit der restlichen Abstimmung absolut zufrieden. Deshalb war ich auch drauf und dran, die Fahrer vor mir zu attackieren, aber dann ist die Strecke getrocknet und auf einen Schlag konnten alle meine Gegner viel mehr aus dem Hinterreifen herausholen. Meiner hat am Rennende noch super ausgeschaut, aber das ist ja kein Wunder, wenn die Traktionskontrolle es nicht ermöglicht, ihn ordentlich zu beanspruchen. Die anderen Piloten haben ihn mehr gefordert und waren dadurch schneller.

Kannst du dir selbst auch was vorwerfen heute?
Stefan Bradl: Nicht wirklich. Ich bin aus meiner Sicht ein gutes Rennen gefahren und habe das Maximum herausgeholt. Ich habe alles versucht, um mehr Drive aus der Kurve zu bekommen, aber es hat nichts funktioniert. Wir waren da einfach zu defensiv eingestellt. Auf der Bremse konnte ich das auch nicht alles wieder gutmachen, weil die Situation mit den Reifen auf trocknender Strecke auch nicht einfach war. Es war insgesamt einfach ein hartes, frustrierendes und schwieriges Rennen, mit dem ich überhaupt nicht zufrieden bin.

Bradl und sein Team haben wieder einmal Redebedarf - Foto: Aprilia

Am nächsten Rennwochenende in Silverstone könnte es erneut ein nasses Rennen geben. Was werdet ihr im Hinblick darauf machen?
Stefan Bradl: Wir müssen die Elektronik natürlich besser vorbereiten, ganz klar. Aus dem heutigen Fehler müssen wir lernen, uns verbessern und es dann beim nächsten Mal besser machen.

Mir ist zumindest kein Frühstart passiert und ich bin das Rennen zu Ende gefahren. Mir kann also niemand vorwerfen, dass ich wieder unkonzentriert war.
Stefan Bradl

Die Schuld für das bescheidene Abschneiden lag heute also ziemlich eindeutig beim Team. Wirst du das intern ansprechen, vor allem auch nach der öffentlichen Kritik an dir wegen deines Frühstarts in Spielberg?
Stefan Bradl: Ja, das werde ich gegenüber der Chefetage sogar sehr deutlich ansprechen. Mit meiner Crew habe ich schon geredet und die haben es auch gleich vollkommen verstanden.

Kannst du irgendetwas Positives aus diesem Wochenende mitnehmen?
Stefan Bradl: Mir ist zumindest kein Frühstart passiert und ich bin das Rennen zu Ende gefahren. Mir kann also niemand vorwerfen, dass ich wieder unkonzentriert war.


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