Moto2

Karten in der Moto2-WM neu gemischt - Langersehnter Sieg für Jonas Folger in Brünn

Jonas Folger zeigt sich nach seinem ersten Saisonsieg überglücklich, im Regen von Brünn fand er endlich zu alter Stärke zurück. Wie er das Rennen erlebte:
von Andrea Blendl

Motorsport-Magazin.com - Besser hätte der Sonntag in Brünn für Jonas Folger wohl kaum laufen können. Bereits im verregneten Warm-Up zeigte er sich bärenstark, im Rennen ging er auf weiterhin patschnassem Asphalt nach wenigen Kurven in Führung und fuhr sich souverän einen Vorsprung heraus, den er dann bis ins Ziel halten konnte. Damit holte der zukünftige MotoGP-Pilot seinen ersten Saisonsieg 2016.

Ein langes Rennen für Folger

Endlich. Das war ein langes Rennen.
Jonas Folger

Ein sichtlich erleichterter Folger seufzte nach dem Rennen: "Endlich. Das war ein langes Rennen. Ich habe versucht, so wenige Fehler wie möglich zu machen, was ziemlich schwer war, weil wir ziemlich schnelle Zeiten gefahren sind und auch Alex (Rins) hinter mir sehr stark war." Tatsächlich schrumpfte Folgers Vorsprung auf Rins einige Runden vor Schluss etwas, doch er konnte nachlegen: "Zum Schluss bin ich nochmal ziemlich viel Risiko eingegangen, um noch einmal wegzufahren, eben um die vier oder fünf Sekunden, die es zum Schluss waren." Am Ende hatte der Kalex-Pilot dann sogar knapp 5,2 Sekunden Luft auf seinen Verfolger.

Jonas Folger war schon im Warm-Up stark - Foto: Dynavolt Intact GP

Den Grundstein für seinen Sieg legte Folger bereits mit guter Setup-Arbeit im Warm-Up, wie er erklärt: "Wir haben uns noch einmal stark verbessert, wenn man die Zeiten vom Warm-Up zum Rennen anschaut. Wir haben beim Regensetup genau die richtige Richtung eingeschlagen." Tatsächlich legte Folger bereits im Warm-Up mit 2:17.297 die schnellste Zeit vor, die schnellste Rennrunde gelang ihm dann mit 2:14.528. "Ich habe nach dem Warm-Up gewusst, dass wir eine starke Pace haben und gute Rundenzeiten fahren", schildert er die Ausgangslage. "Ich habe gewusst, dass ich mich auf dem Motorrad wohlfühle. Das war im Warm-Up keine Chaosrunde, sondern eher entspannt, und dementsprechend bin ich dann auch die Zeiten im Rennen gefahren. Ich habe mich auf dem Motorrad super wohlgefühlt, auch mit dem Regen und mit der Strecke. Es hat einfach alles gepasst heute."

Folger: Voll auf Sieg gegangen

Momentan ist es im Regen echt super.
Jonas Folger

Unter diesen Voraussetzungen wollte Folger dann auf jeden Fall um den Sieg fahren, auch bei hohem Sturzrisiko. "Für mich war klar, entweder oder", gibt er zu. "Ich bin voll auf Sieg gegangen. Es war aber trotzdem eigentlich ein entspanntes Rennen, bis auf ein paar Runden mit mehr Risiko. Ich hatte einmal einen kleinen Moment, aber der war nicht schlimm." Bereits 2012 hatte Folger in der Moto3 auf feuchter Strecke in Brünn siegen können. Doch auch wenn dieser Sieg nun ebenfalls auf nasser Strecke stattfand und Folger im Trockenen zuletzt Schwierigkeiten hatte, will er sich nun nicht als Regen-Spezialisten sehen: "Letztes Jahr hatte ich viele Schwierigkeiten im Regen, aber momentan ist es im Regen echt super. Für uns ist es jetzt ganz wichtig, die nächsten Rennen im Trockenen wieder nach vorn zu kommen", hat er sich mit seinem IntactGP-Team als nächstes Ziel gesetzt.

In der WM-Wertung rückt Folger nun mit 108 Punkten vom siebten auf den vierten Rang vor, Spitzenreiter bleibt Johann Zarco mit 181 Punkten. Besonders der Drittplatzierte Sam Lowes ist mit nur noch 29 Punkten Vorsprung auf Folger absolut in dessen Reichweite, immerhin sind noch sieben Rennen zu absolvieren. Das sieht auch der Bayer so: "Das war wichtig für uns. Diese Punkte sind extrem wichtig. Ich bin jetzt von sieben auf vier, damit sind die Karten neu gemischt. Jetzt müssen wir nochmal angreifen und auch schauen, dass wir den Platz halten." Immerhin ist Tom Lüthi, der beim Tschechien-GP verletzt aussetzen musste, mit 106 Punkten Folger dicht auf den Fersen. Doch trotz aller Arbeit, die auf ihn wartet, überwiegt bei Folger derzeit die Freude. "Jetzt in der WM an vierter Stelle zu sein, ist ein großartiges Gefühl", strahlt der angehende Tech3-Yamaha-Fahrer.


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